Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Kultur & Freizeit, Regensburg & Landkreis

Tegernheim – ein Ort mit einer langen Geschichte. Am 7. September ist Dorffest Kleines Juwel an der Donau

Gemeinde Tegernheim Foto: georg luft

Regensburg – Tegernheim ist ein kleines Juwel, wunderschön gelegen an der ruhig dahinfließenden Donau. Bereits vor über 1.000 Jahren wurde der Ort östlich von Regensburg urkundlich erwähnt. Im Lauf der Zeit entwickelte sich Tegernheim von einem kleinen Wein- und Bauerndorf, das 1840 noch 501 Einwohner zählte, zu einer ansehnlichen Gemeinde mit heute über 5.500 Einwohnern. Auch Besuchern hat sie viel zu bieten.

Von Mario Hahn

Wer die Walhalla kennt, kennt auch Tegernheim. Denn wer zur Touristenattraktion bei Donaustauf möchte, fährt entweder mit dem Fahrzeug durch die Stadtrandgemeinde oder schippert gemächlich auf der Donau mit einem Touristenschiff vorbei.
Bevor Tegernheim zur blühenden Gemeinde mit zahlreichen Angeboten für Einheimische und Besucher wurde, durchlief es eine ereignisreiche Geschichte.
Im Jahr 901 wurde Tegernheim das erste Mal in einer Urkunde des Regensburger Altbischofs Tuto (894-930) erwähnt. „Der Ort dürfte aber wahrscheinlich rund 200 Jahre älter sein“, vermutet Max Kollmansberger, 1. Bürgermeister. Zu Lebzeiten Tutos dürfte auch der Turm der heutigen Pfarrkirche errichtet worden sein. Er diente wohl als Wehrturm gegen umherziehende Ungarn.

Bis zur Gemeindegründung

1381 wurde erstmals die Bezeichnung „Hofmark“ verwendet. Große Aufmerksamkeit kam Tegernheim um 1634 zuteil. Während die Schweden im Dreißigjährigen Krieg Regensburg belagerten, schlug der bayerische Kurfürst Maximilian I. dort sein Hauptqaurtier auf.
1830 legt wegen der Grundsteinlegung der Walhalla König Ludwig I. mit einem Schiff bei Tegernheim an und durchquert den Ort in einer Kutsche.
Im bayerischen Gemeindeedikt von 1818 erhielten die bayerischen Landgemeinden zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Selbstständigkeit. So wurde Tegernheim 1818 eine selbstständige Gemeinde.

19. und 20. Jahrhundert

1869 wurde das Gemeindeedikt abgelöst durch die bayerische Gemeindeordnung. Ein Artikel darin eröffnete Gemeinden die Möglichkeit, sich zu einer Bürgermeisterei (Verwaltungsgemeinschaft) zusammenzuschließen. So sollte Tegernheim mit Weichs und Schwabelweis eine Bürgermeisterei unter der Führung von Weichs bilden. Die Tegernheimer beriefen eine Gemeindeversammlung (Bürgerversammlung) ein, die diesen Vorschlag einstimmig ablehnte. Daher wurde Tegernheim eine eigene Bürgermeisterei.
Von 1917 an plante Regensburg, die Umlandgemeinden, auch Tegernheim, einzugemeinden. In einer Bürgerversammlung 1923 äußerten die Tegernheimer Bürger ihre Meinung. Leider ist kein Protokoll erhalten. Fakt ist, dass 1924 Weichs und Schwabelweis nach Regensburg kamen, während Tegernheim selbstständig blieb.
Im Jahr 1939 drängte Otto Schottenheim, damaliger Regensburger Oberbürgermeister, auf eine rasche Eingemeindung Tegernheims. Aus dem Reichs-innenministerium kam am 30. August 1939 die Anordnung, alle Eingemeindungen einzustellen. Zwei Tage später begann der Zweite Weltkrieg. Der Kriegsbeginn hatte die Eingemeindung verhindert.

