Donau in manchen Abschnitten nicht befahrbar

Regensburg – Was war das für ein Sommer? Monatelanges Badewetter, Urlaubsfeeling an den Seen der Region. Alles perfekt, oder? Mitnichten, denn die Donauschifffahrt leidet nach wie vor an den Folgen der Hitze. Das bisschen Regen unter der Woche war bisher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Damit Kreuzfahrtschiffe und Frachter wieder regulär verkehren können, braucht es schon deutlich mehr Wasser von oben.

Von Matthias Dettenhofer

„Jetzt bin ich fast 70 Jahre alt und fahre schon ewig mit der Zille auf der Donau. Dass aber die Donau so wenig Wasser hat, habe ich in all den Jahrzehnten noch nicht erlebt“, sagt ein Fährmann in Weltenburg. Seit drei Monaten würden nun schon keine Ausflugsdampfer mehr von Kelheim zum Kloster fahren.

Niedrige Pegel legen den Schiffs-verkehr auf unseren Flüssen
beinahe lahm

Kein Einzelfall. Temperaturen weit jenseits der 30-Gradmarke und wochenlang kein bzw. viel zu wenig Regen haben den Pegel der Donau sinken lassen. „Der Wasserstand auf der Donau ist schon schwierig. Zwar helfen uns die Staustufen bei Bad Abbach oder Regensburg, den Mindestwasserstand und damit den Schiffsverkehr aufrecht zu erhalten, aber unser Flaschenhals liegt zwischen Straubing und Vilshofen“, erklärt Paul-Marcus Schäfer von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Flusskreuzfahrtschiffe können in diesem frei fließenden Donau-Abschnitt schon seit Ende Juli nicht mehr fahren.

Nicht ganz so drastisch ist es beim Güterverkehr. „Ähnlich wie im Jahr 2003 beeinflusst der sehr trockene Sommer auch die Binnenschifffahrt“, weiß Karin Moro vom bayernhafen Regensburg. Wegen des niedrigen Wasserstands und der Unwägbarkeiten in besagtem Abschnitt werden an den beiden bayernhafen-Standorten Passau und Regensburg sogenannte Leichterungen vorgenommen. „Güterschiffe können ihre Ladung an den Wasserstand anpassen. Dafür wird die Ladung auf andere Schiffe umgeladen, an Land zwischengelagert. „Teilweise kann nur noch ein Drittel bis ein Fünftel der eigentlichen Transportkapazität aufgenommen werden“, so Moro weiter.

bayernhafen Regensburg als logistisches Drehkreuz

Ein Fahrverbot für Lastenschiffe gibt es und gab es auch bei Niedrigwasser nicht. „Hier ist der Schiffsführer in der Verantwortung. Er muss entscheiden, ob er fährt. Das ist anders als bei Hochwasser, wo oberhalb eines bestimmten Wasserstandes der Schiffsverkehr per Rechtsverordnung gesperrt wird“, so Schäfer.

Eine Prognose, wie sich der Hitzesommer auf die umgeschlagenen Güter auswirkt, kann Moro nicht abgeben. „Es kann sich immer noch ändern. Wir geben unsere Umschalgszahlen immer erst zum Jahresende heraus.“ Im Jahr 2017 jedenfalls wurden im bayernhafen Regensburg, dem größten Schiffsgüterumschlag in Bayern insgesamt 3,05 Millionen Tonnen an Waren auf Schiff und Schiene umgeschlagen.

Paul-Marcus Schäfer erklärt in diesem Zusammenhang: „Vor drei Jahren hatten wir ähnliche Verkehrsverhältnisse und da mussten etwa 20 Prozent der Transportgüter auf Straße und Schiene umgeladen werden. Das hatte natürlich wirtschaftliche Einbußen zur Folge.“ Damit der Verlust für die Transportunternehmen und für die Firmen nicht zu arg ausfällt, dürfte nur noch eines helfen, nämlich: Regen.