OTH Regensburg verlängert Zusammenarbeit mit TechBase Wissenschaft harmoniert mit Wirtschaft: Gute Forschung ist, wenn man sich vernetzt

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Regensburg – Die Zukunft besser und sicherer machen, mit Technologie und Know-how aus der Domstadt – daran tüfteln Wissenschaftler der OTH an der TechBase. Die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Innovations- und Gründerzentrum wurde nun um fünf Jahre verlängert.

Von Mario Hahn

In „Blackout“ von Marc Elsberg wird eine düstere Zukunft beschrieben, eine Zukunft, die angesichts der sich häufenden Cyber-Attacken nicht unrealistisch erscheint: Der Autor lässt in seinem Roman-Thriller das komplette Stromnetz in Europa nach einem Hackerangriff zusammenbrechen. Innerhalb von nur wenigen Tagen bricht überall Chaos aus, die Gesellschaft steht am Abgrund.
Ein solches Schreckenszenario zu verhindern ist die Arbeit von Dr. Jürgen Mottok und seinem Team. Der Professor leitet das „Software Engineering Laboratory for Safe and Secure Systems“ (LaS3), eine Einrichtung der OTH, die ihre Arbeitsräume in der TechBase hat. Das LaS3-Team beschäftigt sich u. a. mit dem Feld der Informationssicherheit.
Um katastrophale Zustände wie oben beschrieben zu verhindern, haben Prof. Mottok und Co. einen Kryptoprozessor entwickelt, der für eine sichere Verbindung zwischen Leitstelle und Umspannwerk sorgt. Diesen speziellen Mikroprozessor nutzt u. a. Amprion, der größte Netzbetreiber in Norddeutschland.

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Prof. Dr. Jürgen Mottok (li.), Leiter der OTH-Institution „Software Engineering Laboratory for Safe and Secure Systems“, und seine Mitarbeiter beschäftigen sich u. a. mit IT-Sicherheit

An diesem Beispiel sieht man das Früchte tragende Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Denn darum geht es bei der TechBase, dem 2016 gegründeten Innovations- und Gründerzentrum. Die TechBase soll ein Ort sein, an dem technologieorientierte Start-ups, finanziell gefördert von der Stadt Regensburg, ihre ersten eigenen Schritte wagen können, an dem Unternehmen wie etwa Continental und Forschungseinrichtungen, wie etwa von der OTH, in unmittelbarer Nähe zur Universität und Hochschule forschen und entwickeln können.

„An der OTH hätten wir uns nie so schnell entwickeln können“, betont Professor Dr. Rudolf Bierl. Er leitet die zweite OTH-Einrichtung an der TechBase, das „Sensorik-Applikations-Zentrum“, kurz SappZ.
Während bei Kollege Mottok rund 15 im Team sind, arbeiten bei Bierl rund 40 Mitarbeiter. Alles Physiker, Chemiker, Mathematiker, Informatiker… Sie entwickeln und forschen im Bereich der Sensorik und Künstlichen Intelligenz (Bierl: „Ich bevorzuge den Begriff Intelligente Algorithmen.“). Und das klingt alles sehr spannend!
Beispiel gefällig? In Zukunft pustet der Patient beim Arzt in ein Röhrchen. Ein darin befindlicher Sensor filtert aus dem Atem winzigkleine Partikel, die darüber Auskunft geben, was im Körper des Patienten schief läuft. Ob er Diabetes hat, gestresst ist oder an einer Krankheit leidet. An solchen Sensoren arbeitet das SappZ-Team.
Natürlich taucht man, um die Atemluft analysieren zu können, in einen unvorstellbar kleinen Bereich ein. „Man muss sich das Größenverhältnis folgendermaßen vorstellen: Wirft man einen Zuckerwürfel in den Bodensee, rührt um und weist den Zückerwürfel nach, bewegt man sich im Bereich von 10 hoch minus 9. Für das Nachweisen von Partikeln aus der Atemluft bewegen wir uns im Bereich von 10 hoch minus 12, also 1.000 Mal genauer.“

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Professor Dr. Rudolf Bierl, Leiter der OTH-Einrichtung „Sensorik-Applikations-Zentrum“, erläutert den Journalisten seine Arbeit

 

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