Kein Segen für homosexuelle Paare Regensburger Bischof Voderholzer begrüßt die Erklärung aus dem Vatikan

Aktualisiert vor 4 Wochen von Daniel Popp

Rom/Regensburg – Standesamtlich heiraten können homosexuelle Paare in Deutschland seit dem 1. Oktober 2017 – den kirchlichen Segen erhalten sie aber nicht, das bekräftigte nochmals die Glaubenskongregation des Vatikan. Der Regensburger Bischof Voderholzer begrüßt die Entscheidung aus Rom. Es hagelt aber auch Kritik.

Von Mario Hahn

In einem „Responsum ad dubium“ (Antwort auf einen Zweifel) erklärte die Glaubenskongregation, dass Segnungen menschlicher Beziehungen nur möglich seien, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei. Unzulässig sei jede Segnungsform, die homosexuelle Partnerschaften anerkenne. Daher sehe sich die katholische Kirche nicht befugt, homosexuelle Partnerschaften zu segnen. Gott könne eine Sünde nicht segnen. Die christliche Gemeinschaft sei aber aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen zu respektieren.

Bischof Voderholzer begrüßt Vatikan-Absage
Bischof Voderholzer war der erste deutsche Bischof, der auf die Veröffentlichung des Vatikan-Schreibens reagierte. Dabei begrüßte er die Entscheidung. Dem Regensburger Bischof zufolge knüpft die Glaubenskongregation damit an die Lehre des Papst-Schreibens „Amoris laetitia“ an, in der es heißt: „Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn.“ Mit der Weisung, Analogien und Ähnlichkeiten mit dem Ehebund auch im weiteren Sinne zu vermeiden, sei die Segnung von Verbindungen homosexueller Personen ausgeschlossen, so Voderholzer.

Scharfe Kritik am Nein zur Segnung Homosexueller
Scharfe Kritik an der „unsäglichen Entscheidung“ und an dem „Versuch Roms, von oben her weltweit Glaubens- und Sittenregeln zu verordnen“, äußerte die Reformbewegung „Wir sind Kirche“. Damit trage der Vatikan dazu bei, dass die in vielen Ländern nach wie vor bestehende Diskriminierung homosexueller Menschen bis hin zur Gefängnis- und Todesstrafe als gottgegeben angesehen werden könne, sagte ein Sprecher der Bewegung.
Übrigens: In der evangelischen Kirche sind solche Segnungen schon weit verbreitet, vielerorts gibt es auch kirchliche Trauungen für Homosexuelle. (Quelle: dpa)

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Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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