Markt Regenstauf Naherholung vor den Toren von Regensburg

Der Schlossberg, das Wahrzeichen von Regenstauf. Das einzigartige Ambiente hoch oben auf dem Schlossberg Regenstauf wurde durch das Konzept „Geschichte trifft Natur“ mit Informationscenter rund um die Natur und die Geschichte des Schlossberges, mit dem Aussichtsturm, einer Gaststätte mit Aussichtsplattform, zwei Ritterspielplätzen und Rundwanderwegen aufgewertet. Foto: Christian Hierl

Regenstauf – Vom Landschaftlichen her braucht sich das Regental rund um Regenstauf nicht zu grämen. Ganz im Gegenteil, die Gegend ist äußerst lebenswert. Das wussten bereits die Menschen der Bronzezeit und siedelten dort. Auch heute noch begeistert die größte und nördlichste Gemeinde im Landkreis Regensburg mit ihren Reizen. Selten lässt sich schöner „Natur pur“ genießen als im Markt Regenstauf. Versprochen!

Von Mario Hahn

Gibt es eine größere Weihe, als vom Dichterfürsten höchstpersönlich geadelt zu werden? Selbst Johann Wolfgang von Goethe war fasziniert von Regenstauf und setzte dem Ort, den er am 4. September 1786 von Karlsbad kommend durchfuhr, ein literaturhistorisches Denkmal in seinem Reisebericht „Italienische Reise“.

Auch Thomas Mann hat eine besondere Beziehung zu Regenstauf. Im Jahr 1906 war er Fahrgast in einem Schnellzug, der im Bahnhof von Regenstauf auf einen Güterzug auffuhr. Der Literaturnobelpreisträger beschrieb in seiner Erzählung „Das Eisenbahnunglück“ von 1909 dieses Ereignis.

Ramspau
Foto: Susanne Kammerer

Wenn diese beiden bedeutenden deutschen Persönlichkeiten heute nach Regenstauf kommen würden, würden sie hier eine Auszeit nehmen. Denn ob neben, auf oder im Wasser, rund um Regenstauf kann man „Natur pur“ genießen. Von Wandern, Walken oder Radfahren, Skaten über Boot fahren, Schwimmen, Stand-up-Paddling bis hin zu Angeln, im Regental um Regenstauf ist dies alles möglich.

Im Zentrum des Marktes „thront“ der Schlossberg, das Wahrzeichen von Regenstauf. Eine Erkundungstour in der einzigartigen Natur und die Wanderwege rund um den Schlossberg, das Infocenter, der Ritterspielplatz und die Schlossberg-Gaststätte laden ein zu einem perfekten Familienausflug. Gekrönt wird der Tag dann mit einer Besichtigung des Schlossbergturms mit einem atemberaubenden Blick über das Regental.

Viele weitere Wanderwege, wie z. B. der Burgensteig oder der Hasen-, Eichhorn- oder Amselweg in unterschiedlichen Längen sind ein wahres „Eldorado“ für Wanderer. Die Zille in Marienthal verbindet die Wanderwege links und rechts des Regens und erinnert an frühere Zeiten. Auch die westlichen Ortsteile eignen sich für Wanderbegeisterte. Ausgehend von Steinsberg führen viele Wege in den Schwaighauser Forst. Auch zahlreiche ausgeschilderte Strecken des Waldvereins Regensburg führen durch das Gemeindegebiet.
Die Flussbäder „Valentinsbad“ sowie die vielen Bademöglichkeiten bieten im Sommer eine willkommene Abkühlung. Hier kann man in naturbelassener Umgebung „abtauchen“ und entspannen.

Mit dem Boot oder Kanu das artenreiche Regental aus einer anderen Perspektive erkunden, mit Blick auf die Burgen „Hof am Regen“, „Stefling“ und das Golddorf Ramspau mit seinem Schloss und der Kirche im neoklassischen Stil – das wird sicherlich ein Tagesausflug, den man so schnell nicht vergisst.

Der Regen mit seinen Altwassern und stehenden Gewässern ist ein wahres Paradies für Angler. Aal, Barsch, Hecht und Waller sind nur Beispiele für die Artenvielfalt, die der Regen bereithält.

Verschiedenste Ausflugslokale in Regenstauf und seinen Ortsteilen bieten von gut bürgerlich bis international alles was den Gaumen erfreut. Sie sind nicht nur Zwischenstopp oder Ziel vieler Radwanderer, die auf dem Naab-Regen-Radweg oder dem Regentalradweg den Markt Regenstauf passieren. Viele Gourmets von nah und fern sind Stammgäste der Regenstaufer Gastronomie.

