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Regensburg & Landkreis

Stadt Regensburg präsentiert Investitionsprogramm für 2017 bis 2021

Drei dicke, volle Ordner hatten sie mitgebracht: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Finanzreferent Dieter Damminger und Stadtkämmerin Sandra Strobl (v.re.)

Stadt investiert „nachhaltig“

Erstmals über 600 Mio. Euro / Schulden ab 2020 unter 100 Mio. Euro

Regensburg – Dank sprudelnder Steuereinnahmen kann die Stadt Regensburg einen „ausgesprochen erfreulichen“ Haushalt und ein „unglaublich ambitioniertes“ Investitionsprogramm präsentierten. Parallel werden noch Schulden abgebaut.

Von Mario Hahn

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Finanzreferent Dieter Damminger und Stadtkämmerin Sandra Strobl stellten am Mittwoch den Haushaltsplan 2018 sowie die Finanzplanung 2017 bis 2021 vor. „Die Rahmendaten sind erfreulich. Im bundesweiten Vergleich steht Regensburg sehr positiv da“, so Maltz-Schwarzfischer.
Sei es bei der Gewerbe-, Ein-kommens- oder Umsatzsteuer – „überall steigen die Zahlen“. Das sei der guten wirtschaftlichen Lage zu verdanken. „Den Unternehmen in Regensburg geht es gut und wir haben keinen Grund zur Annahme, dass es in Zukunft anders sein könnte“, so Damminger. Der Finanzreferent stellte aber auch klar: „Viele sind global tätig und daher abhängig von der Weltwirtschaft.“ Wenn etwas Schlimmes passiere, könnte es die Stadt besonders treffen.
Aber noch ist alles gut. Deshalb investiert die Stadt „nachhaltig in die Zukunft“. So sind für die nächsten fünf Jahre satte 619,4 Millionen Euro eingeplant. Ein Großteil davon fließt in den Wohnbau, Verkehr und Schulen (siehe Grafik rechts). „Das ist sehr wichtig. Damit investieren wir in unser Vermögen – nämlich in die Stadt und in ihre Bürger“, betonte die Bürgermeisterin.
Wirtschaftlich geht es derzeit so gut, dass Regensburg – obwohl so viel investiert wird wie noch nie – sogar Schulden abbauen kann. Zum Jahresende 2020 werden die Kredite mit 90 Millionen Euro nur noch ein knappes Drittel des Höchststandes im Jahr 2006 mit 287,1 Mio. Euro ausmachen.

Die ausführliche Pressemitteilung der Stadt Regenburg finden Sie folgend:

Investitionsprogramm : Stadt erstmals über 600 Millionen Euro / Schulden ab 2020 unter 100 Millionen Euro

Über den Haushaltsplan 2018 und die Finanzplanung 2017 bis 2021 wird der Stadtrat am Donnerstag, 14. Dezember 2017, entscheiden. Außerdem wird er den Wirtschaftsplan der Arena Regensburg für den gleichen Zeitraum beschließen.

Investitionsprogramm 2017 – 2021

Das Volumen des Investitionsprogrammes 2017 bis 2021 liegt mit 619,4 Millionen Euro um 27,3 Millionen Euro über dem bisher gültigen für die Jahre 2016 – 2020. Im Durchschnitt sollen monatlich 10,3 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert werden.

Das Investitionsvolumen wird ausgedehnt, weil für Schulen und für Kinderbetreuungseinrichtungen zusammen 33,5 Millionen Euro mehr zur Verfügung gestellt werden. Für Schulen sind mit 117,7 Millionen Euro um 17,5 Millionen Euro mehr und für Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt und von Dritten mit 37,5 Millionen Euro um 15,8 Millionen Euro mehr eingeplant worden.

Für Bau- und Wohnungswesen, Verkehr und Hochwasserschutz sollen 190,2 Millionen Euro ausgegeben werden. Das sind 4,3 Millionen Euro mehr als im bisherigen Programm.

Die größten Einzelprojekte im Zeitraum 2017 bis 2021 sind der Neubau der Hauptfeuerwache mit 38,3 Millionen Euro (Gesamtkosten 42,2 Millionen Euro), diverse selektive Kanalerneuerungen mit 28,6 Millionen Euro (Gesamtkosten 66,3 Millionen Euro), der Neubau der Grundschule Kreuzschule mit 26,7 Millionen Euro (Gesamtkosten 28,1 Millionen Euro), Umbau- und Neubaumaßnahmen in der Städtischen Berufsschule II mit 19,1 Millionen Euro (Gesamtkosten 21,5 Millionen Euro), neun städtische Kindertagesstätten und –häuser mit 17,5 Millionen Euro sowie Investitionszuschüsse für
Krabbbelstuben und Kindergärten von Dritten in Höhe von 16,6 Millionen Euro (zehn Projekte und eine pauschale Vormerkung), der Neubau eines Zentraldepots und Archives mit 15,3 Millionen Euro (Gesamtkosten 15,8 Millionen Euro), die Entwicklungsmaßnahme Burgweinting mit 13,7 Millionen Euro, verschiedene Hochwasserschutzmaßnahmen mit 12,9 Millionen Euro (Gesamtkosten 55,0 Millionen Euro), das Kommunale Wohnraumförderprogramm mit 12,3 Millionen Euro (Gesamtkosten 12,4 Millionen Euro), der Neubau der Schule am Sallerner Berg mit 11,5 Millionen Euro (Gesamtkosten 18,4 Millionen Euro) sowie die Aufstockung und Sanierung der Grundschule Königswiesen mit 11,0 Millionen Euro (Gesamtkosten 11,5 Millionen Euro).

