In Friesheim bei Barbing wird wie in vielen anderen Gemeinden der bayerische Brauch als Tradition gelebt Der Maibaum bringt das ganze Dorf zusammen

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Friesheim – „Ho-Ruck. Und no‘amol Ho-Ruck!“. Immer wieder feuerte Martin Fischer die Burschen vom Schützenverein „Donaustrand“ an. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Friesheim befand sich damit in guter Gesellschaft. Denn in ganz Bayern wurde am 1. Mai ein besonderer Brauch gepflegt: der des Maibaumaufstellens.

Von Mario Hahn

Martin Fischer, Josef Lehner und Johann Thiel (v. li.)

Um die Hundert, Jung und Alt, haben sich beim Haus der Vereine in Friesheim eingefunden. „Heute sind es weniger als sonst. Liegt wohl am Wetter“, meint Josef Lehner, 1. Vorsitzender vom Burschenverein „Donaustrand“. Tatsächlich ist der Himmel bewölkt, dunkle Wolken drohen ihr Nass freizugeben.
Ein echter Friesheimer lässt sich von so etwas aber nicht seinen Spaß an der Tradition verderben. Schließlich gilt es, den 30 Meter langen Maibaum von der Horizontalen in die Senkrechte zu hieven. Nur mit Muskelkraft, versteht sich von selbst. Kein Problem für die Burschen.

Dafür, dass alles reibungslos gelingt, ist Martin Fischer da. Er gibt die Befehle. Er sagt, wo und in welchem Winkel die Scherstangen, oder „Schwalben“, angesetzt werden müssen, die den Baum peu à peu in Richtung 90 Grad bewegen. Das fordert viel Geschick von allen Beteiligten. Fischer trägt die Verantwortung seit zehn Jahren. „Eine große Ehre für mich“, gibt der Feuerwehrkommandant zu verstehen.
Nach Friesheim kam auch Johann Thiel. Wie jedes Jahr. Der Barbinger Bürgermeister war zuvor in Auburg, am selben Tag sollten noch zwei weitere Termine folgen. „Das Maibaumaufstellen ist in unserer Gemeinde eine schöne Tradition. Das schweißt die Dorfgemeinschaft zusammen. Auch Neubürger, etwa wenn einer aus München hierher zieht, weil er bei BMW arbeitet, nehmen daran teil.“

Nach rund zwei Stunden inklusive Pausen zwischen dem „Ho-Ruck“ , die mit bayerischer Blasmusik untermalt werden, hat der Maibaum seine angedachte Position eingenommen. Es folgt traditionell die Bayernhymne, die Menge klatscht – und begibt sich zum gemütlicheren Teil. Im Haus der Vereine in Friesheim wartet schon die Brotzeit – und das ein oder andere Bier. Nach so viel Einsatz von Muskelkraft haben es sich die Burschen vom Schützenverein „Donaustrand“ auch verdient.


Auch in anderen Dörfern und Gemeinden im Landkreis Regensburg wurden Maibäume aufgestellt:

„Ho-Ruck“ in Wörth an der Donau. Die Burschen der KLJB packten kräftig an.
FOTO: Philipp Seppenhauser
Ein Gruppenfoto nach getaner Arbeit ist in Köfering eine Selbstverständlichkeit. FOTO: Manuel Hagen
Vorm Barbinger Rathaus versammelten sich die Vereine der Ortschaft
In festlicher Tracht tanzten in Donaustauf die Dorffrauen um den imposanten Maibaum. FOTO: Robert Eigenstetter
In Brennberg stellt der Trachtenverein „Burglinden-Brennberg“ den Maibaum auf. FOTO: Christian Beiderbeck
In Diesenbach ist der Burschenverein „Immergrün“ für das Aufstellen zuständig. FOTO: Markus Fischer
Auch in Hunderdorf im Landkreis Straubing-Bogen wurde der bayerische Brauch befolgt. FOTO: Jennifer Grüll
In Grafenwinn halfen Feuerwehr und Stammtisch „Die Zünftigen“ zusammen . FOTO: Harald Brandl
In Hungersacker-Weihern wurde heuer ein 25 Meter langer Baum aufgestellt. FOTO: Albert Groß

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