Im Botanischen Garten lassen sich ganz besondere Schätze entdecken Wie aus einer anderen Welt ...

Regensburg – Die Wettervorhersage für die kommenden Tage liest sich hervorragend: Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen. Wie aber die letzte Woche der Osterferien nutzen? Wie wäre es mal mit einem Besuch im Botanischen Garten der Universität Regensburg. Nirgendwo sonst in ganz Ostbayern gibt es eine größere Vielfalt an exotischen Pflanzen wie im Stadtsüden.

Von Mario Hahn

Gartenchef Volker Debus im Gewächshaus bei einer Freycinetia Insignis, eine so genannte Kletterschraubenpalme aus Java, die in ihrer Heimat von Fledermäusen bestäubt wird

Das „Reich“ von Volker Debus umfasst 4,5 Hektar (Freifläche und vier Gewächshäuser). Der Diplom-Ingenieur ist der Technische Leiter des Botanischen Gartens. Heuer feierte er sein 40. Dienstjubiläum. Aber eher still, denn Volker Debus macht um sein „Lebenswerk“ nicht viel Aufhebens. „Dieser Begriff ist mir zu hochgegriffen. Aber es stimmt schon, ich habe viel Zeit meines Lebens mit der Arbeit in diesem Garten verbracht.“ Und auf Reisen rund um die Welt, ständig auf der Suche nach exotischen Pflanzen. Volker Debus hat die Botanik in seiner DNA verankert.

Es fasziniert einen, wenn der Gartenchef bei seinen Führungen von den bis zu 6.000 Pflanzen (“Es variiert.“) erzählt, die es zu entdecken gibt. Darunter sind Exemplare von jedem Kontinent, es gibt Arten, deren Urahnen gab es schon vor zig Millionen Jahren (z. B. Küchenschellen), es gibt fleischfressende Pflanzen (z. B. Kobralilie), aber auch ganz „normale“, wie Magnolien, die mit ihrer Blütenpracht überzeugen. Es gibt auch Pflanzen, die eine Geschichte erzählen. Etwa der Kaffeestrauch (Coffea arabica), dessen Früchte an Kirschen erinnern. Die Kaffeegeschichte lautet verkürzt etwa so:

Besucher können in den Gewächshäusern allerlei grüne Gewächse entdecken

Im 17. Jahrhundert schwappte die Kaffeewelle vom Osmanischen Reich nach Europa. Der Kaffee genoss anfangs aber einen schlechten Ruf. Man sagte ihm nach, er verursache Impotenz und bedrohe das Gehirn. König Gustav III. wollte es genau wissen: der Schwede zwang zwei zum Tode verurteilte Zwillinge, in rauen Mengen Kaffee bzw. Tee zu trinken, um die Gefährlichkeit zu beweisen. Beide überlebten die begleitenden Ärzte und auch den König. „Drei bis vier Tassen am Tag sind nicht schlimm, aber eine Tagesdosis von 100 Tassen soll gefährlich sein. Ich kenne aber keinen, der so viel trinkt“, schließt Volker Debus die Geschichte.

Eine unglaubliche Geschichte von vielen. Das Schöne meines Besuches: Im Botanischen Garten lässt es sich abtauchen in eine andere, in eine florale Welt, eine Welt abseits des stressigen Alltags – und man lernt noch eine ganze Menge. Kinder und ihre Familien werden ihre wahre Freude haben.

 

Öffnungszeiten des Botanischen Gartens

■ Die Freiflächen sind von Montag bis Mittwoch von 7 bis
16 Uhr geöffnet, am Donnerstag von 7 bis 15.30 Uhr, am Freitag von 7 bis 14 Uhr.

■ Der Besuch der Gewächshäuser ist von 7 bis 9.15 Uhr, von 9.45 bis 12 Uhr und von 12.45 bis 15.30 Uhr möglich, am Freitag nur von 7 bis 9.15 Uhr und von 9.45 bis 12 Uhr.

■ Ostern und Ostermontag ist leider geschlossen.

Mehr Infos findet man auf der Homepage der Uni Regensburg unter www.uni-regensburg.de (Suchbegriff Botanischer Garten)

Claudia Böhm

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