Kommt jetzt der ungeregelte Brexit? Gescheiterte Abstimmung über Brexit-Abkommen verunsichert Ostbayerns Wirtschaft

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Nachdem das britische Unterhaus gegen das Brexit-Abkommen zwischen UK und der EU gestimmt hat, bereitet sich Ostbayerns Wirtschaft auf das schlimmste Szenario vor: den ungeregelten Brexit. „Nicht für jedes Unternehmen wird Großbritannien als EU-Drittland attraktiv bleiben“, prognostiziert der Außenwirtschaftsexperte der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim, Markus Huber.

Solange keine Regelungen herrschen, drohen den Unternehmen im bilateralen Handel mit der Insel hohe Zollkosten, nicht planbare Abfertigungszeiten an den Grenzen und ein Ende des freien Personenverkehrs. „Es bleibt jetzt wenig Zeit, um dennoch eine Übergangslösung zu finden. Ansonsten können die Firmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr so einfach nach Großbritannien entsenden und Zulieferteile werden an den Häfen in Dover oder Ramsgate feststecken“, warnt Huber. Dennoch will der Experte die Zuversicht nicht verlieren. „Der Handelsnation Großbritannien wird an guten Geschäftsbeziehungen gelegen sein, nur bis ein Freihandelsabkommen abgeschlossen ist, wird viel Zeit vergehen.“

IHK und Zoll informieren Firmen

Für alle Eventualitäten empfiehlt die IHK den Unternehmen, sich im UK-Geschäft vertraglich abzusichern. So sollten etwa Verträge in Euro abgeschlossen und unvorhergesehene Mehrzahlungen beim Zoll der britischen Seite zugerechnet werden.

Unter www.ihk-regensburg.de/brexit informiert die IHK Unternehmen laufend zum Brexit und bietet praktische Handlungsempfehlungen und Checklisten. Bei Infoveranstaltungen mit dem Hauptzollamt am 21. Februar in Regensburg und am 27. Februar in Weiden finden die betroffenen Unternehmen Antworten auf drängende Fragen im Geschäft mit UK. Weitere Infos und Anmeldung unter www.ihk-regensburg.de/veranstaltungen

Handelsvolumen sinkt weiter

In der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim pflegen 266 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen Geschäftsbeziehungen nach Großbritannien. Der Schwerpunkt liegt im Export und dort in den Branchen Maschinenbau, Metallerzeugnisse und elektronische Bauelemente. Die Außenwirtschaftsexperten rechnen mit einem stetig sinkenden Handelsvolumen. Das Vereinigte Königreich ist aktuell Deutschlands fünftwichtigster Handelspartner und der fünftwichtigste Exportmarkt Deutschlands, 2016 war es noch der drittwichtigste. Seit Januar 2018 sind die Ausfuhren nach UK im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast vier Prozent zurückgegangen.

 

Endspurt beim Brexit-Handelspakt

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