Regensburg & Landkreis

Helfen, begleiten, aber auch Trost spenden Professor Dr. Franz-Josef Helmig spricht über die Aufgaben des VKKK

Das VKKK-Elternhaus ist ein Meilenstein für den Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Fotos: VKKK

Regensburg – Am 12. Januar 1989 wurde der Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder (VKKK) in Lappersdorf gegründet. Nun, 30 Jahre später, hilft der Verein nach wie vor kranken Kindern, deren Eltern und Familien. Finanziell, materiell oder „einfach nur“ durch Gespräche. Professor Dr. Franz-Josef Helmig, 1. Vorsitzender des VKKK, blickt auf die Zeit zurück.

Von Matthias Dettenhofer

Blizz: Was sind die Kernaufgaben, die der VKKK für die Region übernimmt?

Prof. Franz-Josef Helmig

Professor Dr. Franz-Josef Helmig: Wenn Kinder wegen Krebs im Krankenhaus behandelt werden müssen, entsteht um die eigentliche Krankheit herum eine Menge von Problemen und Fragen: Wie werden zusätzliche finanzielle Lasten gestemmt? Wer kümmert sich zuhause, auch um die restliche Familie, wenn ein Elternteil oder beide dringend in der Nähe des schwerkranken Kindes sein müssen. Wo können sie wohnen, wenn sie weit weg sind? Vor dreißig Jahren haben die Gründer des VKKK diese Fragen ganz nah in ihrem Umfeld erfahren. Sie waren sozial hochsensibel und sind hilfreich eingesprungen bei den Familien.
Als dann in Regensburg die Kinderonkologiestation eröffnet wurde, vermehrten sich diese Probleme. Die Gründer sahen sich anderswo um und stellten fest, dass vieles mit einem solchen Verein sehr gut gelöst werden kann. Und das tun wir seit dreißig Jahren.

Wie haben sich diese in den vergangenen 30 Jahren verschoben? Sind mehr Themen dazu gekommen?

Die meisten Kinder überleben. Sie brauchen aber noch viele Jahre Hilfe um mit ihrer Vergangenheit fertigzuwerden. Wenn die Kinder nicht überleben und verwaiste Familien zurückbleiben, brauchen diese ganz besondere Fürsorge und Unterstützung. Die Probleme der Station sind nicht weniger geworden, weil der Krankenhausbetreiber Kindermedizin zu oft über den Erwachsenenleisten schlägt: Keine kindgerechte Spielbetreuung, keine spezifischen Angebote für zum Beispiel Malen oder Musizieren. Das tun wir.

Was sind die wichtigsten Meilensteine, welche der Verein in den vergangenen Jahren erreicht hat?

Zweifellos am sichtbarsten ist das neue Elternhaus an der KUNO-Klinik mit fast 14.000 Übernachtungen im letzten Jahr.

Welche großen Projekte, Hürden, Aufgaben stehen für die Zukunft auf der Agenda?

Wir würden sehr gerne die Angebote für die Nachklinikzeit für Kinder und Familien verbessern: Beratung, Hilfe bei Rehabilitation und Nachsorge, vielleicht in einem eigenen Gebäude.

Macht es einen stolz oder freudig, an einem solchen Projekt mitarbeiten zu können?

Stolz nein, aber immer wieder Genugtuung, dass die Spender es uns möglich machen, unsere Arbeit auf hohem Niveau weiter zu tun. Wir nehmen nicht an einer Meisterschaft teil und können auch nicht in eine höhere Liga aufsteigen, erleben aber immer wieder die Dankbarkeit der von uns betreuten Familien.

Vielen Dank, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben und natürlich auf die nächsten 30 Jahre VKKK.

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