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Verkehrsunfälle im Landkreis Regensburg auf Zehnjahreshoch Mehr Verletzte und Tote

Erschreckend: 2018 so viele Verkehrsunfälle wie seit zehn Jahren nicht mehr im Landkreis Regensburg Foto: benjaminnolte/fotolia.com

Regensburg Land – Woran kann es denn nur liegen? Am Alkohol? An den Rasern? An der Unaufmerksamkeit der Leute? Wir wissen es nicht genau. Eines wissen wir aber jedenfalls: Das Verkehrslagebild für den Landkreis Regensburg fällt ganz schön miserabel aus. Demgemäß gab es 2018 so viele Verkehrsunfälle wie in den letzten zehn Jahren nicht.

Von Mario Hahn

In der Vergangenheit ist es meist gut gegangen. Die Zahlen waren fast immer positiv. Beim Verkehrslagebild des Landkreises Regensburg für das Jahr 2018, das diese Woche veröffentlicht wurde, sieht es anders aus. Demnach hat sich die Anzahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 2,16 Prozent auf 5.889 erhöht. Das Schlimme daran: In der Zehnjahresübersicht stellt dieser Wert einen noch nie erreichten Höchststand dar. Vor einer Dekade gab es „lediglich“ 4.744 Verkehrsunfälle, also um knapp 24 Prozent weniger!
Angestiegen ist im rund 192.000 Einwohner zählenden Landkreis auch die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden (von 693 auf 753)sowie der verletzten (von 973 auf 1.079) und getöteten Personen (9 auf 10). Die meisten getöteten Personen (4) kamen auf Autobahnen ums Leben, alle jedoch außerhalb von Ortschaften.
Im Bereich der Geschwindigkeitsunfälle kann ein niedriger Wert gehalten, die Anzahl der verletzten Personen sogar verringert werden. Er liegt mit 159 Unfällen im Jahr 2018 seit 2014 ungefähr auf gleichbleibendem Niveau. Besonders deutlich wird das vor allem im direkten Vergleich mit dem Jahr 2010. Damals wurden immerhin noch 343 Geschwindigkeitsunfälle gezählt.
Bei den Wildunfällen (das betrifft überwiegend Reh-, Rot- und Damwild) pendelt sich möglicherweise die hohe Anzahl auf knapp über 800 ein. Meistens ereigneten sich die Zusammenstöße in den dunklen Stunden. Mit sieben Verletzten wird hierbei der niedrigste Wert seit zehn Jahren registriert.
Auf ein Zehnjahreshoch gestiegen sind dagegen die Verkehrsunfälle, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren. Deren Zahl stieg auf den Höchst-
wert von 157 Unfällen (davon 139 Radfahrer und 18 Pedelec-Fahrer). Im Vorjahr lag die Zahl mit 115 Radfahrern und vor zehn Jahren mit 99 Radfahrern allerdings noch auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Dies könnte dem langen und trockenen Sommer geschuldet sein, doch diese mögliche Erklärung bleibt reine Spekulation. Jeder der gestürzten Radfahrer ist dabei rein statistisch verletzt worden.
Bei den Unfällen mit Beteiligung von Senioren ist ebenfalls ein Zehnjahreshoch zu verzeichnen. Nach einer Steigerung von 21,68 Prozent liegen die Unfallzahlen 2018 bei 376 (Vorjahr 309). Die Hauptunfallursachen, welche bei den Senioren zum Tragen kamen, waren Vorfahrts- und Vorrangverstöße sowie Fehler beim Abbiegen bzw. Wenden.

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