Ein Leibniz-Zentrum für Regensburg Universitätspräsident: „Ein Meilenstein für die Immunmedizin in Deutschland und weltweit“

Teilen Sie diesen Artikel

Regensburg -Als künftiges Leibniz-Zentrum für Immuntherapie will das Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie künftig in neue Sphären bei der Krebsbehandlung vorstoßen.

Die Entscheidung ist ein wissenschaftlicher Ritterschlag: Das Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie (RCI) wird 2022 als „Leibniz-Institut für Immuntherapie“ Teil der renommierten Leibniz-Gemeinschaft. Bundesweit gibt es weniger als einhundert dieser Spitzen-Forschungseinrichtungen. Das Votum der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern sichert nach Angaben der Regensburger Universität „die langfristige Bund-Länder-Finanzierung der exzellenten Forschungsarbeit des Instituts zum Wohle vieler erkrankter Menschen und stärkt nachhaltig den Wissenschafts- und Medizinstandort Regensburg“.

Bund und Länder werden den Etat des Instituts, jährlich rund neun Millionen Euro, ab dem kommenden Jahr gemeinsam finanzieren. „Wir können damit nicht nur internationale Spitzenforschung betreiben, sondern auch unsere Grundlagenforschung in neue Immuntherapien für bisher nicht heilbare Krankheiten wie Krebs, Autoimmunerkrankungen und chronische Entzündungen überführen“, sagt RCI-Direktor, Professor Philipp Beckhove. Das RCI konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Immuntherapien gegen schwere Erkrankungen. Die Erkenntnisse der Regensburger Wissenschaftler sollen unter anderem dabei helfen, künftig die Volkskrankheit Krebs viel erfolgreicher als bisher zu bekämpfen.

Biologen, Biochemiker und Mediziner entwickeln auf dem Campus des Universitätsklinikums Regensburg Methoden, mit denen man menschliche Immunzellen genetisch verändern kann. Damit kann die Krebsbehandlung in neue Sphären vorstoßen: Spricht beispielsweise ein Krebspatient mit einem fortgeschrittenen Tumor nicht mehr auf herkömmliche Therapien an, sollen gentechnisch modifizierte Immunzellen des Körpers dazu gebracht werden, „einen intelligenten Cocktail von Wirkstoffen freizusetzen“, sagt RCI-Direktor Professor Beckhove. Erste Belege für die „beeindruckende Wirksamkeit des Ansatzes“ gebe es bereits. „Das Immunsystem des Erkrankten wird dazu gebracht, selbst den Tumor zu zerstören.“

In seiner wissenschaftlichen Arbeit setzt das RCI, gegründet im Jahr 2010, auf besondere Nähe zur Patientenversorgung im Universitätsklinikum Regensburg. Das hat zwei Vorteile: Neuerungen können rasch in Therapien umgesetzt werden. Umgekehrt fließen auch Erkenntnisse aus der Behandlung unmittelbar in die Forschungsarbeit ein.

Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler würdigte die Entscheidung in einer ersten Reaktion als einen „großartigen Erfolg“ für das „wissenschaftliche und wirtschaftliche Potenzial des immunmedizinischen High-Tech-Standorts Bayern“. Der Regensburger Universitätspräsident Professor Dr. Udo Hebel nannte die Entscheidung einen „Meilenstein“ auf dem Weg Regensburgs zu einem „Exzellenzstandort für Immunmedizin in Deutschland und weltweit“. (obx)

Dieser Lauf ist mehr als Sport – er verbindet!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.