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Regensburg & Landkreis

Sinnvolles Konzept für Natur und Mensch BUND Naturschutz: Politik in der Bringschuld für ganzheitlichen und dezentralen Hochwasserschutz

v. li.: Dr. Josef Paukner (BN Kreisgruppe Regensburg), Dr. Christine Margraf (stellv. BN-Landesbeauftragte), Josef Stadler (BN-Ortsgruppe Wörth-Wiesent), Richard Mergner (BN Landesvorsitzender) und Georg Kestel (BN Kreisvorsitzender Deggendorf)

Regensburg – „Wir wollen einen ganzheitlichen und dezentralen Hochwasserschutz mit der Natur“, so Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz (BN). Eine Bekämpfung der Ursachen und nicht der Symptome sei daher nötig. Falsche Bodennutzung und eine verfehlte Siedlungspolitik verschärfen die Gefahren von massiven Donau-Überflutungen zudem. Der BN sieht die Politik unter Zugzwang.

Von Matthias Dettenhofer

Wohl kaum ein Thema beschäftigt die Donau-Anrainer so sehr wie der Hochwasserschutz. Klar, denn es stehen im Falle einer Überflutung Existenzen auf dem Spiel. Und auch in der Politik sorgt das Thema für Kontroversen. Polderbau ja, Polderbau nein. Seit Jahren folgt Kehrtwende auf Kehrtwende. Dabei sind Dürre, Schneemassen und immer stärkere Niederschläge und die daraus resultierenden Hochwasser klare Anzeichen für eine Klimaveränderung. „Wir befinden uns mitten im Klimawandel und danach müssen wir handeln“, sagt Dr. Josef Paukner, von der BN Kreisgruppe Regensburg.
Doch was genau versteht man unter ganzheitlichem und dezentralem Hochwasserschutz? „Wir brauchen einen besseren natürlichen Hochwasser-Rückhalt sowie einen natürlichen Regen-Rückhalt“, erklärt Richard Mergner. Heißt konkret: Deichrückverlegungen, Renaturierung von Auen und Mooren sowie eine Verlängerung des Fließwegs. Gerade letzter Punkt wird, so der BN, oft unterschätzt. Dennoch sei die Fließgeschwindigkeit ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes, gerade weil durch den Donau-Ausbau und den Bau von Staustufen massiv in die Fließgeschwindigkeit eingegriffen worden sei.
Das Thema Polder ist für die BN-Experten dabei jedoch nicht gänzlich auszuschließen, sei jedoch als alleiniges Mittel im Kampf gegen das Hochwasser unzureichend. Als Objektschutz seien Polder unstrittig. Die Kritik des BN richtet sich vor allem gegen die fiktiven Berechnungen der Rückhaltebecken und die Nichtberücksichtigung der vom BN geforderten Deichrückverlegungen. „Wir brauchen endlich ein Denken und Planen in Zusammenhängen und über einzelne Zuständigkeiten hinaus. Hochwasserschutz ist weit mehr als nur technische Maßnahmen der Wasserwirtschaft“, fordert Mergner und nimmt Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber in die Pflicht, fehlende Studien von unabhängigen Wissenschaftlern erstellen zu lassen und einen transparenten Dialog anzustoßen.

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