„Wir wollen Hilfsbereitschaft zeigen“ Polizeipräsident der Oberpfalz Norbert Zink im großen Blizz-Interview

Zwei Beamte der Polizeiinspektion Regensburg bei einer Kontrolle der Maskenpflicht

Regensburg – Maskenpflicht, Ausgangssperre und Kontaktverbot – Das Aufgabenfeld der Polizei hat sich durch Corona erweitert. Im Blizz-Interview erzählt der Polizeipräsident der Oberpfalz, Norbert Zink, warum das kein Nachteil ist.

Von Nadja Pohr

Immer wieder finden Corona-Partys statt. Erst kürzlich flüchteten Teilnehmer über das Dach, um der Polizei zu entkommen oder greifen diese an. Ist der Job gefährlicher geworden?

Polizeipräsident Norbert Zink: Die Arbeit der Polizei war schon immer mit Gefahren verbunden. Meine Kolleginnen und Kollegen sind sich dessen stets bewusst. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kommt es dennoch immer wieder zu Fällen, bei denen Einsatzkräfte angegriffen oder verletzt werden. Das Phänomen der von Jahr zu Jahr steigenden Fälle an Gewalt gegen Polizeibeamte trat leider schon vor der Coronazeit auf. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden aber für entsprechende Gefahren fortlaufend sensibilisiert, trainiert sowie auch passend ausgestattet.

Die Stimmung in der Bevölkerung ist aufgrund der Situation angespannt. Ist dies auch bei den Kontrollen zu spüren oder reagieren die Menschen verständnisvoll?

Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen und verlangt der Bevölkerung Einschränkungen und nötige Disziplin ab. Dass das einigen Menschen auf die Stimmung drückt, kann ich teilweise nachvollziehen. Die Mehrheit der Bevölkerung kann die Notwendigkeit der Einschränkungen nachvollziehen, zeigt Verständnis für die Maßnahmen der Polizei und fordert in vielen Fällen auch polizeiliche Kontrollen ein.

Polizeipräsident
Polizeipräsident Norbert Zink.
Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz

Wie wirken Sie Unverständnis entgegen z. B. bei Corona-Demos?

Mit unserem kommunikativen Ansatz arbeiten wir mit Nachdruck daran, dieses Verständnis zu verstärken und auszubauen. Bei Versammlungen kommen unsere besonders geschulten Kommunikationsbeamtinnen und -beamten zum Einsatz. Sie vermitteln den anwesenden Personen die Vorgehensweise der Polizei und erreichen so das Verständnis für die notwendigen Maßnahmen.

Hat sich der Beruf „Polizist“ durch Corona verändert, auch im Hinblick auf Berufsanwärter?

Sicherlich sind viele neue Herausforderungen an die Polizei hinzugekommen, wie die Kontrolle der Einhaltung von Infektionsschutzmaßnahmen. Gerade diese Vielfältigkeit und die große Bandbreite der Aufgaben machen uns für die Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger attraktiv. Die bayerische Polizei wurde im Jahr 2020 zum dritten Mal in Folge zum beliebtesten Arbeitgeber in Bayern gewählt. Nicht zuletzt gewinnt der mit unserem Beruf verbundene Beamtenstatus insbesondere in Krisenzeiten an Bedeutung und sichert den jungen Menschen neben einer interessanten Tätigkeit auch finanzielle Sicherheit.

Glauben Sie, dass auch das Image der Polizei sich durch Corona verändert hat?

Ich denke, dass wir auch in der Coronazeit unsere Hilfsbereitschaft und Bürgerorientierung unter Beweis stellen können. Die Polizei war und ist für die Bürgerinnen und Bürger rund um die Uhr ein erreichbarer Ansprechpartner. Die Menschen haben gemerkt, dass sie sich gerade in dieser schwierigen Zeit auf die Polizei verlassen können. Sicherlich ärgern sich manche beispielsweise über Kontrollen der Maskenpflicht oder Ausgangsbeschränkungen, aber es ist einfach die Aufgabe der Polizei, dafür zu sorgen, dass Gesetz und Verordnung eingehalten werden. Wir wollen unseren Beitrag leisten, dass die Bevölkerung die Coronazeit gesund übersteht.

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