Regensburg: Energiedienstleister Rewag erhöht die Preise für Strom und Erdgas deutlich Weil Strom und Erdgas im Einkauf immer mehr kosten: Rewag-Kunden müssen tiefer in die Tasche greifen

Regensburg – Schöne Bescherung für alle Rewag-Kunden. Zum 1. Januar 2020 erhöht der Energiedienstleister seine Preise für Strom und Erdgas deutlich. Für einen 4-Personen-Musterhaushalt sind das zwischen 75 und knapp 130 Euro mehr im Jahr.

Von Mario Hahn

Der letzte Mittwoch war der erste öffentliche Pressetermin für Dr. Torsten Briegel. Der 42-jährige gebürtige Schwabe ist seit 1. November offiziell Nachfolger von Olaf Hermes. In seiner ersten Amtshandlung als neuer Vorstandsvorsitzender der Rewag verkündete Dr. Briegel sogleich eine schlechte Botschaft. Es sei angemerkt, dass diese Entscheidung lange vor dem 1. November beschlossen wurde.

v.li.: Axel Rachowka (Rewag-Marketingleiter) und Dr. Torsten Briegel (Rewag-Vorstandsvorsitzender)

Konkret heißt das ab dem 1. Januar 2020 für Stromkunden:
Die Preise steigen im Grundversorgungsgebiet der Rewag (u. a. Stadt Regensburg, Stadt Neutraubling; mehr Infos unter www.rewag.de) um 1,65 Cent je Kilowattstunde (brutto). Der Grundpreis erhöht sich um 1,50 Euro pro Monat (brutto). Für einen Musterhaushalt mit vier Personen und einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden bedeutet dies einen Anstieg von 6,32 Euro (brutto) im Monat. Die Mehrkosten betragen demzufolge jährlich 75,64 Euro (brutto). Das entspricht einer Erhöhung von 7,3 Prozent.
Die Musterfamilie, die nicht im Rewag-Grundversorgungsgebiet (z. B. Nittenau) wohnt und Strom vom Energiedienstleister bezieht, muss monatlich 10,73 Euro (brutto) mehr zahlen. Die Mehrkosten betragen demzufolge 128,76 Euro (brutto). Das entspricht einer Erhöhung von 12,2 Prozent. Der größere Anstieg lässt sich darauf zurückführen, dass die Preise in den letzten zwei Jahren nicht erhöht wurden.

Konkret heißt das ab 1. Januar 2020 für Erdgaskunden:
Bei Erdgas steigen die Verbrauchspreise um 0,36 Cent je Kilowattstunde (brutto). Der Grundpreis bleibt unverändert. Somit ergeben sich für den Musterhaushalt mit einem jährlichen Erdgasverbrauch von 20.000 kWh monatliche Mehrkosten in Höhe von 5,95 Euro (brutto) im Monat. Die Mehrkosten betragen demzufolge 71,40 Euro (brutto) Das entspricht einer Erhöhung von 5,5 Prozent.

 

Die Rewag-Pressemitteilung im Wortlaut

„Zum 1. Januar 2020 wird die Rewag die Preise für ihre Strom- und Erdgasprodukte erhöhen. Insbesondere heuer sind die Einkaufspreise für Strom und Erdgas an den Energiebörsen deutlich angestiegen. Dies und immer geringere Stromdurchsatzmengen durch die örtlichen Netze bei den Privatkunden, bei gleichzeitig steigenden Unterhaltungskosten für die Verteilnetze bedingen auch eine Erhöhung des Grundpreises für Strom. Dazu kommt auch die erneut gestiegene Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). „Der Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung wirkt preiserhöhend. Zusätzlich kommen außerdem höhere Kosten für die Nutzung der Strom- und Erdgasleitungen auf uns Energielieferanten zu. Diese steigenden Kosten, vor allem aber die seit längerem stetig steigenden Preise an den Energiebörsen aufgrund steigender CO2-Preise können wir leider nicht auffangen“, so Dr. Torsten Briegel, Vorstandsvorsitzender der Rewag. „Eine wesentliche Ursache für die steigenden Netznutzungskosten ist, dass aufgrund des starken Wachstums der erneuerbaren Energien die Verteilernetze massiv aus- und umgebaut werden müssen. Immer mehr Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien liefern, müssen an das Netz angeschlossen werden. Strom aus Wind und Sonne wird außerdem zunehmend dezentral erzeugt. Deshalb muss auch das Übertragungsnetz ausgebaut werden, um den Strom zu den Verbrauchszentren transportieren zu können“, erklärte Bernhard Büllmann, Vorstandsmitglied der Rewag.
Am Beispiel der Rewag-Grundversorgungspreise lässt sich erkennen, dass bei einem Euro, der für Strom ausgegeben wird, 70 Cent davon staatlich festgelegt und gesetzlich reguliert sind. 18 Cent fallen für die Netzentgelte und die Messung an und bereits 52 Cent für staatlich geregelte Steuern, Abgaben und Umlagen. Lediglich 30 Cent sind also durch den Versorger selbst zu beeinflussen. Hierbei spielt aber vor allem der Handelspreis an den Märkten eine maßgebliche Rolle.
Eine Analogie hierzu ergibt sich bei der Zusammensetzung der Erdgaspreise: Hier sind nur gut 53 Cent eines ausgegebenen Euros durch den Versorger beeinflussbar.“

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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