Südspange R 30: Nächstes Jahr geht‘s los Nach langem Rechtsstreit kann 2021 mit dem ersten Bauabschnitt bei Köfering begonnen werden

Regensburg – Und dann waren‘s nur noch eine… Von ursprünglich zwölf Klagen gegen den Bau der Südspange R 30 ist nur noch eine übrig. „Im nächsten Jahr kann mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden“, freut sich Landrätin Schweiger.

Von Mario Hahn

Seit vielen Jahren schon wird über den Bau der geplanten Umgehungsstraße zwischen Poign (bei Bad Abbach) und Köfering im südlichen Landkreis gestritten. Die Südspange R 30, so die Befürworter, würde den Verkehr rund um Obertraubling entzerren.
Gegen den Bau der Südspange R 30 hatten anfangs zwölf Grundstückseigentümer vor dem Verwaltungsgericht Regensburg Klage erhoben. Aktuell ist nur noch eine Klage anhängig.
Soweit auch diese außergerichtlich erledigt werden könne, habe der Landkreis Regensburg knapp acht Jahre nach dem Planfeststellungsbeschluss der Regierung der Oberpfalz vom 12. Dezember 2012 uneingeschränktes Baurecht für dieses Straßenbauprojekt.

Die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger

Landrätin Tanja Schweiger: „Unser beharrliches und konsequentes Festhalten an diesem für die Verkehrsentwicklung des Landkreises wichtigen Straßenbauprojekt trägt Früchte. Auch macht sich unsere vorausschauende Politik beim Grunderwerb bezahlt, indem wir in den vergangenen Jahren ausreichende Tauschgrundstücke erworben haben. So können wir – sobald Baurecht existiert – den Baubeginn planen.“
Denn: Nachdem der achte Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs am 4. Juni 2019 der vom Freistaat Bayern und vom Landkreis Regensburg vertretenen Rechtsauffassung zugestimmt und die Einstufung der Südspange R 30 als Kreisstraße bestätigt hatte, konnte seitdem neben dem weiteren – und mittlerweile fast abgeschlossenen – Grunderwerb auch bereits eine Reihe vorbereitender Maßnahmen auf den Weg gebracht werden.
So hat eine Luftbildauswertung einer auf Kampfmittelräumung spezialisierten Firma ergeben, dass es keine Hinweise auf Kampfmittel gibt. Desweiteren wurde ein Baugrundgutachten erstellt. Dieses ergab, dass eine Stabilisierung des Baugrundes erforderlich wird. Wegen des hohen Grundwasserstandes muss die vorgesehene Radwegunterführung als Trogbauwerk errichtet werden, also mit seitlichen Stützwänden und einer geschlossenen Sohle. Schließlich wurde eine Voruntersuchung des Baufelds auf archäologische Vorkommen durchgeführt. Mit dem Zwischenergebnis, dass bereits einige Funde festzustellen waren und daher nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege für weitere archäologische Hauptuntersuchungen zusätzliche Kosten von etwa 150.000 Euro für den ersten Bauabschnitt einzuplanen sind.
Der erste Bauabschnitt ist etwa 1,1 Kilometer lang. Er beginnt an der Bundesstraße 15 alt nördlich Köfering und endet höhengleich an der alten Kreisstraße R 30 zwischen Köfering und Gebelkofen.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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