Insgesamt entfallen auf diese zwölf Projekte 223,4 Millionen Euro (36,1 Prozent des fünfjährigen Programmes).

Investitionen im Haushaltsjahr 2018

Im Haushaltsjahr 2018 sind für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen insgesamt 133,2 Millionen Euro veranschlagt. Die Schwerpunkte bilden das Bau- und
Wohnungswesen (45,1 Millionen Euro), die öffentlichen Einrichtungen, also die Kanäle und das Klärwerk sowie Schiffsanlegestellen und Wirtschaftsförderung (22,6 Millionen
Euro), die Schulen (17,6 Millionen Euro) und die soziale Sicherung, das sind überwiegend Kindertagesstätten, (14,5 Millionen Euro).

Die Neugestaltung des Donaumarktareals benötigt 3,1 Millionen Euro. Die denkmalgerechte Instandsetzung der Steinernen Brücke wird mit 2 Millionen Euro fortgeführt. Für das Wohnraumförderprogramm stehen 5 Millionen Euro in 2018 zur Verfügung.

In Burgweinting sind für die Entwicklungsmaßnahme 3,8 Millionen Euro und für Baugebiet Nordwest 2 Millionen Euro eingeplant.

Die Straßenbaumaßnahmen lassen sich in fünf Blöcke aufteilen.

Für Erschließungsstraßen sind 5,2 Millionen Euro (zum Beispiel Innerer Westen mit Klenzebrücke) veranschlagt. Das Straßenerneuerungsprogramm, bei dem Straßen einschließlich Geh- und Radwegen sowie Straßenentwässerungsleitungen ausgebaut und erneuert werden, und Straßenerneuerungen im Zusammenhang mit Kanalerneuerungen umfassen insgesamt 2,35 Millionen Euro. Für Oberbauerneuerungen des Odessa-Ringes, der Augsburger Straße und des Zubringers zum Autobahnanschluss Kumpfmühl werden 1,05 Millionen Euro benötigt. Die Neugestaltung der Fußgängerzone wird mit 1,5 Millionen Euro vorangetrieben. Für diverse Geh- und Radwege, die ohne gleichzeitige Arbeiten an den anliegenden Straßen durchgeführt werden wie dem Ausbau des Radweges in der Galgenbergstraße, werden 0,55 Millionen Euro eingeplant. Zusätzlich sind für die Kostenbeteiligung für die Unterführung beim Bahnhaltepunkt Prüfening 0,3 Millionen Euro veranschlagt.

Für Kanäle werden insgesamt 9,4 Millionen Euro ausgegeben, nämlich 8,2 Millionen Euro für Kanalerneuerungen und für Kanalneubauten 1,2 Millionen Euro. Im Klärwerk werden die technischen Anlagen für 2,6 Millionen Euro erneuert und verbessert. Für die Anlegestelle am Alten Eisstadion, die Ausflugsschiffe bei Abend- und Nachtfahrten nutzen sollen, sind 2 Millionen Euro eingestellt.

Für den Neubau der Grundschule Kreuzschule sind 8,6 Millionen Euro, für die Aufstockung und Sanierung der Grundschule

Königswiesen 3,7 Millionen Euro vorgesehen. Die Neuerrichtung der Kindertagesstätte Hedwigstraße erfordert 3,4 Millionen Euro und die des Kinderhauses Guerickestraße 3,0 Millionen Euro.

Am meisten Mittel in 2018 sind für den Neubau der Hauptfeuerwache mit 11,2 Millionen Euro eingeplant.

Für Investitionen in Kindergärten und Kinderkrippen von Dritten gibt die Stadt Fördermittel in Höhe von 4,7 Millionen Euro.

Einnahmen und Ausgaben des Haushaltsjahres 2018

Haupteinnahmequellen sind die Gewerbesteuer und der Einkommensteueranteil.

