Sie kämpfen für eine lebendige Altstadt Regensburger Kaufleute fordern Unterstützung von Politik, Verwaltung, Banken und Verbänden

Aktualisiert vor 1 Woche von Nadja Pohr

Regensburg – Das Verkehrskonzept und der Lockdown lassen den Handel in der Inennstadt ächzen. Alarmierend fragen die Regensburger Kaufleute: „Wo ist die Solidarität der Politik, Verwaltung, Wirtschaftsvertretungen und Verbände in den Zeiten der größten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg?“

Regensburg habe das Potenzial zur Einkaufsstadt Ostbayerns, es müsse nur zu neuem Leben erweckt werden. Das aber funktioniere nur im Einklang mit der Politik und einer ganzheitlichen Strategie. Diese aber vermissen die Kaufleute seit langem.

So stieß etwa die Ankündigung der kommunalen Politik, den Domplatz und andere Innenstadtbereiche schrittweise in eine verkehrsberuhigte Zone umzugestalten, auf Unverständnis, denn das stelle eine Verschlechterung der Erreichbarkeit dar. „Andere heben Zufahrtsverbote auf, aber bei uns wird ein veraltetes Altstadtberuhigungskonzept ohne Rücksicht auf Verluste stoisch umgesetzt“, bemängelt Bekleidungsunternehmer Armin Gebhard.

Außerdem würden Alternativen fehlen: „Was ist mit der angekündigten Mobilitätsdrehscheibe am Unteren Wöhrd? Wann ist Spatenstich? Die Zeit wird knapp! Oder fällt dieser Plan dem Sparprogramm nach der Coronakrise zum Opfer?“ Armin Gebhard fordert von der Stadtverwaltung und der Politik neue Parkplätze und Parkoptionen wie ein Parkhaus am Dultplatz oder am Jakobi-Gelände.

Klares Bekenntnis zum Einzelhandel gefordert

Der Verkehr sei aktuell aber nicht das einzige Problem für eine lebendige Altstadt. Mit attraktiven Angeboten, aufwändig gestalteten Schaufenstern und fachlich fundierter Beratung hätten die Regensburger Händler den Kampf gegen den Online-Handel schon frühzeitig aufgenommen. Doch ohne gezielte Subventionierungen würde das bislang funktionierende Räderwerk bald still- stehen. Viele Leerstände seien drohende Vorzeichen. „Gehen Sie nur durch die Pfauengasse – und Sie werden verstehen, was ich meine“, sagt Gebhard.

Der Verein fordert von den Verantwortlichen der Stadt Regensburg ein klares Bekenntnis zum Einzelhandel mit seinen Kernfunktionen für eine vitale, lebenswerte Altstadt. Angesichts der Corona-Krise wird der Hilferuf aber deutlich erweitert. Gezielt erwarten die Kaufleute einen Austausch mit dem Wirtschaftsreferat, Industrie- und Handelskammer sowie weiteren Verbänden, vor allem aber die Bereitschaft der Verantwortlichen, Subventionen zu erwirken, um das innerstädtische Herz von Regensburg am Schlagen zu halten. Ein Fixkostenzuschuss reiche nicht aus. Angesichts eines enormen Umsatzausfalls benötigten die Kaufleute auch Umsatzentschädigungen.

„Wir müssen wieder an starke Zeiten wie vor sieben Jahren anknüpfen. Die Regensburger und die Besucher aus dem Umland müssen Freude haben, regelmäßig in die Altstadt zu kommen. Den Gästen muss es einfach gemacht werden. Ein Shuttlebus vom Jahnstadion ist sicher nicht die Lösung. Wenn die Menschen von außerhalb nicht praktisch mit dem eigenen PKW in die Innenstadt kommen können, werden die Kaufwilligen noch mehr den amerikanischen Online-Monopolisten unterstützen, und die heimischen Unternehmen samt den Kommunen sehen mit dem Ofenrohr ins Gebirge“, ist sich Gebhard sicher.

Die Regensburger Altstadt ist wie leer gefegt!

Nadja Pohr

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