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Ratgeber, Regensburg & Landkreis

Mehrweg statt Einweg: Gewerkschaft stellt riesiges Einsparpotenzial für Regensburg fest Besser leben ohne Plastik: Tipps gegen Müll

Macht endlich Schluss mit Plastik! Mehrweg statt Einweg: In Stadt und Landkreis Regensburg könnten 30 Millionen (!) Plastikflaschen pro Jahr eingespart werden Foto: Anut21ng Photo/AdobeStock

Regensburg – Bei einer großen Aufräumaktion im Sommer wurde es deutlich sichtbar: Regensburg hat ein Müllproblem. Besonders Plastik belastet die Umwelt und damit langfristig auch den Geldbeutel. Ganz darauf zu verzichten, ist möglich, aber ein umweltfreundlicher Lebensstil geht auch einfacher. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert nun Hersteller und Handel auf, die gesetzliche Mehrwegquote einzuhalten, um Pfand-Berge aus Plastik zu verhindern.

Von Claudia Böhm

Eimerweise hatten die Aktivisten den Müll am Ende des Cleanup Days auf dem Platz am „Schwammerl“ aufgereiht. Unmengen von Plastik- und anderem Müll waren innerhalb weniger Stunden zusammengekommen. Und das mitten im Welterbe.
Für die Umwelt ist Plastik besonders belastend, weil nur wenig von dem oft unnötigen Einwegkunststoff wiederverwertet werden kann. Jeder Deutsche produziert ungefähr 37 Kilogramm Plastikmüll pro Jahr: muffige Käseverpackungen, Duschgelbehälter, in Folie verpacktes Gemüse und PET-Flaschen.
Zwei Drittel der Wasserflaschen, die in Deutschland verkauft werden, bestehen aus PET. Dahinter verbirgt sich der Stoff Polyethylenterephthalat – ein Kunststoff aus der Familie der Polyester. 400 Jahre dauert es, bis eine PET-Flasche zu Mikroplastik wird. Dass PET-Flaschen gesundheitsschädliche Weichmacher enthalten, stimmt übrigens nicht, wie das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) auf seiner Webseite erklärt.

Etwa ein Drittel des weltweit produzierten Kunststoffs gelangt unkontrolliert in die Umwelt. Angeblich nimmt jeder von uns über Mikroplastik wöchentlich eine Kreditkarte auf

Standard-Mehrwegflaschen für Wasser?

Wer seine Flaschen im Supermarkt zurückgibt, geht davon aus, dass das Material wiederverwertet wird. Doch nur aus etwa einem Viertel der alten PET-Flaschen werden neue Flaschen hergestellt. „Einwegflaschen drücken massiv auf die heimische Umweltbilanz. Denn die Plastikflaschen, auf die es 25 Cent Pfand gibt, werden nach nur einer Benutzung zerschreddert und aufwendig recycelt“, sagt Rainer Reißfelder, Geschäftsführer der NGG Oberpfalz. Dagegen ersetzt eine 0,7-Liter-Wasserflasche aus Glas bei der Ökobilanz 37 PET-1-Liter-Flaschen. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Umwelthilfe (DUH).
In der Region Regensburg könnten pro Jahr rund 29 Millionen Einwegflaschen allein bei Mineralwasser und Erfrischungsgetränken eingespart werden – wenn Hersteller und Handel konsequent die gesetzliche Mehrwegquote einhielten. Rainer Reißfelder nennt Standard-Mehrwegflaschen, wie etwa die in Bayern verbreitete Euroflasche beim Bier, als zielführende Alternative: „Sie werden regional gesammelt und wiederbefüllt – ohne dabei weite Transportwege zurückzulegen.“
Standortvorteil: In unserer Heimat bekommen wir trinkbares Wasser direkt aus der Leitung. Eine Trinkflasche aus Edelstahl oder Glas lässt sich wunderbar auffüllen und mitnehmen. Zudem gibt es in deutschen Städten sogenannte Refill-Stationen, in denen man kostenfrei Leitungswasser in ein mitgebrachtes Gefäß füllen lassen kann. In Regensburg zum Beispiel in der Transition Base, Keplerstraße 6. Weitere Stationen unter www.refill-deutschland.de/regensburg.
Warum nicht einfach mal versuchen, ein Bewusstsein für den eigenen Konsum zu entwickeln, und nachhaltig davon profitieren?

App gegen Plastik

„Replace Plastic“ Es gibt zu viele Plastikverpackungen für Produkte des täglichen Bedarfs. Die kostenlose App „ReplacePlastic“ sagt Plastik den Kampf an. Einfach den Code von Produkten über Smartphone oder Tablet scannen, dann teilt die App dem Unternehmen mit, dass man sich für diese Produkte Verpackungen ohne Plastik wünscht.
Oder Barcode direkt über die Website www.replaceplastic.de eingeben.
Laut Anbieter wurden schon über 170.000 Produkte gescannt.

 

Drei Mal Plastik vermeiden

■ Zähneputzen: statt Standard-Plastikzahnbürsten die Alternative aus Bambus nutzen. Diese ist kompostierbar, vegan und BPA-frei.

■ Haarewaschen: Feste Haarseife statt Shampoo in Plastikflaschen verwenden. Spart Müll, ist genauso wirksam und die Seife kommt ohne Konservierungsstoffe aus.

■ Einkaufen: Im Supermarkt Obst und Gemüse in plastikfreie Tragenetze packen. Die Netze gibt es in verschiedenen Größen, sodass von der Traube bis zum Kohl alles hineinpasst. Oder gleich im Unverpackt-Laden einkaufen.

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