Altötting – Caspar, Melchior und Balthasar so weit das Auge reicht – über 2.600 Sternsinger aus ganz Deutschland haben sich am Freitag vor einer Woche zur bundesweiten Aussendungsfeier mit dem Passauer Bischof Stefan Oster und dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer in Altötting getroffen. In den kommenden Tagen gehen sie von Tür zu Tür, singen, segnen die Häuser und sammeln Spenden für Kinder in Not. Ihr diesjähriges Motto lautet „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit.“

Aus dem Bistum Regensburg haben sich 600 Sternsinger zur Eröffnungsfeier aufgemacht, begleitet von ihren Betreuern und Jugendpfarrer Christian Kalis. Für die wertvollen Tage und Stunden, die sie investieren, dankte Bischof Rudolf Voderholzer allen Jugendlichen: „Ihr seid ein Segen!“ Denn was die Sternsinger an Spenden erbitten, das kommt anderen Kindern zugute. „Ein großartiges Zeichen der Solidarität“, freute sich der Regensburger Bischof. Und er fügte hinzu: „Ich freue mich immer, wenn ich eine Haustür sehe, auf die der Segen geschrieben steht: ‚Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus‘. Da fühle ich mich gleich daheim.“

Der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer schickte die Sternsinger auf die „Reise“

Das Sternsingen in Deutschland ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Rund um den Jahreswechsel sind überall in Deutschland Mädchen und Jungen unterwegs.

Der Erlös aus der Sternsingeraktion fließt in Hilfsprogramme für Kinder auf der ganzen Welt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Peru: Ganz besondere Unterstützung erhält ein Armenviertel der peruanischen Hauptstadt Lima. Der langjährige Projektpartner der Sternsinger „Yancana Huasy“ setzt sich dort für die Belange der Mädchen und Jungen mit Behinderung ein und fordert ihre Inklusion in die peruanische Gesellschaft.

„Es ist wichtig, dass Menschen mit Behinderung integriert sind, dass sie genauso dazugehören“, betonte der Regensburger Jugendpfarrer Christian Kalis. Es sei deswegen „eine gute Sache, dass die Sternsinger diese Menschen in den Blick nehmen und ein Zeichen setzen.“

Gerade in Peru, dem diesjährigen Schwerpunktland, haben es Menschen mit Behinderung nicht leicht. Allzu oft gelten sie als „Schande“. Bischof Stefan Oster ermutigte deshalb alle Kinder und Jugendlichen, sich ein Herz zu fassen, wenn sie sehen, dass jemand ausgegrenzt wird – ob mit oder ohne Behinderung: „Kein Kind will ‚draußen‘ sein.“ Jedes Kind habe einzigartige Begabungen, gerade auch Kinder mit Behinderung.

Für ihren Einsatz dankte Bischof Stefan allen Sternsingern von Herzen: „Ihr bringt den Segen in die Häuser. Es gibt so viele Menschen, die sich darauf freuen.“