Oberpfalz wächst und wird immer älter! Prognose 2039: 16.000 Einwohner mehr und ein Durchschnittsalter von 46,7 Jahren

Aktualisiert vor 1 Woche von Nadja Pohr

Regensburg – Das Bayerische Landesamt für Statistik (LfStat) hat die Ergebnisse der Vorausberechnung des Bevölkerungsanstiegs präsentiert. Bis 2039 wird der Freistaat deutlich wachsen, aber auch durchschnittlich älter sein. Dies wird auch die Oberpfalz zu spüren bekommen.

Von Nadja Pohr

Trotz der Corona-Pandemie wird Bayern auf langer Sicht den demographischen Wandel deutlich zu spüren bekommen. Nach den Ergebnissen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des LfStat wird die Einwohnerzahl im Jahr 2039 mit 13,55 Millionen höher liegen als Ende des Jahres 2019 (13,12 Millionen). Dabei unterscheidet sich die demographische Entwicklung vor allem regional: Während größere Städte und angrenzende Landkreise ein überdurchschnittliches Wachstum verzeichnen werden, gehen die Zahlen in ländlichen Gebieten voraussichtlich zurück.

Im Regierungsbezirk Oberpfalz kann von einer stabilen Bevölkerungsentwicklung (-2,5 bis unter 2,5 Prozent) ausgegangen werden. Demnach erhöht sich die Einwohnerzahl um 1,4 Prozent. Stadt und Landkreis Regensburg erleben mit 4,5 bzw. 6,3 Prozent ein deutlich stärkeres Wachstum. Auch im Landkreis Neumarkt steigt die Bevölkerungszahl in den nächsten 20 Jahren.

In einigen nördlichen Landkreisen bzw. kreisfreien Städten wird die Einwohnerzahl rückläufig sein. Unter anderem wird der Landkreis Tirschenreuth einen Rückgang von 8,1 Prozent verzeichnen und darüber hinaus mit 48,7 Jahren den höchsten Altersdurchschnitt in der Oberpfalz aufweisen.

Im Gegensatz dazu wird ein Überschuss an Geburten in der Stadt Regensburg in den kommenden Jahren dazu beitragen, dass ihre Bevölkerung auch über die Grenzen hinaus zu den jüngsten gehört. Insgesamt wird in Deutschland das Durchschnittsalter 2039 von 43,9 auf 45,9 Jahren gestiegen sein. Die Oberpfalz liege mit einem Wert von 46,7 Jahren über den Durchschnitt.

Immer mehr Senioren – aber auch genügend altersgerechter Wohnraum?

Die Gewerkschaft IG Bau warnt vor einem Mangel an Seniorenwohnungen im Landkreis Regensburg und fordert deshalb mehr Anstrengung bei der Schaffung eines altersgerechten Zuhauses: „Nur ein kleiner Teil der Wohnungen in Stadt und Landkreis ist für die rasant wachsende Generation Ü65 geeignet“, warnt der Stellvertretende Bezirksvorsitzende der IG Bau Manfred Götz.

In der Stadt Regensburg wird nach Berechnungen des renommierten CIMA Instituts für Regionalwirtschaften diese Generation bis 2035 um 30 Prozent anwachsen, im Landkreis sogar um 53 Prozent. Man müsse daher nicht nur neue Seniorenwohnungen bauen, sondern auch den Nachholbedarf bei der altersgerechten Sanierung decken. „Wenn die Rentner-Generation nicht stärker berücksichtigt wird, droht vielerorts schon in einigen Jahren eine Wohnungsnot“, betont Götz.

Dem Bund stehen im nächsten Jahr laut Haushaltsplan 130 Mio. Euro für altersgerechte Sanierungen zur Verfügung – dies wird jedoch nicht ausreichen. „Es kann nicht sein, dass ein Rentner nur deshalb ins teure Pflegeheim muss, weil eine ambulante Betreuung an der Ausstattung der Wohnung scheitert“, so Götz.

Sie kämpfen für eine lebendige Altstadt

Nadja Pohr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.