Regensburger Drogen-Hotspot 70 Prozent mehr Straftaten rund um den Hauptbahnhof / Videoüberwachung unerlässlich

Regensburg – Die Videoüberwachung am Hauptbahnhof durch die Polizei ist umstritten. Aber dennoch wichtig. Hier ist die Kriminalitätsrate um 70 Prozent höher als in jedem anderen Stadtteil von Regensburg.

 

Von Mario Hahn

Die Zahlen, die der Polizeipräsident Norbert Zink und der Leiter der Polizeiinspektion Regensburg Süd, Leitender Polizeidirektor Gerhard Roider, darlegten, überraschen. Im negativen Sinne.
So registrierte die Polizei 2019 in dem videobetreuten Bereich (Fläche 0,06 km2) rund um den Regensburger Hauptbahnhof per Videotechnik knapp 650 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Dies ist um den Faktor 68,1 höher als das durchschnittliche Straftatenaufkommen pro km2 für das sonstige Stadtgebiet. Dabei sind hauptsächlich Straftaten aus dem Phänomenbereich der Straßenkriminalität, wie zum Beispiel Betäubungsmittel- (276) und Körperverletzungsdelikte (142) erfasst worden.
„Neben der polizeilichen Präsenz vor Ort liefert der Einsatz von Videotechnik einen wertvollen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Sicherheit und des subjektiven Sicherheitsempfindens der Bevölkerung“, sagt Polizeipräsident Zink. Die Videotechnik im Bahnhofsumfeld wurde in den letzten Monaten modernisiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht.
Mit nun elf hochmodernen Kameras beabsichtigt die Polizei, keine Chance zur Aufklärung und Verhinderung von Straftaten – insbesondere von Gewaltdelikten – ungenutzt verstreichen zu lassen und diese im günstigsten Fall zu verhindern. Die Kameras können von der Polizeiinspektion Regensburg Süd und der Einsatzzentrale aus gesteuert werden. Ausschließlich dorthin erfolgt auch die Übertragung der Bilder.

Manchen ist die Videoüberwachung ein Dorn im Auge. Sie sehen ihren Schutz der Privatsphäre verletzt. Doch mithilfe der modernen Videotechnik lassen sich auch viele Straftaten aufklären.
Foto: Blizz-Archiv/Lorentz

 

Schutz der Privatsphäre

Ein Hauptaugenmerk der Verantwortlichen liegt beim Betrieb der Videoanlagen auf dem Schutz der Privatsphäre von Passanten. In der Regel werden nur Übersichtsaufnahmen gesichtet und erst bei konkretem Anlass die Detailansichten aufgerufen.
Auch die Speicherung erfolgt streng nach den Datenschutzrichtlinien und wird nach 14 Tagen automatisch gelöscht. Verschiedene Sicherheitseinrichtungen, wie unterschiedliche und streng angelegte Berechtigungen der Systembediener, stellen eine rechtskonforme Nutzung der Bildgebung sicher.
Der überwachte Bereich ist durch 22 Hinweisschilder weiträumig und unmissverständlich gekennzeichnet. Eine automatisierte Gesichtserkennung erfolgt nicht, war mit der Einführung nie ein Ziel und ist nach dem gültigen Polizeiaufgabengesetz auch nicht zulässig. Privatzonen, beispielsweise Fenster und Hauseingänge, sind unveränderbar geschwärzt und können nicht angezeigt werden. So ist nur die tatsächliche Überwachung des öffentlichen Bereichs gewährleistet. Außerdem erfolgt bei Versammlungen aus versammlungsrechtlichen Gründen eine Abschaltung der Anlage.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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