Modellprojekte zur Radverkehrsförderung

Aktualisiert vor 3 Jahren von

Regensburg mit drei Projekten vertreten

Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) führt mit Unterstützung des Freistaats Bayern in ausgewählten Städten Modellprojekte zur Evaluierung von innovativen Maßnahmen zur Radverkehrsförderung durch. Wissenschaftlich vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet werden die Maßnahmen durch die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. Regensburg hat sich mit drei Maßnahmen erfolgreich bei der AGFK beworben. Bereits am 10. und 11. Juli werden nun erste Erhebungen durchgeführt.

Worum geht es?

Insgesamt werden vier Projekte landesweit untersucht: Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn, Kennzeichnung von Radwegen ohne Benutzungspflicht, einseitige Schutzstreifen für Radler und Tempo 30 in Hauptverkehrsstraßen. In Regensburg werden die nicht-benutzungspflichtigen Radwege im Hochweg und in der Puricellistraße betrachtet und probeweise in der Alfons-Auer-Straße zwischen Furtmayrstraße und Hermann-Geib-Straße Tempo 30 angeordnet.

Warum macht Regensburg mit?

Nicht erst durch den Beschluss des Stadtrats zur Förderung des so genannten Umweltverbunds im „Leitbild Energie und Klima“ verfolgt die Stadt Regensburg das Ziel einer nachhaltigen Radverkehrsförderung. Die Straßenverkehrsordnung setzt bei manchen Maßnahmen im öffentlichen Straßenraum aber sehr enge Rahmenbedingungen. So dürfen z. B. nur die in der StVO erlaubten Schilder montiert werden. Auch gilt Tempo 50 als Regelgeschwindigkeit, eine Herabsetzung auf Tempo 30 ist nicht überall möglich. Mithilfe der Modellprojekte sollen nur die Wirkungen solcher Maßnahmen untersucht werden.

Was wird in Regensburg konkret gemacht?

Radverkehr ist qua Definition in der StVO Fahrverkehr und hat das Recht, die Fahrbahn zu benutzen. Durch einen benutzungspflichtigen Radweg muss der Radfahrer auf diesen Radweg fahren und darf nicht mehr die Fahrbahn nutzen. Benutzungspflichtige Radwege sind daher nur möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Da am Hochweg und in der Puricellistraße die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, wurde die Benutzungspflicht schon vor längerer Zeit aufgehoben. Radler können wählen, ob sie die Fahrbahn oder den Radweg benutzen. Das gilt im Übrigen auch an anderen Stellen im Stadtgebiet. Sowohl viele Radler als auch viele Autofahrer kennen diese Regelung nicht. Folglich nutzt immer noch die Mehrheit der Radler die Radwege. Autofahrer wiederum reagieren oft mit Unverständnis auf Radler, die – erlaubterweise – die Fahrbahn benutzen. Im Rahmen des Modellprojekts soll nun untersucht werden, ob durch Hinweisschilder oder andere Maßnahmen eine Verbesserung bezüglich des gemeinsamen Miteinanders und hinsichtlich der Aufklärung/Information erreicht werden kann.

Es ist erwiesen, dass die Unfallschwere bei Zusammenstößen aus Tempo 30 um ein Vielfaches geringer ist als bei Tempo 50. Niedrigere Geschwindigkeiten erhöhen also die Verkehrssicherheit – nicht nur die tatsächliche, auch die gefühlte. Die Alfons-Auer-Straße ist eine wichtige Verbindung für Radler aus Burgweinting und dem Kasernenviertel in die Innenstadt und zum Hauptbahnhof. An der Hermann-Geib-Straße endet von Süden kommend die Tempo-30-Zone, in der Sternbergstraße gilt dann wieder „30“. Radler fühlen sich in dem Zwischenabschnitt oft durch schnell überholende Kfz gefährdet und weichen auf den Gehweg aus.

Was erwartet sich die Stadt Regensburg?

Die vier Modellprojekte umfassen Ideen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit allgemein und im Radverkehr im Speziellen. Durch Vorher-Nachher-Untersuchungen soll geklärt werden, ob und wie die Projekte wirken. Ziel ist es, die erfolgreichen Maßnahmen zukünftig regulär in Regensburg, bayernweit und in ganz Deutschland anwenden zu können.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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