Dorfbrunnen
Foto: helmut Freilinger

Große Weinbautradition

Tegernheim besitzt eine große Weinbautradition. Über Jahrhunderte wuchs an den Hängen der Hohen Linie, am Klöpfl und am Mittelberg der „Baierwein“. Wegen seiner „nahen Verwandtschaft zum Essig“ hatte dieser allerdings keinen guten Ruf. Weinbau ist in Tegernheim seit 1186 urkundlich belegt. Vor allem das Regensburger Reichsstift Obermünster hatte hier umfangreichen Weinbergsbesitz. Auch das Adelsgeschlecht der Tegernheimer besaß größere Rebflächen. Um 1370 führten die „Decherhaimer“ Weintrauben in ihrem Wappen. 1519 vernichtete ein großes Hagelunwetter die Weinernte total. Der Chronist vermerkt dazu: „Es het den wein so gar erschlagen, das mein libe muter von 4 weingärten zu Tegerhaim nit gar ein züberlein vol weinpir abklaubt“.
Wie sich‘s für eine Weinbaugemeinde gehört, wurde im Dorf der Winzerschutzpatron St. Urban verehrt. Eine Holzplastik (um 1500) findet sich in der Pfarrkirche über dem Nordausgang. Ab dem 17. Jahrhundert nahm die Bedeutung des Weinbaus ab. Zu groß war die Konkurrenz aus den Weinbaugebieten in Niederösterreich (Osterwein), Südtirol (Welschwein) und Württemberg (Heilbronner oder Oberländer Wein). 1870 verzeichnete das Weinbaugebiet um Regensburg noch ca. 100 Hektar Rebfläche. Mit einem Anteil von 27 Hektar war Tegernheim damals die größte Weinbaugemeinde der Region. Um 1912 kam der Weinbau in Tegernheim zum Erliegen. Seit 1983 lassen einige Winzer und Hobbywinzer die uralte Tradition wiederaufleben. Tegernheim ist heute Teil des „kleinsten Weinbaugebiets Bayerns“ (zwischen Regensburg und Wörth an der Donau).

Tegernheimer Schlucht

Im Norden der Gemeinde befindet sich die geologisch höchst interessante Tegernheimer Schlucht. Hier kommen auf engstem Raum verschiedene Gesteinsarten wie Gneis (550 Mio. Jahre), Granit (300 Mio.) und Jura (150 Mio.) zusammen. Die Zeugen aus dem Altertum der Erde (es handelt es sich um Ausläufer des Bayerischen Waldes) treffen dort sichtbar auf das Mittelalter (Keuper-Lias-Dogger- Malm) sowie auf die Neuzeit (Schwemmland der Donau). 2009 wurde der Geopfad zur Tegernheimer Schlucht eingeweiht. Der Geopfad öffnet ein Fenster zur Erdgeschichte.

Fellinger Berg
Foto: Helmut Freilinger

Lebendige Gemeinde

Heute ist Tegernheim eine lebendige Gemeinde. Zahlreiche Einrichtungen und Vereine tragen zu einer guten Wohn- und Lebensqualität bei. Auch haben sich viele Unternehmen (Lebensmittelmärkte, heimische Metzgereien, Autofirmen, Hotels, Pharmaindustrie, Baufirmen, Forstwirtschaft, Einzelhandel) angesiedelt. Die Vereine und Einrichtungen sorgen mit zahlreichen Veranstaltungen für ein abwechslungsreiches Jahresprogramm, mit Maibaumaufstellen, Konzerten der Blaskapelle, Johannifeier, Veranstaltungen des KulturForums, Märkten und sportlichen Veranstaltungen.

Geopfad Tegernheimer Schlucht
Foto: Stefan Gruber

Kommt zum „Dorffest“!

Am Samstag feiert die Gemeinde ein „Dorffest“. Beginn 18 Uhr in der Grundschule Tegernheim (Kellerstraße).

Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt!

Schreibe eine Antwort

Datenschutz
nachrichten regensburg, nachrichten landkreis regensburg, schlagzeile regensburg
X