Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Regensburg & Landkreis

Tritte und Schläge gegen Polizei, Feuerwehr und Rerttungsdienst leider Normalität

Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr werden immer öfter an ihrer Arbeit gehindert und sogar attackiert Foto: Polizei Bayern/Marcel Mayer

Einsatzkräfte fordern mehr Respekt im Umgang

Beschimpft, bespuckt, bepöbelt und körperlich angegriffen. Der Alltag für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Wer jetzt jedoch denkt das passiert nur in Metropolen wie Hamburg, Berlin oder München, der irrt gewaltig. Auch in Regensburg sehen sich Einsatzkräfte vermehrt verbaler und nonverbaler Gewalt ausgesetzt. Ein unhaltbarer Zustand. Respekt und Anstand scheinen in weite Ferne gerückt.

Von Matthias Dettenhofer

Ein Feuerwehreinsatz in der Regensburger Altstadt. Die engen Gassen sind oft schon für Fußgänger oder Radfahrer ein Nadelöhr. Einsatzkräfte versuchen sich durch Absperrungen den nötigen Raum zu verschaffen, um ein Feuer zu löschen oder vollgelaufene Keller leer zu pumpen. Soweit so gut? Nein! Sobald die ersten Durchgänge gesperrt sind, geht die Pöbelei schon los. „Die Leute reagieren mit Unverständnis und zum Teil aggressiv, weil sie jetzt nicht da durch können. Beschimpfungen und Unmutsäußerungen gehören dann dazu, leider. Der Ton ist härter geworden“, so Johannes Buchhauser, Chef der Berufsfeuerwehr Regensburg. „Wir brauchen dann die Polizei, damit niemand über die Sperren klettert.“

Untragbare Zustände für Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter. Und alle sind sich einig: „Es fehlt an Respekt!“ Frank Zirngibl, Fahrdienstleiter der Johanniter beobachtet das Phänomen des rauen Umgangs seit zwei, drei Jahren. „Für unsere Mitarbeiter ist es nicht leicht die Situation zu handeln. Darum schulen wir sie auch gezielt. Deeskalation ist hier das Stichwort.“ Doch angesichts fliegender Bierflaschen ruhig zu bleiben, da gehört schon eine gewisse Gelassenheit dazu.

Wer jedoch denkt, dass nur Betrunkene oder unter Drogeneinfluss stehende Personen eine Gefahr für die Retter darstellen, liegt falsch. Gerade bei Unfällen tun sich oft menschliche Abgründe auf. „Wenn erst ein Foto oder ein Video für Facebook gemacht wird und dann eventuell Erste Hilfe geleistet wird, dann läuft etwas komplett falsch“, erklärt Polizeisprecher Albert Brück.

Facebook vor Ersthilfe? Ernsthaft? „Ja, die Scham vor Patienten, Unfallopfern und vor den Einsatzkräften sinkt seit zwei, drei Jahren kontinuierlich“, ergänzt Zirngibl. Eine Aufforderung das Handy wegzulegen und nicht zu fotografieren oder zu filmen stößt oft auf Unverständnis. „Dabei kann doch jeder in die Situation kommen, in der man selbst schnell Hilfe benötigt“.

Selbst die Polizei, auf extreme Situationen vorbereitet, wird dennoch immer wieder von der Respektlosigkeit verblüfft. Brück: „Wir gehen ja dort hin, wo andere lieber die Straßenseite wechseln.“ Einsätze wegen häuslicher Gewalt, Schlägereien in Diskotheken und Kneipen oder einfach nur die Unfallaufnahme. Augenscheinlich harmlose Situationen können schnell zum Ritt auf der Rasierklinge werden. „ Früher waren es meist verbale Angriffe, jetzt sehen sie sich Tritten und Schlägen ausgesetzt. Unsere Kollegen brauchen schon ein dickes Fell.“ Das Bild von der Respektsperson in Uniform gerät ins Wanken.

Respekt. Immer wieder die Forderung nach Respekt. Doch warum fehlt Respekt? Die Frage nach dem Warum können jedoch weder Buchhauser, Brück noch Zirngibl beantworten. Doch in einem sind sie sich einig. „Ein rücksichtsvolles Miteinander und ein respektvoller Umgang mit den Menschen im Dienst der Gesellschaft sollten in einem zivilisierten Land selbstverständlich sein.“

Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt!

Schreibe eine Antwort

Theme von Anders Norén

X