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Regensburg & Landkreis

Grüne fordern Gratis-ÖPNV Vorschlag für „kostenlosen Nahverkehr in Regensburg“ wird abgelehnt

Foto: Das Stadtwerk Regensburg GmbH

Regensburg – Pfaffenhofen machts, auch das estnische Tallinn: Beide Städte verlangen nichts fürs Busfahren. Der Nahverkehr zum Nulltarif wird seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert. Zu teuer, nicht machbar, sagen die Kritiker. Wenn nicht jetzt, in Zeiten des globalen Klimawandels, wann dann, meinen die Befürworter. Scheint die Stunde des Gratis-ÖPNV nun gekommen? Die Grünen stehen an vorderster Front, die Gegenseite wartet bereits.

Von Mario Hahn

Mit dem EMIL kostenlos durch die Altstadt? Das könnte bald Realität werden. Aber kostenlos im gesamten Stadtgebiet Bus fahren? Dieses Vorhaben wollen die Regensburger Grünen durchsetzen. Foto: das Stadtwerk Regensburg GmbH

Pfaffenhofen: Auf allen Linien sind die Busse voller. Seit dem Start der Gratis-Fahrten Mitte Dezember 2018 hat sich die Zahl der Fahrgäste um 110 Prozent gesteigert. Der Wert ergibt sich aus einer Fahrgastzählung Anfang des Jahres.
Tallinn: Seit der Einführung des Gratisverkehrs ist die Einwohnerzahl deutlich gestiegen, um rund 34.000. Damit zahlen mehr Menschen ihre Steuern in der Hauptstadt von Estland – ein jährliches Plus von 20 Millionen Euro.
Würde auch unsere Stadt vom kostenlosen Busfahren profitieren? Würde der ÖPNV attraktiver werden? Das muss die Zukunft zeigen. Die Regensburger Grünen um Oberbürgermeisterkandidat Stefan Christoph wollen hierfür die Weichen stellen. Sie plädieren für eine Mobilitätsgarantie und für eine kostenlose Beförderung im Altstadtbus EMIL.

Zweiteres könnte schnell realisierbar sein. „Die kostenlose Beförderung auf der Altstadtlinie ist sicher eine Überlegung wert“, betont Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk. Darüber hinaus könnte man künftig auf besondere Ereignisse mit besonderen Maßnahmen reagieren. Beispiel sei der Verkehr in der Vorweihnachtszeit. „Hier ist denkbar, das Busfahren an den verkehrsintensiven Tagen kostenlos anzubieten, um mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV – zumindest an diesen Tagen – zu motivieren“, erklärt Gottschalk.
EMIL soll aber nur der Anfang sein, um den ÖPNV zu stärken, die Grünen wollen zudem eine Mobilitätsgarantie. Das Busnetz müsse optimiert werden, mit der Bahn wolle man über mehr Haltestellen und eine bessere Anbindung in die umliegenden Landkreise reden – und der ganze Nahverkehr (die geplante Stadtbahn mit eingerechnet) solle ticketfrei gestaltet werden.

Gegen den Gratis-ÖPNV gibt es starken Gegenwind.

„Ein ÖPNV zum Nulltarif würde 80 Millionen Euro Verlust pro Jahr einbringen.“ Dies erklärte RVV-Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein im September 2018, als das Thema im Presseclub heiß diskutiert wurde. Zudem müsse, führt Gottschalk weiter, „aufgrund der zu erwartenden Fahrgaststeigerungen eine Art überstürzte Weiterentwicklung des ÖPNV stattfinden. Dies wäre für Regensburg (…) sicher nachteilig.“

Auch die Regensburger FDP um den Oberbürgermeisterkandidaten Horst Meierhofer erteilt dem kostenfreien Nahverkehr aus denselben Gründen eine Abfuhr. „Die Nachfrage wird steigen, aber die Kapazitäten reichen bisher nicht aus, um dieser Nachfrage ausreichend gerecht zu werden.“

FDP-Bundestagsabgeordneter Ulrich Lechte ergänzt: „Den Eindruck zu erwecken, der ÖPNV sei beim Vorschlag der Grünen zukünftig kostenlos, grenzt an Populismus. Die steigenden Kosten können zukünftig nur durch eine Erhöhung von Steuern und Gebühren oder durch die Aufnahme von Schulden finanziert werden.“
Hier wollen die Grünen den Staat mit einbeziehen. Christoph: „Der Bund könnte finanziell aushelfen, wie er es bereits bei kostenlosen ÖPNV-Modellprojekten wie zum Beispiel in Bonn macht.“

Wie auch immer… Manche Ideen brauchen eben ihre Zeit.

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