Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt in Barbing Flutpolder: „Milliardenschwerer Irrsinn“

Barbing – Es brauche einen konkreten Hochwasserschutz und keine „Phantom“-Polder. Das machte der Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt bei einem kommunalpolitischen Informationsaustausch mit den Gemeinderäten der Fraktion Freie Wähler/BürgerForum Barbing und dem Kreisrat und Neutraublinger Stadtrat Harald Stadler klar. Gotthardt bekräftigte, dass es darum gehe, alle Bürger in Bayern mit größtmöglicher Effizienz vor Hochwasser zu schützen. „Wir alle wollen ein hochwasserfreies Bayern. Viel zu lange wurde zu wenig gemacht.“ Bis die Flutpolder wirklich funktionsfähig seien, würden noch viele wertvolle Jahre vergehen, sagte Gotthardt. Außerdem fehle die Verhältnismäßigkeit, denn der Bau würde mehrere Milliarden Euro verschlingen. Vor 2040 gebe es wohl keinen funktionsfähigen Polder. Ihm gehe es deshalb darum, den Hochwasserschutz sofort anzugehen und entsprechend in den Blick zu nehmen. Kreisrat und Neutraublinger Stadtrat Harald Stadler erklärte, dass er weiterhin auf die Zusagen des damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und dessen Nachfolger Markus Söder in der Polderthematik setze. Seehofer hatte im Jahr 2015 zugesagt, dass die Flutpolder nicht gebaut werden, wenn daraus eine Verschlechterung der Grundwassersituation resultieren werde. Dieses Versprechen erneuerte Söder 2018 – und sagte zu, dass alle Aspekte vor einem Polderbau intensiv und ergebnisoffen geprüft werden. Stadler betonte: „An diesen Zusagen ist Ministerpräsident Markus Söder nun zu messen.“ Die Barbinger Gemeinderäte nutzten das Gespräch mit Gotthardt, um ihre Gegenargumente gegen die Polder vorzubringen. Demnach seien u. a. negative Auswirkungen auf das Grundwasser zu erwarten. Die Gemeinderäte Karl-Heinz Haslbeck und Hans-Peter Landsmann sprachen von einem „milliardenschweren Irrsinn“, denn nachhaltiger Hochwasserschutz beginne in der Fläche. „Wir kämpfen hier weiter für sinnvolle Lösungen und gegen die Polder.“ Gotthardt versicherte, er werde bei Umweltminister Thorsten Glauber auf einen baldigen Gesprächstermin drängen.

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Claudia Böhm

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