Oh, Tannenbaum auf dem Rathausplatz Zwölf-Meter-Tanne aus dem Thüringer Wald kann jetzt geschmückt werden

30 Jahre nach dem Mauerfall steht in diesem Jahr in der Vorweihnachtszeit passenderweise ein deutsch-deutscher Weihnachtsbaum vor dem Alten Rathaus. Die etwa zwölf Meter große Weißtanne stand zwar 39 Jahre lang im Regensburger Stadtteil Winzer, stammt aber ursprünglich aus der ehemaligen DDR.

Die Großmutter der Spenderfamilie lebte dort und brachte zu Weihnachten 1980 den Setzling aus dem Thüringer Wald mit. „Meine Oma war damals schon Rentnerin und durfte deshalb reisen“, erzählt die gebürtige Regensburgerin Susanne Krieger. „Als wir 1980 nach Winzer gezogen sind, hat sie uns den winzigen Baum als ‚Einzugsgeschenk‘ mitgebracht.“

Trotz seiner Familiengeschichte haben die Kriegers bereits im Sommer entschieden, den Baum 2019 für den Rathausplatz zu spenden. Ein mulmiges Gefühl trieb die Familie schon länger um: „Wir hatten Sorge, dass er uns umfällt und ein Gebäude beschädigt.“

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer freut sich über diesen besonderen Baum. „Die schöne Tanne mit ihrer deutsch-deutschen Geschichte begreife ich als ein Symbol der Freiheit und der Hoffnung. Der Baum zeigt uns, dass wahr werden kann, selbst was lange unmöglich schien. Er zeigt uns auch, welche Herausforderungen wir bewältigen können – das kann uns allen Mut für die Zukunft machen.“

Das Team des Werkhofs Regensburg stellte den Christbaum am heutigen Montag vor dem Alten Rathaus auf. Der Baum wird unter der Woche zwischen 6 und 9 Uhr sowie von 15 Uhr bis Mitternacht beleuchtet sein, am Wochenende und zwischen den Feiertagen auch ganztags.

Claudia Böhm

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