Regensburg & Landkreis

Gestank, Lärm, Chaos, Dauerstau…, das muss nicht sein! Deshalb soll Regensburg eine Fahrradstadt werden, sagt Stadtrat Christian Janele CSB Regensburg setzt sich für die Mobilität der Zukunft ein

CSB-Stadtrat Christian Janele (mit Ehefrau Andrea und Tochter) kämpft für die Verkehrssicherheit der Radfahrer und eine fahrradfreundliche Stadt Fotos: T. Mauerer

CSB-Stadtrat Christian Janele (mit Ehefrau Andrea und Tochter) kämpft für die Verkehrssicherheit der Radfahrer und eine fahrradfreundliche Stadt
Fotos: T. Mauerer

Regensburg – In der Domstadt gibt es bei Weitem mehr Fahrräder als Autos. Folglich auch mehr Fahrradfahrer als Autofahrer. In einer idealen Welt hätte die Mehrheit das Sagen. Leider hat das Fahrrad keine Lobby, dem Auto gehört die Straße. Mit fatalen Folgen. Allein in den vergangenen eineinhalb Jahren kamen drei Radler im Verkehr ums Leben. Das muss das nicht sein, klagt Stadtrat Christian Janele an. Der Vorsitzende der Christlich-Sozialen Bürger (CSB) hat sich deshalb Gedanken um die Zukunft der Stadt gemacht. Und um die Sicherheit der Fahrradfahrer. Der Wunsch seiner Wählergemeinschaft: Regensburg soll eine Fahrradstadt werden! Wie das gelingen kann, legt Christian Janele hier dar.

Schnell, kostengünstig, platzsparend, gesund…, das Fahrrad hat viele Vorteile. Besonders in einer Großstadt wie Regensburg. Dauerstau, Chaos, Lärm und Gestank gehören längst zum täglichen Bild. Lange Zeit haben die städtischen Planer es verschlafen, die notwendigen Weichen für eine bessere Infrastruktur zu stellen. Politiker Janele will mit seiner Wählergemeinschaft diese Missstände ändern. Er fordert nachhaltiges Denken. „Radeln muss attraktiv und sicher sein, sonst machen es die Leute nicht.“ Folgende Punkte sind für die CSB wichtig.

Verkehrssicherheit

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Förderung des Radverkehrs sei die Verkehrssicherheit von Radfahrern. „Radfahren in Regensburg muss sicher sein und die Radler sollen sich als gleichrangige Verkehrsteilnehmer akzeptiert fühlen.“ Zusätzlich sollte vermehrt für gegenseitige Rücksichtnahme im Verkehr geworben werden. Das Ziel müsse sein, dass niemand wegen eines Unsicherheitsgefühls auf das Radfahren verzichte. Aus Sicht von Janele sind gegenseitiges Verständnis, Respekt und Mündigkeit aller Verkehrsteilnehmer Voraussetzung für Fahrradfreundlichkeit: „Dann erst kann man miteinander und ohne Vorurteile und Scheuklappen eine neue urbane Mobilität entwickeln, die alle weiterbringt.“

Janele: „Was wir dringend brauchen, ist ein gut ausgebautes Netz an Radlwegen!“

Die Stadt verfügt derzeit leider über kein gut ausgebautes Radwegenetz, das muss sich ändern. Wenn man z. B. von der Nibelungenbrücke runterkommt und an der Wöhrdstraße Richtung Innenstadt entlangfährt, endet abrupt der ausgebaute Radweg. Weiter geht’s durch die sehr unübersichtliche und enge Straßenführung, durch die man sich durchkämpfen muss. Gerade für Kinder ist diese Situation sehr gefährlich.“ Auch kaputte und schmale Radwege und unfaire Ampelschaltungen stören Janele. Es sollten Maßnahmen und Aktionen zur Verkehrssicherheit eingeleitet werden. Sein Vorschlag: „Rad und ÖPNV sollten in der Planung Vorrang genießen.“ Am Ende solle es bequemer sein, mit dem Rad zur Arbeit, zur Kita und zum Einkaufen zu fahren als mit dem Auto.
Sicherheit und Ausbau, aber auch Zustand der Radwege: Ist der Rad- vom Autoverkehr getrennt? Gibt‘s Fahrradschnellstraßen? Ist der Straßenbelag frei von Schlaglöchern? Ampeln sollten an die Radgeschwindigkeit angepasst werden. Verkehrsplaner müssten sich in die Radler hineinversetzen, so Janele. Dringend notwendig sei eine Trasse von der Altstadt zur Universität. Oft würde ein Eimer weißer Farbe genügen, um die Fahrbahn für Fahrradfahrer abzutrennen.

Tragische Todesfälle

Rechtsabbiegende Fahrzeuge, vor allem Lkws, werden oft zur Todesfalle. In den letzten eineinhalb Jahren verstarben drei Radfahrer in Regensburg, weil Lkw-Fahrer sie übersahen. Janele: „Tragisch ist, dass die Opfer vermeidbar wären, wenn die Politik jetzt handeln und die von der CSB im Antrag geforderten Trixi-Spiegel einsetzen würde.“

Stadtrat Janele fordert „Trixi-Spiegel“

„Trixi-Spiegel“

Der Trixi-Spiegel ist ein kleiner Konvexspiegel, der unmittelbar am Signalgeber einer Ampelanlage angebracht ist. Er dient dazu, den toten Winkel beim Abbiegen von großen Fahrzeugen möglichst zu reduzieren und damit die Sicht auf Fußgänger und Radfahrer zu verbessern. Städte, die den Trixi-Spiegel montiert haben, verzeichnen einen Rückgang der Unfälle.

