Der Tante-Emma-Laden 2.0 In Altenthann eröffnet Bayerns erster digitaler Supermarkt

Aktualisiert vor 2 Wochen von Nadja Pohr

Altenthann – In der 1.600-Einwohner-Gemeinde Altenthann lässt es sich ganz gut leben, eigentlich, es gibt nur einen Makel: Es fehlt ein Einkaufsladen. Das soll sich ändern, denn noch in diesem Jahr zieht die Zukunft ein.

Von Mario Hahn

Dem oberpfälzischen Altenthann geht es wie 4.500 Gemeinden in ganz Deutschland: Dorfläden schließen, es finden sich einfach keine Nachfolger. Dadurch bricht die Selbstversorgung weg. Derzeit müssen die Altenthanner nach Bernhardswald und Rossbach fahren, um in einem Supermarkt einzukaufen. Die Strecke beträgt fünf bzw. neun Kilometer. Das soll sich ändern. „Wir wollen die Lebensqualität verbessern“, so Bürgermeister Harald Herrmann. Er setzt dabei auf ein „innovatives Leuchtturmprojekt“: den ersten digitalen Supermarkt Bayerns.

 

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Ein solcher digitaler Supermarkt entsteht bald in Altenthann.
Foto: Emmas Tag und Nacht Markt GmbH

Der neue Supermarkt soll laut „Emma‘s Tag und Nacht Markt GmbH“, die den Supermarkt in Altenthann noch in diesem Jahr errichten wird, ein Vollsortimenter werden. Von Lebensmittel über Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren bis hin zu Obst und Gemüse – auf rund 110 Quadratmetern Ladenfläche werden rund 1.200 Artikel angeboten. Das digitale Geschäftsmodell ist darauf ausgelegt, dass das System eigenständig nachordert, sobald sich die Regale leeren. Diese werden dann von Personal alle paar Tage mit der neu eingetroffenen Ware aufgefüllt. Zudem kann das Sortiment dank künstlicher Intelligenz on-demand angepasst werden. Sollten z. B. Biowaren oder saisonales Gemüse wie Spargel besonders gefragt sein, wird das Verkaufsangebot verändert und möglicherweise aufgestockt. Der Zutritt zum Supermarkt erfolgt über eine kostenlose Kundenkarte. Gezahlt wird mit EC-Karte an den Selbst-Scan-Kassen.

Bei einem Pressetermin vor Ort zeigte sich Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger begeistert: „Die Digitalisierung macht es möglich: Wir verbessern dadurch die Versorgung im ländlichen Raum. Dank künstlicher Intelligenz wird ein 24-Stunden Einkauf an 365 Tagen ermöglicht. Hierüber freuen sich nicht nur junge Menschen. Gerade für die weniger mobile Bevölkerung ist dieser Supermarkt ein Volltreffer.“

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Nadja Pohr

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