Prinz-Leopold-Kaserne ist Geschichte Am Montag beginnen die Abrissarbeiten

Aktualisiert vor 1 Monat von Nadja Pohr

Regensburg – Wo einst Soldaten zum Morgenappell antraten und salutierten, soll künftig moderner gelebt werden. Am Donnerstag präsentierte OB Maltz-Schwarzfischer die Pläne für die Umgestaltung der Prinz-Leopold- und Pionierkaserne im Stadtosten. Die Zielsetzung des Prestigeobjekts: grün, sozial, innovativ soll es werden.

Von Mario Hahn

Der Stadtosten wurde lange Zeit vergessen. Früher waren dort Soldaten stationiert, dann beschloss die Stadt aber, keine Soldatenstadt mehr sein zu wollen und setzte andere Prioritäten. Heute ist Regensburg eine Studentenstadt, die Soldaten sind längst weg und dort, wo sie einst lebten, bröselt der Putz von den Wänden.
Dabei ist das Areal der Prinz-Leopold- und Pionierkaserne städtebaulich gesehen ein Filetstück. Die Fläche liegt zentral und ist infrastrukturell bestens erschlossen. Landshuter Straße, Odessa-Ring, nicht weit das Pürkelgut – es gibt kein Grund, den Stadtosten stiefkindlich zu behandeln.

Innovationsquartier mit bezahlbarem Wohnraum

Am Donnerstag präsentierte OB Maltz-Schwarzfischer die Pläne für die Neugestaltung des 15-Hektar-Areals. „Oberstes Ziel unserer Planungen ist es, alles möglichst grün, sozial und innovativ zu gestalten.“ Hochwertiger, aber zugleich bezahlbarer Wohnraum gehöre ebenso dazu wie viel Platz für Sport, Spiel und Erholung, attraktive Gewerbeflächen sowie urbane, moderne Strukturen mit kurzen Wegen und guter Verkehrsanbindung.
Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann ging dann noch mehr ins Detail. So soll ein fünf Hektar großer Park entstehen, eine Grundschule mit Turnhalle, zwei bis drei Kitas, ein multifunktionales Bürgerhaus, eine Stadtteilbibliothek und VHS-Räumlichkeiten, Gewerbeflächen oder Gastronomie und natürlich viele moderne Wohnhäuser mit großzügigen Innenhöfen. „Davon werden mindestens 368 Wohneinheiten über die Stadtbau GmbH im sozial geförderten Wohnungsbau errichtet, die restlichen Grundstücke werden über Erbpachtrecht vergeben“, so Schimpfermann.

Staatliche Vergünstigungen erfordern zügige Arbeiten

Bereits am Montag (15.3.) rollen die ersten Bagger an. Voraussichtlich zwei bis drei Jahre wird es dauern, bis die ihre Arbeit getan und alle 37 Gebäude dem Erdboden gleichgemacht haben. Die Pionierkaserne dagegen bleibt noch bis 2024 ein ANKER-Zentrum für Geflüchtete.
Der schnelle Abbruch der Gebäude, die Entsiegelung der Flächen und der Rückbau aller Anlagen sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die Stadt. Gemäß dem Kaufvertrag mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben müssen bis spätestens 31. Dezember 2023 alle Gebäude abgebrochen sein. Ist dies nicht erfolgt, muss die Stadt für die noch stehenden Altbauten eine Nachzahlung an den Bund leisten. Aufgrund der sogenannten Verbilligungsrichtlinie des Bundes müssen außerdem innerhalb von fünf Jahren nach Erlangung des Eigentums 368 sozial geförderte Wohnungen errichtet sein. Wird dieses ambitionierte Ziel nicht erreicht, muss die Stadt diese Verbilligung in Millionenhöhe gegenüber dem normalen Kaufpreis an den Bund zurückzahlen.

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Nadja Pohr

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