Regierungspräsident Axel Bartelt überreicht Rettungsmedaillen und öffentliche Anerkennungsurkunden

„Helfen ist eine Frage der Einstellung“

Regensburg – Wie schnell geht es und man findet sich in einer Lage wieder, aus der man sich selbst nicht mehr befreien kann? Leib und Leben hängt vom schnellen Eingreifen unserer Mitmenschen ab. Aus diesem Grund zeichnete Axel Bartelt, Präsident der Regierung der Oberpfalz, insgesamt 21 Preisträger für ihren selbstlosen Einsatz aus. Sie alle haben geholfen Menschen aus ihrer Notlage zu befreien oder ihre Not zu lindern.

Von Matthias Dettenhofer

„Nicht wegschauen, sondern hinschauen“, fordert Axel Bartelt in seiner Laudatio im Spiegelsaal der Regierung. Genau das haben alle Ausgezeichneten getan, sie haben hingeschaut, vielmehr noch haben sie angepackt und geholfen. Daher wurden sie mit der Bayerischen Rettungsmedaille und einer öffentlichen Anerkennung geehrt.

Bürgermeister Franz Kröninger, Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, Regierungspräsident Axel Bartelt, Christian Abraham, Reinhold Ferstl, Ulrich Lechte (MdB), Bürgermeisterin Angelika Ritt-Frank, Albert Steinberger, Kerstin Kanja, Dr. Dominika Randak, Josef Ostermeier, Barbara Ostermeier, Landrätin Tasnja Schweiger, Robert Eßberger (v. l.) Foto: Roth/Regierung Oberpfalz

Flammen schlagen aus dem Dachstuhl, als es das Telefon von Reinhold Ferstl aus Pielenhofen klingelt und er auf den Brand in seinem Haus aufmerksam gemacht wird. Geistesgegenwärtig reagiert Ferstl und läuft ins Obergschoss, wo seine Eltern wohnen. Beißender Qulam schlägt ihm entgegen und nimmt ihm Sicht und Atem. „Ich bin auf allen durch die Wohnung gekrochen und habe meine Eltern gesucht.“ Als erstes trägt Ferstl seine gehbehinderte Mutter die Treppe herunter und kehrt in die Wohnung zurück, um auch seinem Vater das Leben zu retten. Sogar den Hund holte er noch aus den Flammen. Damit hatte er sich mehrfach selbst in höchste Lebensgefahr begeben. „Darüber denkt man in dieser Situation nicht nach, man funktioniert einfach.“ Außerdem denke er, dass viele Menschen so reagiert hätten.

Bartelt zeigte sich nicht nur von Ferstls Einsatz beeindruckt, sondern auch von Christian Abraham. Der Mintrachinger rettete einen Mann aus einem brennenden Fahrzeug. Dieser war von der Fahrbahn abgekommen, gegen einen Baum geprallt und sein benzin-gasbetriebener Wagen fing Feuer. Doch auch bei Abraham war die Angst um das eigen Leben geringer, als der Drang dem Verunglückten zu helfen.

“Nicht wegschauen, sondern hinschauen und helfen”

Dass die Hilfe für Mitmenschen in Not in der heutigen Zeit beileibe kein Selbstläufer ist, verdeutlichte Regierungspräsident Bartelt am Fall des Polizisten, der vor den Arcade am Boden liegend weiter getreten wurde. „Helfen ist keine Frage des Alters, sondern der Einstellung“, forderte er zu mehr Zivilcourage auf.

Zusätzlich zu den beiden Rettungsmedaillen verlieh Bartelt auch noch Urkunden für beherztes Eingreifen. Der jüngste der geehrten war der 11-jährige Cailan Voyle aus dem Landkreis Tirschenreuth, der seinen Großvater unterstütze, nachdem dieser sich mit dem Rasenmäher verletzt hatte.
Ein weiterer Beweis dafür, dass jeder helfen kann, egal wie alt er ist.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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