Dialogforum und Pläne zur Umgestaltung des Bahnhofsareals Wirsingturm: Sprengung am Kepler-Areal

Aktualisiert vor 10 Monaten von Daniel Popp

Regensburg – Kurzer Prozess soll mit dem „Wirsingturm“ am Kepler-Areal gemacht werden. Das Bauwerk muss weichen, damit Platz für die Neugestaltung des Bahnhofsareals frei wird. Das Eingangstor zur Stadt sorgt seit Jahren für Diskussionen. Am Samstag, 18. Januar, will die Stadt ihre aktuellen Pläne präsentieren und lädt Bürger/innen zum Dialog darüber ein.

Von Claudia Böhm

„Die Beteiligung der Bürger/innen im gesamten Prozess ist uns wahnsinnig wichtig“, betont Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer.

Auch Christine Schimpfermann, Planungs- und Baureferentin der Stadt, erhofft sich eine rege Beteiligung beim Dialogforum, das am 18.1. von 10 bis 17 Uhr im Thon-Dittmer-Palais stattfindet. Feedback, sei es „positiv, negativ, kritisch, aber möglichst konstruktiv“, wolle man in die weiteren Planungen einbringen, so Schimpfermann.


Aufruf zum Dialog
  • Das Dialogforum ermöglicht der Stadtverwaltung einen Austausch mit der breiten Öffentlichkeit
  • Am 18.1., von 10 bis 17 Uhr, werden auf Plakaten verschiedene Varianten und Szenarien präsentiert
  • Im Auditorium des Thon-Dittmer-Palais (2. Stock) sind alle interessierten Bürger/innen willkommen. Keine Anmeldung erforderlich
  • Rückmeldungen können vor Ort schriftlich festgehalten und persönlich (auf Wunsch auch anonym) abgegeben werden

Lösungsvorschläge für Auto- und Radfahrer
Dialogforum Bahnhofsumfeld_(c) Stadt Regensburg-Stefan Effenhauser
Luftaufnahme des Bahnhofsareals. Hier soll ein  Interims-ZOB entstehen. Foto: Stadt Regensburg, Stefan Effenhauser

Auf Plakatwänden wird gezeigt, welche Möglichkeiten zur Steigerung der Aufenthaltsqualität im bislang eher unattraktiven Bahnhofsumfeld die Planer erarbeitet haben. Es gibt Varianten für  die Verkehrsführung des Autoverkehrs, Ideen für die Parkanlage, den zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), die Stadtbahntrasse, den Radverkehr und eine Tiefgarage am Hauptbahnhof. Auch gibt es wohl schon Vorschläge zur architektonischen Umsetzung einiger Projekte. Im 2. Stock des Thon-Dittmer-Palais kann jeder – egal ob Stadt- oder Landkreisbewohner – sich über die bisherigen Lösungsansätze informieren, eigene Vorschläge einbringen oder sich mit Planungsexperten austauschen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Der Wirsingturm soll fallen

Nachdem es am Kepler-Areal, zwischen Albertstraße und Ernst-Reuter-Platz, lange Zeit so aussah als würde sich gar nichts tun, bewegt sich seit Ende 2019 einiges. Der Abriss der Gebäude ist in vollem Gange. Dem Evangelischen Siedlungswerk (ESW), das für die Abbrucharbeiten verantwortlich ist, spielt der relativ milde Winter in die Karten. Wenn alles nach Plan läuft, kann eine Sprengung des als „Wirsingturm“ bekannten Hochhauses am 23. Februar einen weiteren Zeitvorteil verschaffen. Je eher das Gelände für die Stadt verfügbar ist, desto schneller kann mit dem Bau des Interims-ZOB begonnen werden.

Projekt Interims-ZOB

Derzeit wird mit einem Baubeginn Anfang 2021 gerechnet. Die Bushaltestellen sollen aus der Bahnhofstraße provisorisch auf die frei werdende Fläche des Kepler-Areals, die angrenzende Albertstraße und in die Maximilianstraße verlagert werden. Es sind 11 Haltestellen für den Stadtbusverkehr (Gelenkbusse), 13 Haltestellen für den Regionalbusverkehr und 1 Haltestelle für den Altstadtbus notwendig.

