Schienenausbau München-Regensburg-Prag kommt

IHK begrüßt Aufnahme der Bahnstrecke zwischen Schwandorf und Furth im Wald in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans

Bis zum Jahr 2030 soll die Fahrtzeit im Personenverkehr mit der Bahn zwischen den Metropolen München und Prag über Regensburg von über sechs Stunden auf vier Stunden und 15 Minuten gesenkt werden. Das haben heute Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Tschechiens Verkehrsminister Dan Ťok im Beisein von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt beim Bayerisch-Tschechischen Bahngipfel in Furth im Wald angekündigt. Finanziell ermöglicht wird das durch eine Aufwertung der Strecke in den so genannten Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans – wie von Minister Dobrindt auf der Konferenz zugesagt.

Bei der Podiumsdiskussion in Furth im Wald erläuterte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes (r.) das Potenzial der Güterschiene zwischen Bayern und Tschechien. Mit auf dem Bild (v. l.) Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der Konzernbevollmächtigte der DB in Bayern Klaus-Dieter Josel und der Europaabgeordnete Ismail Ertug

„Die ostbayerische Wirtschaft begrüßt es, dass diese für das Zusammenwachsen von Unternehmen und Menschen wichtige Schienenstrecke jetzt ausgebaut wird“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim, Dr. Jürgen Helmes während der Konferenz auf dem Podium gegenüber der geladenen Spitzenpolitik. „Der Ausbau der Bahnstrecke zwischen München und Prag über Regensburg, Schwandorf, Furth im Wald und Pilsen ist eine enorme Chance für die Verlagerung des Verkehrs zwischen den Nachbarländern von der Straße auf die Schiene.“

Schiene wie anno 1861

Als vor 156 Jahren erstmals Menschen zwischen München und der Moldaumetropole Prag über Regensburg, Schwandorf, Furth im Wald und Pilsen mit der Eisenbahn reisten, brauchten sie dafür rund sieben Stunden, unwesentlich mehr als heute. Aus Sicht der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim ist das der Grund dafür, warum so wenige Passagiere zwischen Bayern und Böhmen die Bahn nehmen. Das Potenzial indes wäre enorm: 325.000 Passagiere pro Jahr seien denkbar, so Experten. Erreicht werden soll die Verkürzung der Fahrtzeit auf gut vier Stunden jetzt vor allem durch die zweigleisige Elektrifizierung des Streckenabschnitts zwischen Schwandorf und Furth im Wald. Denn an diesem Schienenstrang hat sich in den letzten gut eineinhalb Jahrhunderten technisch nicht viel getan. Nachdem die Elektrifizierung zwischen Regensburg und Hof über Schwandorf laut Bundesverkehrswegeplan beschlossene Sache ist und die Tschechische Republik ihre Strecke bis zur Grenze bereits ausbaut, gilt die heutige Absichtserklärung in Furth im Wald als Lückenschluss für den europäischen Schienenverkehr.

Mehr Güter aufs Gleis

Ein Drittel des tschechischen Außenhandels mit Deutschland wird über Bayern abgewickelt. In die andere Richtung ist Bayern Tschechiens drittwichtigster Importpartner. Dabei werden 90 Prozent der Güterschiene zwischen Tschechien und Deutschland gegenwärtig über die Strecke Děčín – Bad Schongau in Sachsen abgewickelt. „Beim Transport zwischen Böhmen und Bayern sind die Unternehmen gegenwärtig vor allem auf Lkws angewiesen“, beobachtet Helmes. Er erhofft sich vom Ausbau der Schiene zwischen München und Prag eine attraktive Alternative für die Wirtschaft.

 

 

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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