Europaweites Projekt zum jüdischen Kulturerbe zieht positive Bilanz Auf Abschlusskonferenz

Thomas Rosenberger bereitet eines der original jüdischen Gerichte zu, die für das Kochbuch „Jüdische Küche Erzählt“ in Regensburg gesammelt wurden. Foto: Bilddokumentation Stadt Regensburg, Peter Ferstl

Regensburg – REDISCOVER – der Titel des EU-Projekts, in dem sich die Welterbekoordination der Stadt Regensburg gemeinsam mit neun Städten der Donauregion nun schon seit 2018 engagiert, steht für die „Wiederentdeckung und Inwertsetzung des verborgenen jüdischen Erbes in der Donauregion“. Noch bis Mitte 2021 läuft das Projekt innerhalb des Interreg Danube Transnational Programms, das zum Großteil über den European Regional Development Fund (ERDF) finanziert wird. Am 27. und 28. April 2021 fand die Abschlusskonferenz von REDISCOVER mit circa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im digitalen Raum statt.

Der Hintergrund des Projekts ist, dass die jüdischen Gemeinden der Donauregion aktuell im Hinblick auf ihr kulturelles Erbe vor großen Herausforderungen stehen: Vor allem mittelgroße Städte mit einem kleineren Anteil an erhaltenem jüdischen Kulturerbe tun sich bei der Vermittlung ihres kulturellen Erbes oft schwer. Das Ziel von REDISCOVER war es, einen Weg zu finden, das jüdische Kulturerbe wieder zu entdecken und Angebote zu entwickeln, dieses lebendig und zeitgemäß zu kommunizieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Einige dieser Angebote sind schon bald verfügbar: „Neben einem bereits veröffentlichten, an Corona angepassten Stadtrundgang zu jüdischen Spuren in Regensburg veröffentlichen wir demnächst ein besonderes Kochbuch mit originalen jüdischen Rezepten, die wir in Regensburg gesammelt haben“, erläutert Lorenz Baibl, der Leiter des Amtes für Archiv- und Denkmalpflege. „Auch auf das Projekt-Handbuch und das innovative Theaterstück „Kamemereyt“, was auf Yiddisch so viel wie „Gedenken“ bedeutet und am Welterbetag Premiere feiern wird, können wir uns freuen.“ All diese Aktivitäten zeigen: Das jüdische Erbe ist ein wertvoller Teil der Regensburger Stadtgesellschaft und das nicht nur in der Vergangenheit, sondern vor allem in der Gegenwart.

Kulturreferent Wolfgang Dersch betont: „Regensburg kann sich glücklich schätzen, diesen Schatz an jüdischer Kultur und Tradition in die Zukunft tragen zu dürfen. Deswegen werden wir auch den neuen Band der populären Kulturführer-Reihe genau diesem Thema widmen.“ Die jüdische Kultur lebt in Regensburg und kann nun auch innovativ und zielgruppengenau vermittelt werden.

Weitere Informationen zum EU-Projekt REDISCOVER finden sich im Internet unter www.interreg-danube.eu/approved-projects/rediscover und unter www.regensburg.de/welterbe.

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