Regensburg: Gartenamt fällt bis Ende Februar über 250 Bäume Jetzt kommt die Kettensäge

Regensburg – Die Mitarbeiter des Gartenamts müssen sich nun sputen. Am 1. März beginnt die gesetzliche Vogelschutzzeit. Bis dahin werden im gesamten Stadtgebiet mehr als 250 Bäume gefällt. Knapp ein Viertel davon fallen im Zusammenhang mit städtischen Bauprojekten der Kettensäge zum Opfer. Als Ausgleich wollen die Verantwortlichen im Laufe des Jahres 300 Jungbäume pflanzen.

Von Mario Hahn

Geplant sind über das ganze Stadtgebiet verteilt insgesamt 253 Baumfällungen. Auch im Bereich des Welterbes geht es Bäumen an den Kragen. Am Emmeramsplatz müssen laut Pressemitteilung zwei absterbende Linden gefällt werden, am Gutenbergplatz eine vom Sturm geschädigte Linde. Ein teilweise dürrer Trompetenbaum am Kepler-Denkmal, ein großenteils dürrer Ahorn an der Landshuter Straße sowie ein morscher Birkenstamm (Torso) am Ernst-Reuter-Platz komplettieren die Liste.
In der Mehrzahl gehe es um Bäume, die Krankheiten oder Morschungen aufweisen. Häufig seien sie von holzzerstörenden Pilzen wie z. B. dem Brandkrustenpilz oder dem Hallimasch befallen. Wegen ihres schlechten Zustandes stellen sie eine zu hohe Gefahr für die Bevölkerung dar und können deshalb nicht länger erhalten werden, erklären die Experten. Der Holzabbau durch verschiedene Pilzarten könne durchaus zu erheblichen Problemen für die Stand- oder Bruchsicherheit der Bäume führen.
Im Zusammenhang mit städtischen Bauprojekten müssen 57 Bäume gefällt werden, von denen 39 unter die Baumschutzverordnung fallen. Ein Schwerpunkt ist die Rodung von 51 Bäumen für den Erweiterungsbau der Berufsschule II an der Hermann-Geib-Straße bzw. dem Ziegelweg.
Die Regelungen der Baumschutzverordnung gelten selbstverständlich auch für städtische Arbeiten. Die Fällgenehmigung liegt für alle Bäume vor, die der Baumschutzverordnung unterliegen. Der Verlust von Bäumen muss nach der Baumschutzverordnung durch Baumpflanzungen ausgeglichen werden. Das Gartenamt erbringt diesen Ausgleich durch die Pflanzung von rund 300 Jungbäumen bis zum Jahresende. Bei den Neupflanzungen werden die Baumarten nach ihrer Eignung für die Klimaveränderungen gewählt und die Pflanzgruben entsprechend groß angelegt.

Baumkontrolle als Vorsorge

■ Regelmäßige Baumkontrollen und die laufenden Baumpflegearbeiten des Gartenamtes dienen dazu, mögliche Risiken zu mindern und Vorsorge für den städtischen Baumbestand der Zukunft zu treffen.

■ Dietrich Krätschell, Leiter des Gartenamts, verweist auf diese fortwährenden Kontroll- und Baumarbeiten seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So würden Baumerkrankungen frühzeitig erkannt und, wenn möglich, Gegenmaßnahmen ergriffen: „Manche Krankheiten können allerdings nur Fachleute erkennen. Deswegen kommt es durchaus vor, dass Bäume, die wir aus Sicherheitsgründen entfernen müssen, von Laien für gesund gehalten werden. Wir fällen jedoch keine gesunden Bäume – sie sind viel zu wertvoll und wichtig.“

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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