Geschichte des Marktes Regenstauf

Schlossbergturm Regenstauf
Schlossbergturm. Foto: Stefan Gruber

1326 erfuhr Regenstauf die Erhebung zum Markt. Doch erst 1470 wurden dem Markt Regenstauf durch Herzog Albrecht IV von Bayern Wappen und Siegel verliehen. Nachdem die ursprüngliche Urkunde durch nicht genau nachvollziehbare Ereignisse – möglicherweise Brand – verloren ging, stellte Pfalzgraf Philipp Ludwig am 26. Juli 1614 eine neue Urkunde über die Marktrechte aus. Diese Übertragung von Rechten und Freiheiten wirkt bis in die heutige Zeit nach. Hier liegt der Ursprung der vier Marktsonntage (Oculimarkt am 15. März 2020, Maimarkt am 3. Mai 2020, Kirchweihmarkt am 18. Oktober 2020 und Wintermarkt am 29. November 2020), die in Regenstauf jährlich stattfinden.

Mehrere Einfälle der Hussiten zwischen 1423 und 1433, Heimsuchungen durch die Pest, viele Brände, darunter ein Großbrand im Jahr 1781 und Belagerungen zahlreicher Kriege zerstörten immer wieder weite Teile von Regenstauf. Auch der Landshuter Erbfolgekrieg ging nicht spurlos an Regenstauf vorbei. Der pfälzische Ritter von Eyb zerstörte 1504 die Burg auf dem Schlossberg. Wegen Abtragung der Ruine für Baumaßnahmen sind heute nur noch eine fast 90 Meter tiefe Zisterne und eine Andeutung des Burggrabens übrig.

eitlbrunn
Eitlbrunn. Foto: Christian Hierl

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges fand Regenstauf durch die Einführung der Poststrecke Regensburg – Regenstauf – Teublitz – Schwandorf ab 1671 dann regelmäßigen Anschluss an das öffentliche Transportwesen. Mit der Eröffnung der Bahnlinie Regensburg – Schwandorf – Amberg – Nürnberg am 12. Dezember 1859 vollzieht sich nicht nur der Anschluss an die Reisewelt, auch eine bemerkenswerte Industrialisierung im Bereich des Regenstaufer Bahnhofs setzte in dieser Zeit ein. Betriebe wie die Heidelbeerweinkellerei Pfannenstiel, die Ziegelei Puchner, die Fabriken für Dachpappen oder Rohrmatten, aber auch holzverarbeitende Unternehmen erreichten überörtliche Bedeutung. Nicht minder wichtig für die Stellung von Regenstauf vom 19. bis ins 20. Jahrhundert hinein war die Einrichtung des Landgerichts 1812 im heutigen Kultur- und Mehrgenerationenhaus, das 1862 zu einem Amtsgericht für 31 Gemeinden wurde.

Das heute gut ausgebaute Kinderbetreuungs- und Schulangebot blickt ebenfalls auf eine bemerkenswerte Geschichte zurück. Zwischen 1841 und 1902 trugen die „Armen Schulschwestern“ und die Gemeinde durch den Bau eines Schulzen-trums in der Bahnhofstraße und Klostergasse dem erhöhten schulischen Bildungsbedarf Rechnung. Und 1870 eröffnete ein kirchlicher Kindergarten.

Nahm Regenstauf im Ersten Weltkrieg, abgesehen von nicht wenigen Gefallenen, keinen baulichen Schaden, endeten die schrecklichen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges für den Ort am 24. April 1945 mit der Einnahme im Kampf durch das 14. Infanterieregiment in der 71. US-Infanteriedivision der 3. US-Armee unter General George S. Patton.

 

850 Jahre Steinsberg – ein Grund zum Feiern

Mit einem Fest rund um die Alte Hofmark mit abwechslungsreichem Bühnenprogramm feiert der größte Ortsteil des Marktes Regenstauf sein 850-jähriges Bestehen. Viele namhafte Partybands und Musiker haben ihre Wurzeln in dem musikalischen Dorf und umrahmen die Feierlichkeiten, ganz nach dem Motto: Von Staosberger Musikern fürs Staosberger Jubiläum.

Nähere Informationen zu beiden Festen: www.regenstauf.de oder 09402/509-76/16.

Historisches Bürgerfest von 4. bis 5. Juli 2020 in Regenstauf

Zwei Tage lang wird sich das moderne Regenstauf im historischen Gewand zeigen! Zum Auftakt am Samstag wird ein Festzug durch Regenstauf marschieren. Zudem verzaubern ein Mittelalterlager und Gaukler die Gäste. Auf vier Bühnen sorgen Bands verschiedener Musikrichtungen für beste Unterhaltung.

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