„In Regensburg wird die Zukunft der Mobilität getestet“ Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach hat sich im Gewerbepark über das Modellprojekt „Emilia“ für autonome Shuttlebusse informiert

In Regensburg sind bald autonom fahrende Shuttle-Busse unterwegs Foto: Hanno Meier

Regensburg – Autonom fahrende Shuttlebusse werden salonfähig in Deutschland. Nun probt auch Regensburg deren Alltagstauglichkeit. Bayerns Digitalministerin zeigte sich bei ihrer Stippvistite in der Stadt begeistert von den Roboter-Bussen.

Von Mario Hahn

Autonomes Fahren, alternative Antriebe und voll vernetzte Fahrzeuge gelten als Schlüsselelemente des Individualverkehrs von morgen. Im öffentlichen Personenverkehr sind die sogenannten „People Mover“ groß im Kommen. Aachen, Stuttgart, Gera, Leipzig, Passau… deutschlandweit erproben derzeit zahlreiche Kommunen autonom fahrende Busse.
Die Straße zur schönen neuen Welt der Mobilität verläuft auch nach Regensburg. Dorthin zog es kürzlich Bayerns Digitalministerin Judith, um sich vom Modellprojekt „Emilia“ einen Eindruck zu verschaffen. Denn demnächst sollen zwei fahrerlose Busse testweise Fahrgäste auf einer Ringlinie im Gewerbepark befördern.
Gerlach, sich der Bedeutung ihrer Stippvisite bewusst, erklärte: „In Regensburg wird die Mobilität der Zukunft getestet. Dieses Modellprojekt ist ein beeindruckendes Beispiel, wie mit Hilfe von digitalen Lösungen künftig Verkehr effizienter organisiert werden könnte.“ Das Regensburger Stadtwerk.Mobilität sei mit diesem innovativen Versuch auf dem richtigen digitalen Weg.

Manfred Koller, Geschäftsführer von das Stadtwerk.Regensburg, Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg, Judith Gerlach, Bayerische Ministerin für Digitales, Marco Krakowitzer, Projektleiter „Emilia“ bei das Stadtwerk.Mobilität, Roland Seehofer, Geschäftsführer des Gewerbeparks Regensburg (v. li.)Foto: Hanno Meier

Die beiden Roboter-Busse sollen im Rahmen eines zweijährigen Pilotprojektes im Gewerbepark getestet werden. Geplant ist eine 1,1 Kilometer lange Ringroute mit sieben Haltestellen. Werktags zwischen 11 Uhr und 15 Uhr sollen dort Fahrgäste im 5-bis-10-Minuten-Takt kostenlos den Shuttledienst nutzen können. In den letzten Wochen erfolgte die Einmessung der Strecken mit Testfahrten in Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughersteller Navya und dem TÜV Nord. In einem nächsten Schritt sollen jetzt Begleitpersonen geschult werden, die die beiden ansonsten fahrerlosen Busse in dieser Entwicklungsphase noch begleiten müssen. Im Anschluss soll die Testphase mit Fahrgästen starten.

 

Interview mit Manfred Koller, Geschäftsführer von das Stadtwerk.Mobilität:
Manfred Koller
Foto: Hanno Meier

Herr Koller, wann geben Sie den Startschuss für die autonom fahrenden Shuttlebusse?
Manfred Koller: Wir sind an dieser Stelle maßgeblich vom weiteren Pandemie-Geschehen abhängig. Aktuell konnten wir auf Grund der hohen Inzidenzwerte unser künftiges Fahrpersonal nicht schulen. Dementsprechend konnten wir auch noch nicht offiziell den Betrieb aufnehmen, weil bei jeder Fahrt ein geschulter Operator für Notfälle im Fahrzeug sein muss. Wir gehen derzeit davon aus, dass wir im Frühsommer offiziell starten können. Unter welchen Bedingungen und mit wie vielen Fahrgästen, die sich gleichzeitig im Shuttle aufhalten dürfen, lässt sich allerdings heute noch nicht genau sagen.

Werden in naher Zukunft Passagiere so durch das ganze Stadtgebiet befördert?
Wir wollen das gewonnene Wissen natürlich künftig auf anspruchsvollere Strecken übertragen. Unsere Vision ist es, weitere Projekte mit voll automatisierten Bussen zu starten – beispielsweise in einem Stadtteil, Wohnquartier oder aber als Zu- und Abbringer zu einer zukünftigen Stadtbahnhaltestelle. Der großflächige Einsatz solcher autonomer Fahrzeuge zur Beförderung von Passagieren ist sicherlich nicht in den kommenden drei bis fünf Jahren realistisch. Aber für die Zeit danach bin ich überzeugt, dass selbstfahrende Fahrzeuge immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Deshalb ist es mir besonders wichtig, dass wir auch in Regensburg früh dabei sind und Erfahrungen sammeln.

Noch herrscht große Unsicherheit bzgl. der Sicherheitsfrage. Würden Sie in einem „Roboterbus“ mitfahren?
Ich bin sehr überzeugt von dem technologischen Fortschritt, der hier in den letzten Jahren gemacht wurde, und die Sicherheit der Fahrgäste und der Verkehrsteilnehmer steht hierbei stark im Vordergrund. Vorerst muss zudem auch noch für Notfälle ein Operator aus Fleisch und Blut im Fahrzeug sein. Autonom wird das Fahrzeug erst dann unterwegs sein, wenn wirklich alles völlig reibungslos und sicher verläuft. Da ist noch einiges an Entwicklungsarbeit zu leisten, die wir zusammen mit Regensburger Technologiefirmen leisten. Das heißt, dass man sich zu jeder Zeit sehr sicher fühlen kann. Ich freue mich also schon jetzt sehr auf meine erste Fahrt mit Emilia.

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