Klimanotstand in bayerischen Wäldern Dürren, Stürme, Schädlinge: 26,5 Mio. Kubikmeter Schadholz in Bayerns Forst

Regensburg – Die IG BAU schlägt Alarm: Immer mehr heimische Bäume könnten Dürren, Stürmen und Schädlingen zum Opfer fallen – wenn nicht deutlich mehr für den klimagerechten Umbau der Wälder getan wird. Wie man sich als Besucher im Wald verhalten sollte, um nicht noch größere Schäden zu verursachen, erklärt der Deutsche Jagdverband.

Von Claudia Böhm

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium haben die Waldschäden in Bayern zuletzt stark zugenommen. Extreme Wetterlagen und Schädlinge wie der Borkenkäfer werden bis Jahresende eine Waldfläche von 16.100 Hektar vernichtet haben. „Auch wenn zuletzt mehr Regen fiel als in den Vorjahren, bleibt die Lage für die Bäume dramatisch. Neben den besonders anfälligen Monokulturen aus Fichten und Kiefern trifft es mittlerweile sogar die Buche“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Oberpfalz, Christian Lang.

Pflanzung angepasster Baumarten könnte helfen

Um die Wälder für den Klimawandel zu wappnen, müssten zusätzliche Mischwälder angelegt und an den Klimawandel angepasste Baumarten angepflanzt werden. „Das aber ist eine Mammutaufgabe, für die es viel mehr Personal im gesamten öffentlichen und privaten Forst braucht als bislang“, betont er, auch im Hinblick auf den Landkreis Regensburg.

Der Nachholbedarf beim Waldumbau sei enorm, wie die letzte Bundeswaldinventur zeige. Danach machen Nadelbäume – ein Großteil davon in Monokulturen – fast zwei Drittel der 2,6 Millionen Hektar des bayerischen Waldes aus.

Kleiner Wald-Knigge

Im Sommer zieht es viele Erholungssuchende in den kühlen Wald. Dort ist das Wohnzimmer vieler Wildtiere. Der Deutsche Jagdverband gibt Tipps für den Aufenthalt:

  • Da Wildtiere Menschen auch in nächster Nähe nicht als Gefahr wahrnehmen, sollten Hunde gut erzogen sein, denn ein Reh, das unvermittelt den Waldweg quert, weckt schnell den Jagdinstinkt. Über eine mögliche Leinenpflicht informiert das Ordnungsamt.
  • Für Mountainbiker oder Reiter gibt es oft ausgeschilderte Routen. Infos dazu gibt es beim Tourismusverband.
  • Autos und Motorräder sind in den meisten Wäldern verboten. Sie sollten nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden, denn heiße Katalysatoren können trockenes Gras schnell entzünden.
  • Abfall hat im Wald nichts zu suchen. Bereits kleinste Glasscherben oder Drähte können Lebensgefahr für Waldbewohner bedeuten.
  • Beeren, Pilze und Kräuter können für den Eigenbedarf gesammelt werden. Um Krankheiten vorzubeugen, vor dem Verzehr gründlich waschen.

Claudia Böhm

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