CSB setzt sich für „sichere Abstellplätze mit Ladestationen“ ein

Regensburg trägt den Titel „Hauptstadt der Fahrraddiebe“. Jeden Tag werden durchschnittlich mehr als drei Fahrräder gestohlen. Daher sei ein sicherer Standort für die Fahrradunterbringung essentiell. „Viele Radfahrer wissen, dass es bei diesem Punkt oft hapert. Dazu gehört auch Stadtmobiliar wie Ständer oder Fahrradüberdachungen.“ Bei größeren Einrichtungen wie Bahnhof, Arcaden, Einkaufszentrum wäre es gut, gäbe es neben den Abstellplätzen einen kleinen Werkstatt-Service und einen Fahrradverleih. In Schließfächern könnten Einkaufstaschen, Regenkleidung oder Fahrradhelme sicher aufbewahrt werden. Ein Muss sollten Ladestationen für E-Bikes und Pedelecs sein. „Dafür wird es höchste Zeit.“ Schon im Dezember 2017 hatte der Stadtrat einen Antrag zur Einrichtung von Ladestationen im gesamten Stadtgebiet, vor allem aber im Zentrum, an Fahrradparkplätzen, öffentlichen Gebäuden, Schulen etc., eingereicht. „Leider wurde unser Antrag auf Ladestationen für E-Bikes von der Stadtführung SPD, der FDP, den Freien Wählern und den Grünen abgelehnt.“ Besonders die Grünen in Regensburg würden dieses Thema verschlafen. Unverständlich, denn Ladestationen seien ein wegweisender Schritt, dem stetig wachsenden Ansturm durch Pkws Herr zu werden. „Regensburg könnte Vorreiter für andere Städte werden.“

E-Bike-Ladestationen: Für moderne Mobilität

Fahrradbrücke

Der geplante Holzgartensteg von der Paarstraße zum Grieser Spitz ist bei den Anwohnern umstritten und sollte daher grundsätzlich nochmals durchdacht werden. „Wer aus Reinhausen oder Weichs in die Innenstadt will, hat zwei Wegmöglichkeiten: über die Frankenbrücke oder die Nibelungenbrücke. „Wenn überhaupt, sollte der Fahrradsteg gleich bis zum Unteren Wöhrd verlaufen.“ Zu bedenken sei auch, dass der Grieser Spitz eine der letzten Oasen der Ruhe im Zentrum des Welterbes sei.

Fahrradbeauftragter

„Was wir brauchen, ist ein Fahrradbeauftragter, der sich für die Bedürfnisse der Radler einsetzt, mit dem Ziel, Regensburg zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu machen.“ Seine Aufgabe sollte es sein, die Stadt fahrradfreundlicher zu entwickeln und sich für die Anliegen dieser Gruppe einzusetzen. Die CSB habe einen entsprechenden Antrag gestellt. „Es gibt zwar im Stadtplanungsamt einen Mitarbeiter, der für Nahmobilitätskoordination zuständig ist, aber leider sind in puncto ‚Fahrradsicherheit‘ bisher wenige Aktivitäten erkennbar. Es darf nicht sein, dass Neubaugebiete aus dem Boden gestampft werden und dabei Fahrradwege vergessen werden, wie z. B. beim Dörnberg.“ Deshalb fordert die CSB einen eigenen, unabhängigen Fahrradbeauftragten, der sich ausschließlich mit dem Thema Fahrrad befasst. Der Fahrradbeauftragte sollte Einblick in alle Planungs- und Bauvorhaben erhalten, damit schon von Anfang an eventuelle Belange der Fahrradfahrer darin berücksichtigt werden. Sei das nicht der Fall, müsse er das Recht haben, Nachbesserungen einzufordern. Auch könnte er Anregungen der Bürger für eine radlfreundliche Stadt entgegennehmen, etwa in Form einer wöchentlichen Bürgersprechstunde. „Grundsätzlich kann er zu einem besseren Miteinander aller Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr beitragen, wie etwa mit Aktionen zur Rücksichtnahme im Verkehr zwischen Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern.“

Weniger Stau und Lärm und dadurch bessere Luft – Bürger sind gefragt

Die CSB engagiert sich für eine bessere Verkehrspolitik, insbesondere für das Radfahren in der Stadt. „Wir möchten dazu beitragen, dass Regensburg auf eine nachhaltige und zukunftsweisende Mobilität setzt und sich damit unsere Lebensqualität weiter verbessert.“ Das Ziel sei, dass Radfahrer zügiger, gesünder, komfortabler und sicherer vorankommen. „Dafür möchten wir Impulse geben, damit das Radeln in Regensburg besser funktioniert. Wir möchten das Thema gemeinsam angehen. Wir laden alle Interessierten herzlich ein mitzugestalten! Bitte melden Sie sich!“

CSB-Radl-Tag am Samstag, 30. März

Rauf aufs Radl und ab zum Radl-Tag der Christlich Sozialen Bürger (CSB) am Samstag, 30. März, auf dem Neupfarrplatz. Zwischen 11 und 14 Uhr bietet die Wählergemeinschaft mit Unterstützung des Zweiradcenters Stadler einen kostenlosen Fahrradcheck, außerdem werden von CSB-Stadtrat Christian Janele Anregungen entgegengenommen, wie Regensburg für Radfahrer noch attraktiver und sicherer werden kann. Gegen 13.30 Uhr segnet Stadtpfarrer Thomas Eckert die Fahrer und ihre Radln. Zudem haben die Bürger die Möglichkeit, ihre Ideen für das CSB-Wahlprogramm 2020 einzubringen.

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