Smarte Unterkunft im Winter „Brücke“ macht sich stark für mobile Schlafkapseln für Obdachlose in Regensburg

Aktualisiert vor 2 Monaten von Nadja Pohr

Regensburg – Der Winter hatte arktische Nächte im Gepäck. Nicht weiter schlimm, wenn man ein eigenes Zuhause hat. Obdachlose haben keines, sie sind der Kälte hilflos ausgeliefert. Das muss nicht sein, sagt die Brücke-Fraktion und fordert für Regensburg mobile Obdachlosenschlafkapseln nach dem Vorbild der „Ulmer Nester“.

Von Mario Hahn

Es ist nicht so, dass die Stadt nichts für Obdachlose macht. In der Landshuter Straße und Taunusstraße sowie am Kreuzhof finden Hilfsbedürftige eine warme Schlafgelegenheit. Die Aufnahme ist allerdings an Bedingungen geknüpft, führt fast zwangsläufig zu einer Unterbringung in Mehrbettzimmern. Privatsphäre gibt es dort nicht. Außerdem haben einige Wohnungslose Hunde als ständige Begleiter. Die aber dürfen nicht in die Unterkünfte. „Damit wird klar, dass es trotz des bestehenden bisherigen Angebots der Stadt immer noch Menschen in unserer Mitte gibt, die gerade in der kalten Jahreszeit enormen Gefahren ausgesetzt sind“, sagt Joachim Wolbergs, Brücke-Fraktionsvorsitzender. Im schlimmsten Fall drohe sogar der Erfrierungstod.

Die Brücke will dieses Schreckensszenario mit Hilfe mobiler Schlafkapseln für Obdachlose verhindern. Als Vorbild dienen die „Ulmer Nester“, in der Stadt Ulm seit Winter 2019/20 in zweifacher Ausfertigung im Einsatz und für gut befunden. Bei dem „Ulmer Nest“ handelt sich um eine hölzerne Schlafkapsel, die wind- und wetterfest ist und die man von innen verriegeln kann. „Damit sind die Nutzer auch vor aggressiven Übergriffen geschützt, die für Menschen, die auf der Straße leben, heute leider auch zur traurigen Realität gehören“, sagt Wolbergs. Das Vorbild der „Ulmer Nester“ richte sich auch an Obdachlose mit Haustieren und schließe damit eine Lücke des bestehenden Systems.

Diese „niederschwellige Hilfe für Menschen, die aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur andere Menschen meiden und auch im Winter die Übernachtung im Freien einer Übernachtung mit mehreren Menschen oder Menschenansammlungen vorziehen“ scheint zudem kostengünstig zu sein. Laut der Homepage der Stadt Ulm betragen die laufenden Kosten etwa 5.700 Euro pro Jahr.
Nach Ansicht der Brücke-Fraktion könnte mit der Einführung mobiler Obdachlosenschlafkapseln in Regensburg demnach das bestehende Angebot für Obdachlose schnell, kostengünstig und niedrigschwellig erweitert und Gefahren für Wohnungslose im Winter könnten effektiv bekämpft werden. Der Antrag zur Anschaffung der „Ulmer Nester“ liegt aktuell auf dem Tisch der Oberbürgermeisterin.

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Nadja Pohr

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