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Regensburg & Landkreis

Wohnungsnot in Regensburg Neue Bauwerke in der Stadt dürfen nicht höher als die Domtürme sein

Die Beleuchtung des Doms wird jetzt sowohl in den Sommer- wie auch in den Wintermonaten bereits um 23 Uhr abgeschaltet

Regensburg – Die Domstadt braucht dringend bezahlbaren Wohnraum. Da jedoch Bauland knapp und teuer ist, stellt sich die Frage: Warum nicht in die Höhe bauen? So einfach ist das aber nicht! Besonders der Welterbetitel stellt eine allzu hohe Hürde dar.

Von Mario Hahn

Moderne, ansehnliche Architektur: Der SLT 107 Schwabenlandtower wird 107 Meter messen. Neben Wohnungen und Gewerbe wird er auch ein Hotel beherbergen. Fertigstellung ist 2020
Foto: ALDINGER+WOLF

Viele deutsche Städte bauen in die Höhe. Hochhäuser sollen die Not nach bezahlbarem Wohnraum mildern. In Regensburg gibt es auch sog. Wolkenkratzer. Etwa in Königswiesen oder in der Konradsiedlung. Ob sie schön anzusehen sind, steht dahin. Paradebeispiele für gelungene Architektur sind u. a. der Marco-Polo-Tower in der Hamburger Hafencity oder der SLT 107 Schwabenlandtower in Fellbach bei Stuttgart.

Mit „Wolkenkratzern“ ist es in Regensburg nicht so einfach. Erst müsste man ausreichend Platz finden. Der ist im Stadtgebiet rar Auch müssten die Hochhäuser mit der Umgebung harmonieren. Falls nicht, darf nicht gebaut werden. „Die Höhe kann also nicht pauschal und nicht immer die richtige planerische Antwort sein“, erklärt die städtische Sprecherin Tatjana Setz.

Es gibt aber noch eine höhere Hürde, die heißt Dom St. Peter. Regensburg hat seinen UNESCO-Welterbetitel besonders dem mittelalterlichen Prachtbau zu verdanken. Setz: „Markanter Hochpunkt in der Altstadtsilhouette sind die beiden Türme des Doms St. Peter, dem immer Beachtung geschenkt werden muss, auch an weiter entfernt gelegenen Standorten. Der Dom ist von nahezu jeder Stelle im Stadtgebiet irgendwie zu sehen.“

Hochhäuser dominieren den Stadtteil Königswiesen
Foto: Stadt Regensburg/Bilddokumentation

Um den Welterbetitel nicht zu gefährden, darf kein neues Bauwerk höher als der Dom sein. Dessen 105 Meter haben vor einigen Jahren dem „Ostenturm“ das Aus beschert. Investoren wollten in der Nähe der Osttangente ein Gebäude errichten, das einen Meter höher als das Gotteshaus sein sollte. Es wäre das fünfthöchste Gebäude in Bayern gewesen und sollte die „Aufbruchsstimmung im Stadtosten“ symbolisieren. Doch das Giga-Bauwerk wurde untersagt. Denn trotz drei Kilometern Entfernung würde der „Ostenturm“ eine Gefahr für den Welterbetitel darstellen. Dennoch habe die Stadt das Thema „Bauen in die Höhe“ auf der Agenda, betont Setz. Und zwar mit der Nachverdichtung in der Alfons-Bayerer-Straße, dem Quartierszentrum Königswiesen oder dem Projekt Grunewaldstraße. Hier wurden und werden derzeit auch Hochhäuser in Regensburg gebaut bzw. geplant. Nur eben nicht höher als der Dom.

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