„Mein Ziel? Das Album vollzubringen!“ Regensburger im EM-Fieber: Klaus Theml aus Weichs sammelt und tauscht Panini-Sticker

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Von Mario Hahn

Regensburg – Ein Fußball-Event ohne Panini-Sticker? Für viele Deutsche kaum vorstellbar. Die Leidenschaft packt auch wieder Klaus Theml aus Regensburg. Bereits als Bub sammelte er die bunten Bilder und tauschte die doppelten auf dem Pausenhof.

Überall in Europa steigt das EM-Fieber. Auch Klaus Theml aus dem Regensburger Stadtteil Weichs ist unter Spannung, freut sich schon, die DFB-Elf anzufeuern. „Das Finale ist drin“, tippt er, vertraut auf sein „gutes Gefühl“.

Wie so viele in Deutschland sammelt Klaus Theml (56) parallel zum sportlichen Großereignis die bunten Panini-Sticker. Das „Jagen und Sammeln“ ist für viele ein fester, unerlässlicher Bestandteil des Turniers, vergleichbar mit dem Public Viewing oder den wehenden Deutschlandfahnen am Auto.

Tatsächlich wird in keinem anderen Land in Europa so energisch gesammelt wie in Deutschland. 76 Prozent der Befragten einer Online-Studie von Payback gaben an, eine Sammelleidenschaft zu haben. An oberster Stelle stehen Souvenirs (30 Prozent), gefolgt von Münzen (26 %) und Büchern (23 %).

Klaus Theml aus Weichs sammelt Panini-Sticker

Das Sammeln von Panini-Stickern hat für Klaus Theml eine lange Tradition. Schon als kleiner Weichser Bub jagte er den bunten Bildern mit dem Konterfei der Fußball-Stars drauf hinterher. „Mein erstes Album hatte ich bei der Weltmeisterschaft 1974.“ Damals hießen die Stars noch Netzer, Müller und Beckenbauer. Man könnte – im positiven Sinne – sagen: Klaus Theml ist vom Panini-Fieber infiziert!

Warum aber, was ist das Besondere, eine Packung aufzureißen und den Sticker ins Album zu kleben? „Es ist die kribbelnde Ungewissheit, der Reiz des Seltenen, die Euphorie der Vollständigkeit – all das zusammen!“ Es ist aber auch eine Art Zeitreise. „Man fühlt sich zurückversetzt in seine Jugend.“

Freilich gibt es auch eine weniger emotionale Erklärung für das Panini-Phänomen. Kluge Köpfe haben herausgefunden, dass die Auflösung der Neugierde positive Emotionen erzeugt, auch wenn das Resultat am Ende gar nicht so großartig ist. Man empfindet also eine Art Belohnungseffekt.

Der Gedanke an ein vollständiges Album ist die Triebfeder. Das Ziel zu erreichen, ist nicht leicht. Je näher man dem Ende kommt, umso schwieriger wird es. Rund 150 von mehr als 700 Stickern fehlen noch. Deshalb tummelt sich Klaus Theml ab sofort wieder auf dem „Pausenhof“. Nur dass sich der heute nicht mehr auf dem Schulgelände befindet, sondern auf Facebook. Dort kann man mit Klaus Theml in Kontakt treten und findet auch eine Liste seiner Doppelten.

Ein großer Sammler

■ Klaus Theml hat eine innige Verbindung zu seiner Heimatstadt. Er sammelt alte Ansichtskarten von Regensburg sowie Bierkrüge längst vergessener Brauereien. Großes Engagement zeigt er zudem beim Verein „Interessengemeinschaft Historische Straßenbahn Regensburg“.

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