Regensburg – „Ein Euro pro Tag für den ÖPNV – egal wie lang und wie oft am Tag man fährt!“ CSU-Chef Markus Söder gab im vergangenen Herbst die Richtung vor, jetzt ziehen seine Getreuen aus Stadt und Landkreis nach. Sie wollen Regensburg zur Modellregion für ein 365-Euro-Jahresticket machen.

Von Mario Hahn

Nach Plänen von Ministerpräsident Markus Söder soll in Bayerns Großstädten Bus- und Bahnfahren deutlich günstiger werden. Damit will der Freistaat neue Wege bei der Luftreinhaltung gehen sowie eine deutliche Stärkung des ÖPNV erreichen. Ab spätestens 2030 sollen die Jahreskarten in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Würzburg für den öffentlichen Personennahverkehr nur noch 365 Euro pro Jahr kosten. Vorbild ist das „Wiener Modell“. In der Hauptstadt Österreichs gibt es das 365-Euro-Ticket bereits seit 2012 – mit durchschlagendem Erfolg, die Zahl der Jahresabonnenten hat sich in den letzten sechs Jahren verdoppelt.

Was Wien hat, hätte Bayern jetzt auch gerne. Und Regensburg. Wenn es nach den hiesigen CSU-Politikern im Kreis- und Stadtrat geht. Denn sie haben jetzt einen Antrag gestellt, dass sich Stadt und Landkreis dafür einsetzen, mit dem Freistaat in Verhandlung zu treten, um Regensburg zur Pilotregion für das Projekt zu machen. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Fraktionssitzung. „Dieses Ticket wird neue und wichtige Impulse für den Nahverkehr im Raum Regensburg bringen“, sind sich die beiden Fraktionsvorsitzenden Christian Kiendl (Kreistag) und Dr. Josef Zimmermann (Stadtrat) sicher. Vor allem im Hinblick auf die vielen Einpendler aus dem Umland von Regensburg, die von einem günstigen Jahresticket profitieren würden, wäre die Region Regensburg als Modellregion für die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets bestens geeignet. Mit den Erfahrungen aus dem Raum Regensburg wäre es dann möglich, die Auswirkungen der bis 2030 auf ganz Bayern geplanten Ausweitung für den ÖPNV auf eine neue und nachhaltige Basis zu stellen.

Darüber hinaus betonte bei der gemeinsamen Fraktionssitzung der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer, wie wichtig es sei, dass für die Region ein Mobilitätskonzept erstellt werde. Hier hätten Stadtrat und Kreistag eine wichtige Funktion. „Wir müssen uns politisch klar werden, was wir in der Region wollen und dies dann auch umsetzen“, so Aumer. Die Fraktionen waren sich einig, dass die Stadtbahn als Regionalbahn auch in den Landkreis geführt werden muss. Die bisherigen Planungen, den Landkreis erst später einzubeziehen, müssen überarbeitet werden. Ebenso betonte Aumer, dass die Machbarkeitsuntersuchung des Pfaffensteiner Tunnels im Hinblick auf eine dritte Röhre oder die Ausweitung der bestehenden Tunnelröhren bis Mitte des Jahres ein Ergebnis liefern soll. Sollte eine der Optionen möglich sein, muss die Region aktiv werden und schnellstmöglich in weitere Planungen einsteigen.