Der Einkommensteueranteil wird mit 96,5 Millionen Euro um 7,6 Millionen Euro bzw. 8,5 Prozent höher als in 2017 veranschlagt. Verglichen mit der bisherigen Finanzplanung 2016 bis 2020 kann nach der Steuerschätzung vom November 2017 in den Jahren 2018 mit 2020 von Verbesserungen um jeweils 3,1 Millionen Euro bis 4,4 Millionen Euro ausgegangen werden. Sofern unter einer neuen Bundesregierung eine Steuerreform erfolgt, müssten die Ansätze in der Folge dann reduziert werden. Bei der Gewerbesteuer wird für 2018 bis 2021 mit einem Aufkommen von 220 Millionen Euro bis 239 Millionen Euro gerechnet. Damit wird fast ein Drittel der Ausgaben des Verwaltungshaushaltes finanziert. Gegenüber der vorjährigen Finanzplanung liegen die Ansätze in 2018 um 5 Millionen Euro und in den Jahren 2019 und 2020 um 3 Millionen Euro bzw. 2 Millionen Euro höher.

Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer wird 2018 mit 27,38 Millionen Euro veranschlagt. Gegenüber dem Ansatz 2017 i. H. v. 21,75 Millionen Euro bedeutet dies eine Steigerung um 5,63 Millionen Euro bzw. 25,9 Prozent. Der deutliche Anstieg beruht darauf, dass zur Unterstützung von Ländern und Kommunen im Bereich der Flüchtlings- und Integrationskosten der Bund ab 2018 einen weiteren Teil der Umsatzsteuer abgibt. Diese gesetzliche Änderung bringt gegenüber der bisherigen Finanzplanung 2016 bis 2020 in den Jahren 2018 mit 2020 eine deutliche Verbesserung zwischen jeweils 9,4 Millionen Euro und 8,1 Millionen Euro.

Den größten Ausgabenblock im Verwaltungshaushalt stellen die Personalkosten mit einem Anteil von 30 Prozent dar.

Die Personalkosten im Jahr 2018 erhöhen sich auf 211,3 Millionen Euro und damit gegenüber 2017 um 9,8 Millionen Euro oder 4,9 Prozent. Der Stellenplan 2018 sieht
für die Stadtverwaltung eine Mehrung um 59,8 Stellen gegenüber dem Stellenplan 2017 vor. Wie schon bei den Investitionen werden die größten Änderungen für die Betreuung und Ausbildung von Kindern vorgenommen. So entfällt gut die Hälfte der Stellenmehrung (33,24 Stellen) auf das Amt für Schulen, das Amt für Jugend und Familie, das Amt für Kommunale Jugendarbeit und das Amt für Tagesbetreuung von Kindern.

Im Jahr 2018 bleiben die Ansätze für den laufenden Sachaufwand, also Bürobedarf, Unterhalt von Straßen, Kanälen und Gebäuden, Heizung, Reinigung, Betriebskosten von Fahrzeugen und Geräten, Mieten und dergleichen, mit 213,3 Millionen Euro auf dem Niveau von 2017.

Die Ansätze für Sozial- und Jugendhilfe belaufen sich in 2018 auf 59,9 Millionen Euro. Die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nehmen um 3,8 Millionen Euro ab. Für die Grundsicherung von Senioren und Erwerbsunfähigen werden 1 Millionen Euro und für die Grundsicherung von Arbeitssuchenden werden 0,5 Millionen Euro mehr eingeplant.

Im Verwaltungshaushalt wird durch die laufenden Einnahmen in 2018 ein Überschuss von 72,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Ab 2019 werden Überschüsse zwischen 49,4 und 68,3 Millionen Euro erwartet. Diese werden dem Vermögenshaushalt zugeführt um die hohen Investitionen zu finanzieren.

Die zweite wichtige Finanzierungsquelle ist die allgemeine Rücklage. In den Jahren 2018 bis 2021 werden dieser

135 Millionen Euro entnommen, wobei 28,3 Millionen Euro in 2018 benötigt werden.

Die Schulden der Stadt gehen von Ende 2017 bis Ende 2021 um 30 Millionen Euro auf dann 82,7 Millionen Euro zurück. Ende 2019 wird die Stadt unter 100 Millionen Euro Schulden haben. Zum Jahresende 2020 werden die Kredite mit 90 Millionen Euro nur noch ein knappes Drittel des Höchststandes im Jahr 2006 mit 287,1 Millionen Euro ausmachen. Sie werden um 25,1 Millionen Euro niedriger sein als nach der Finanzplanung 2016 bis 2020 (115,1 Millionen Euro). In erster Linie beruht dies auf der um 9,8 Millionen Euro höheren Tilgung in 2017 und der Verdoppelung der Tilgungen in 2018 mit 2020 auf insgesamt 22,8 Millionen Euro.

Der Haushaltsplan 2018 hat ein Gesamtvolumen von 905 014 250 Euro. Dabei entfallen 705 968 300 Euro auf den Verwaltungshaushalt und 199 045 950 Euro auf den Vermögenshaushalt.

 

 

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