Interims-ZOB – Auswirkungen auf Autofahrer und Nutzer des ÖPNV
Interims-ZOB Regensburg
Grafik: Blizz /OpenStreetMap
  • Für den Interims-ZOB muss nicht in den Altbestand der Bäume des Alleengürtels eingegriffen werden. Das Provisorium soll auf den bereits zuvor bebauten – also versiegelten – Flächen entstehen.
  • Die Haltestellen für die Regionalbusse, welche heute zum Großteil in der gesamten Bahnhofstraße angeordnet sind, werden in die südliche Maximilianstraße und Albertstraße (Bustreff) verlagert.
  • Die Haltestellen für die Stadtbusse werden auf den (dann) zurückgebauten Flächen des Ernst-Reuter-Platzes (ehem. Kepler-Areal) sein. Dies ist notwendig, weil die Umsteigebeziehungen zwischen den Stadtbussen am häufigsten sind und der Umstieg kurz, barrierefrei und sicher sein muss. In der heutigen Albertstraße würde durch die zusätzlichen Regionalbusse zu viel Verkehr sein.
  • Einige Stadtbusse halten weiterhin an den Haltestellen entlang der Galgenbergbrücke. So bleibt die wichtige Nord-Süd-Achse erhalten.
  • Für die Erschließung des Interims-ZOB ist ein angedeuteter Kreisel im bestehenden Straßenraum am Ernst-Reuter-Platz vorgesehen.
  • Da ein wichtiger Haltestellenbereich des Interims-ZOB in der südlichen Maximilianstraße geplant ist und dafür sichere Umsteige- und Fußgängerbeziehungen nötig sind, kann hier und in der östlichen Albertstraße kein Autoverkehr mehr stattfinden. Dieser Bereich ist nur noch für Busse und Taxen erreichbar.
  • Auch werden Autos den Bahnhofsvorplatz nur noch anfahren, jedoch nicht mehr entlang der Bahnhofstraße queren können. Die Bereiche östlich und westlich vom Bahnhofsvorplatz dienen der Anlieferung und „Kiss and Ride“.
  • Die westliche Albertstraße wird für den Busverkehr in beide Richtungen geöffnet, damit der Interims-ZOB von allen Seiten anfahrbar bleibt. Daher wird die Albertstraße nur noch für Anliegerverkehr frei und für diesen von und in Richtung Westen befahrbar sein.
  • Die Nord-Süd-Achse, entlang der D.-Martin-Luther-Straße und der Galgenbergbrücke, bleibt für den Autoverkehr unverändert. Auch die Ost-West-Achse bleibt über den Ernst-Reuter-Platz bestehen. Die Altstadt mit den Parkhäusern Petersweg und Dachauplatz kann weiterhin gut erreicht werden.
Interims-ZOB – Auswirkungen auf Fußgänger und Radfahrer

Der zentrale Bahnhofsvorplatz und der angrenzende, südlichste Teil der Maximilianstraße werden frei für Fußgänger und Radfahrer sein. Auf das Gelände des Interims-ZOB gelangen die Fußgänger über die bestehenden Fußwege.

Das gesamte Bahnhofsumfeld ist für Fahrradfahrer frei. Ob eine Zwischenlösung für sichere und überdachte Fahrradabstellanlagenmit Schließfächern im direkten Bahnhofsumfeld möglich ist, wird durch die Stadt geprüft.

Was kommt nach dem Interims-ZOB?

Ist der geplante ZOB zwischen Galgenbergbrücke und Hauptbahnhof schließlich in Betrieb, wird der Interims-ZOB zunächst zurückgebaut. Was dann auf die „Briefmarke“ am Ernst-Reuter-Platz gebaut wird, ist noch nicht klar. Die Stadtführung und die Koalition haben sich zunächst eine „Denkpause“ verordnet. Zeit genug, um sich ausgiebig Gedanken zur weiteren Nutzung zu machen, haben die Politikerinnen und Politiker.

Mehr Infos dazu, wie die Stadt das Bahnhofsareal vom Durchgangsort zum attraktiven Stadteingang machen will, unter www.regensburg.de.


Das Bahnhofsumfeld
  • 500 Busbewegungen an Werktagen
  • 15 Stadtbuslinien (10 bis 20 Minutentakt) + 31 Regionalbuslinien (20 bis 60 Minutentakt)
  • 38 Millionen Fahrgäste des RVV (ca. 104 110 pro Kalendertag), davon 23 Millionen (ca. 63 014 pro Kalendertag) im Stadtbusverkehr (2017)
  • bis zu 40.000 Autos
  • bis zu 30.000 Fußgänger
  • bis zu 12.000 Radler
  • 10 Bereitstellungsplätze für Regionalbusse, um die betrieblichen Abläufe und notwendige Ruhepausen sicherzustellen.

Claudia Böhm

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