Halbe Million mehr „Zuagroaste“ in Bayern bis 2038 Raum Regensburg mit Sogwirkung

Halbe Million mehr „Zuagroaste“ in Bayern bis 2038 Raum Regensburg mit Sogwirkung

Regensburg / Fürth – Obwohl die Sterbefälle die Geburten bei weitem übertreffen, wird es im Jahr 2038 viel mehr Menschen in Bayern geben als heute. Das liegt vor allem an der Zuwanderung. Vom Bevölkerungswachstum „profitieren“ besonders Städte wie Regensburg und deren Umland, der ländliche Raum verliert Bewohner.

Von Mario Hahn und Claudia Böhm

Vor Kurzem trat Innenminister Joachim Herrmann in Fürth vor die Mikrofone und verkündete, was das Bayerische Landesamt für Statistik berechnet hatte: Die Bevölkerung im Freistaat wächst weiter, die Zahl der Kinder nimmt zu, noch stärker steigt die Zahl der Senioren und die Entwicklungen verlaufen in den einzelnen Regierungsbezirken unterschiedlich. Das sind die wesentlichen Ergebnisse der neuen Bevölkerungsvorausberechnung für alle bayerischen Kreise bis zum Jahr 2038. Demnach wird eine Einwohnerzahl Bayerns von 13,60 Millionen erwartet, die um knapp 525.000 höher liegt als Ende des Jahres 2018 und damit einem Plus von 4,0 Prozent gegenüber dem heutigen Stand entspricht.

Regional unterschiedliche Entwicklungen

Die demographische Entwicklung wird regional unterschiedlich ausfallen: Während größere Städte und angrenzende Landkreise ein überdurchschnittliches Wachstum erwartet, werden die Bevölkerungszahlen in ländlichen Gebieten trotz anhaltender Wanderungsgewinne eher stagnieren oder zurückgehen. Bayernweit wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung in den kommenden 20 Jahren von heute 43,8 auf 45,9 Jahre steigen.

“Wir brauchen zum einen für die Kinder mehr Kindergärten und Schulen, mehr Erzieher und Lehrer, zum anderen für die Senioren auch mehr Pflegeeinrichtungen und mehr Pfleger. Außerdem setzen wir uns für gleichwertige Arbeits- und Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land, also in allen Teilen Bayerns, ein.”  – Joachim Herrmann,
bayerischer Innenminister

Joachim Herrmann. Foto: Kurt Fuchs

Wenn die bisherigen Trends zu Geburten, Sterbefällen und Wanderungen anhalten, werden die Regierungsbezirke Schwaben (+5,1 %), Niederbayern (+4,3 %) und Mittelfranken (+2,5 %) vom Bevölkerungswachstum profitieren, während die Oberpfalz (+1,8 %) und Unterfranken (-1,8 %) ihr derzeitiges Niveau in etwa halten können. Für Oberfranken (-4,0 %) werden voraussichtlich moderate Bevölkerungsverluste zu verzeichnen sein.

Vor allem die Metropolregion München wird auch in Zukunft aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stärke unverändert eine Sogwirkung entfalten. So wird die Landeshauptstadt 2038 fast 1,61 Mio. Einwohner haben und damit rund 136.000 Personen mehr als 2018.

Stadt und Landkreis Regensburg wachsen weiter

In der Oberpfalz werden ein starkes Bevölkerungswachstum für den Landkreis und die Stadt Regensburg sowie eine insgesamt stabile Bevölkerungsentwicklung für den gesamten Regierungsbezirk erwartet. Ausgehend von 1,11 Mio. Einwohnern wird ein Plus von circa 1,8 % erwartet, das rund 19.000 Menschen entspricht. Damit würden die vor einigen Jahren noch erwarteten Bevölkerungsverluste deutlich moderater ausfallen.

Dennoch wird sich die Bevölkerung in den einzelnen Bezirken sehr ungleichmäßig entwickeln: Stadt und Landkreis Regensburg wachsen beispielsweise sehr deutlich um 5,9 bzw. 8,2 % und zusammen um fast 25.000 Personen, während die Personenzahlen in einigen nördlichen Kreisen bzw. kreisfreien Städten rückläufig sein werden, am stärksten im Landkreis Tirschenreuth mit -7,7 %.

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Claudia Böhm

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