Motor läuft auch nach 30 Jahren noch OTH Regensburg haucht der Historischen Straßenbahn neues Leben ein

Aktualisiert vor 2 Monaten von Mario Hahn

Regensburg – Nach einem 30-jährigen Dornröschen-Schlaf schlägt das Herz der Historischen Straßenbahn wieder. Der Motorentest von Jakob Hiltl war ein voller Erfolg, gleichzeitig ging für die IG Historische Straßenbahn ein Traum in Erfüllung.

Von Nadja Pohr

Im Rahmen seiner Bachelorarbeit befasste sich Jakob Hiltl, Elektro- und Informationstechnik-Student an der OTH, mit der Simulation der Antriebstechnik. Gemeinsam mit seinem Professor Dr. Bernhard Hopfensperger sowie dem Elektrotechnikmeister und Laborleiter Walter Stelzl führte er am Dienstag einen Motorentest mit entsprechenden Messungen am Triebwagen durch. „Durch die Simulation kann man das Verhalten des Motors erleben, ohne die Bahn tatsächlich zu fahren.“ erklärt Hiltl.

Jakob Hiltl, Professor Dr. Bernhard Hopfensperger und Elektrotechnikmeister Walter Stelzl (v. li.,)

 

Die Regensburger Straßenbahn ist in ihr neues Depot übergesiedelt

Jan Mascheck, Vorsitzender der „IG Historischen Straßenbahn“, freut sich sehr, dass die alte Technik noch so einwandfrei funktioniert: „Seit 30 Jahren hat der Triebwagen sich nicht mehr mit Strom bewegt und heute steht er hier und läuft.“ Auch Günther Schieferl, ehemaliger Straßenbahner mit Leib und Seele, ist begeistert: „Der Motor läuft wieder. Da geht mir das Herz auf!“ Zuletzt erlebte er vor rund 60 Jahren, dass die Tram durch Regensburg fuhr. Im Anschluss war sie in Darmstadt im Einsatz.

Jan Mascheck, Vorsitzender der „IG Historischen Straßenbahn“: „Seit 30 Jahren hat der Triebwagen sich nicht mehr mit Strom bewegt und heute steht er hier und läuft.“

Jetzt ist die letzte Station der Historischen Straßenbahn in Sicht. Nach dem erfolgreichen Motorentest wird demnächst die Restaurierung für den Triebwagen ausgeschrieben. Der Verein geht davon aus, dass die Straßenbahn Ende 2021 fertig und wieder einsatzfähig sein wird. Zunächst soll sie dann zu besonderen Events und Anlässen auf sogenannten „fliegenden Gleisen“ aufgebaut werden und den Bürgern der Stadt Freude bereiten. „Wir möchten den Regensburgern einfach ein altes Relikt aus der früheren Zeit wieder zurückgeben“, erklärt Mascheck.

Das.Stadtwerk unterstützt die Bemühungen um die fahrfähige Erhaltung mit der SFT und dem dortigen Leiter Thomas Edenharder sowie Helmut Dümler, pensionierter ehemaliger Leiter der RFT jetzt das.Stadtwerk Fahrzeug und Technik (SFT). Er erinnert sich:
“Es sind nun fast auf den Tag genau 30 Jahre, dass der Zug nach Regensburg zurückgekehrt ist. Die Speditionsfirma Schupp aus Griesheim sollte am 19./20. 11 1990 den Zug anliefern, so hatte ich es abgesprochen. Er kam dann genau eine Woche später, den Grund der Verzögerung weiß ich nicht mehr, wahrscheinlich Planung der Spedition. Der Transport kostete übrigens 5800 DM zuzüglich MwSt., den Preis des Zuges selbst habe ich nicht notiert. Man sprach von 5000 DM.
Der Zug wurde am Montag, 26.11.1990, in Darmstadt aufgeladen und traf abends gegen 20 Uhr in der Markomannenstraße ein. Da war natürlich nur noch der Tankdienst der Werkstatt da, die Abladung erfolgte am 27.11.1990 ab 7 Uhr mit Kranwagen von Sarnes. Am Mittwoch und Donnerstag darauf berichteten „MZ“ und „die Woche“ (die gabs damals noch).”
Foto: Helmut Dümler

 

 

Bürger wollen keine schienengebundene Straßenbahn

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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