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Regensburg & Landkreis

E-Scooter in Regensburg Tretroller mit Elektroantrieb nehmen langsam auch in der Domstadt Fahrt auf

Regensburg – Noch gehören sie nicht zum gewohnten Stadtbild in Regensburg – E-Scooter. Seit Mitte Juni sind sie auf deutschen Straßen erlaubt. Die Verkaufszahlen schießen seitdem in die Höhe. Aber welche Verkehrsregeln gelten? Und wie funktioniert das Miteinander in der Altstadt?

Von Claudia Böhm

Schätzungsweise eine viertel Million Elektro-Scooter sind seit diesem Sommer auf deutschen Straßen und Radwegen unterwegs. In anderen Ländern gehören sie bereits länger zum Straßenbild. In Regensburg sind die Kleinfahrzeuge noch eine Seltenheit. Da gibt es schon mal neugierige Blicke, wenn eins davon durch die Gassen der Altstadt rollt.

Klar ist: Das Kopfsteinpflaster ist nicht der bequemste Untergrund für die umweltschonenden und klimafreundlichen Fahrzeuge. Man wird ganz schön durchgerüttelt. Außerdem ist es nicht ganz ungefährlich, wenn man als E-Scooter-Fahrer vor dem Hauptbahnhof vom unvermittelt endenden Fahrradweg auf die Straße wechseln und sich die Fahrbahn mit Pkw und Bussen teilen muss. Radfahrer kennen das.

Die günstgsten E-Scooter-Modelle bekommt man schon für unter 200 Euro. Hier lässt der Komfort allerdings zu wünschen übrig und nach einer Runde über den Domplatz ist man ausreichend durchgerüttelt. Für den doppelten Preis erhält man schon deutlich bessere Modelle, die auch in Sachen Reichweite mehr bieten. Im Schnitt kommt man mit einer Akkuladung (aufgeladen wird an der normalen Steckdose) zwischen 20 und 30 Kilometer weit. E-Scooter sind also keine Langstreckenfahrzeuge, sondern vielmehr dazu gedacht, kürzere Distanzen zu überwinden, wie „die letzte Meile“ zwischen Bahnhof und Arbeitsplatz.

Lösung für die letzte Meile

Zusammenklappen und einsteigen – E-Scooter können im Zug mitgenommen werden können. Foto: Nadia Werner

Weil sie weniger groß und sperrig sind als ein Fahrrad und sich leicht zusammenklappen lassen, sind E-Scooter gut für die Mitnahme in Bus und Bahn geeignet. Die Beförderungsbedingungen sind zwar noch nicht bei allen Verkehrsbetrieben klar geregelt, aktuell arbeite man aber an einer deutschlandweiten, möglichst einheitlichen Lösung, so eine Sprecherin des Eisenbahnunternehmens agilis. Bei agilis werden E-Scooter wie Fahrräder gehandhabt: Klappbare E-Scooter im zusammengeklappten Zustand gelten wie Handgepäck. Fahrgäste dürfen sie im Zug ohne zusätzlichen Fahrschein mitführen. Für nicht klappbare Modelle ist dagegen ein eigenes Ticket notwendig.

Platzsparende Alternative

Der Gedanke an Klima und Nachhaltigkeit gilt als Argument für Elektromobilität. Auch zügiges Vorankommen und ein gewisser Fahrspaß sprechen für die Elektro-Zweiräder als Fortbewegungsmittel. Insbesondere in Städten wie Regensburg, in denen der Raum für Verkehrsmittel begrenzt ist und Parkplätze knapp, bieten sich E-Bikes oder E-Scooter als Alternative an. Sie stoßen keine Abgase aus, sind umweltschonend und leise. Letzteres kann aber auch als Nachteil gesehen werden: „Man hört sie nicht kommen“, gibt ein Passant auf dem Neupfarrplatz zu bedenken, nachdem eben ein Elektroscooter in Schrittgeschwindigkeit an ihm vorbeigefahren ist.

Viele blicken dem Gefährt interessiert hinterher. Ein Ehepaar aus Nürnberg, das für ein Wochenende in der Domstadt zu Besuch ist, wundert sich weniger über den Tretroller als generell über die Koexistenz der unterschiedlichen Fortbewegungsmittel. „In anderen Städten dürfen Radfahrer nicht in die Fußgängerzone, aber hier scheint das zu funktionieren.“

Von den Erfahrungen anderer Städte profitieren

Derzeit ist die Resonanz auf E-Scooter in Regensburg positiv. Noch ist ihre Zahl hier überschaubar. In Großstädten wie Hamburg oder Berlin, in denen Verleih-Firmen massenweise E-Scooter anbieten, gibt es jedoch auch kritische Stimmen und Unfälle häufen sich. Der Deutsche Städtetag forderte deshalb am Montag „klarere Spielregeln“, denn viele betrachteten die Fahrzeuge eher als Spielzeug denn als Verkehrsmittel.

Etwas Verständnis füreinander, gegenseitige Rücksichtnahme und die Einhaltung von Verkehrsregeln – mehr ist nicht nötig, damit alle sicher unterwegs sein und gesund ankommen können.


Verkehrsregeln für E-Scooter

  • Mindestens 14 Jahre alt muss man sein, um mit dem E-Scooter auf die Straße zu dürfen.
  • Die Höchstgeschwindigkeit für zugelassene Modelle beträgt 20 km/h.
  • Ein Führerschein ist nicht notwendig, auch eine Helm-pflicht besteht nicht.
  • E-Scooter sind versicherungspflichtig. Für ein Jahr Versicherungsschutz werden rund 30 Euro fällig. Plaketten zum Aufkleben gibt es beim Kfz-Versicherer. Wer ohne Kennzeichen auf öffentlichen Wegen oder Plätzen unterwegs ist, macht sich strafbar.
  • E-Scooter dürfen nur auf Radwegen fahren. Gibt es keinen Radweg, muss man auf die Straße ausweichen. Dies gilt in Ortschaften und außerhalb.
  • Übrigens: Anders als bei Fahrrädern und E-Bikes gelten für E-Scooter dieselben strengen Promille-Grenzen wie beim Autofahren.

Ein noch ungewohntes Bild auf der Steinernen Brücke in Regensburg: E-Scooter, die zur ökologischen Mobilitätswende beitragen sollen. Foto: Nadia Werner

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