So viel verdient man in Berufen der kritischen Infrastruktur Durch Corona besonders geforderte Berufsgruppe werden unterdurchschnittlich bezahlt

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, wurden vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer/innen in Bayern im Jahr 2019 in den meisten der aufgrund der Corona-Krise derzeit besonders geforderten Berufsgruppen unterdurchschnittlich bezahlt. Im Lebensmitteleinzelhandel verdienten Vollzeitbeschäftigte im Durchschnitt 2.342 Euro brutto im Monat (ohne Sonderzahlungen).

Innerhalb der einzelnen Branchen bestanden deutliche Unterschiede. Zudem zeigte sich, dass vor allem Frauen in den von der Corona-Krise besonders stark betroffenen Berufsgruppen – wie z. B. medizinische und pflegerische Berufe – tätig sind.

Im Jahr 2019 bezogen vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer/innen in Bayern in vielen Berufen, die derzeit zur „kritischen Infrastruktur“ gezählt werden, nur einen unterdurchschnittlichen Bruttomonatsverdienst. Besonders niedrig waren die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste (ohne Sonderzahlungen) – über alle Leistungsgruppen hinweg – im Lebensmitteleinzelhandel mit 2.342 Euro und in der Güterbeförderung im Straßenverkehr mit 2.583 Euro.

Vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in Altenheimen verdienen monatlich im Durchschnitt 3.245 Euro

Der Bruttomonatsverdienst vollzeitbeschäftigter Fachkräfte in Altenheimen (z. B. Altenpfleger/innen) lag bei durchschnittlich 3.245 Euro und damit unter dem monatlichen Durchschnittsverdienst von 3.411 Euro vollzeitbeschäftigter Fachkräfte im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich. Hingegen wurden Fachkräfte in Vollzeit in Krankenhäusern (z. B. Krankenpfleger/innen) mit 3.549 Euro brutto im Monat überdurchschnittlich bezahlt.

Große Gehaltsunterschiede beim Klinikpersonal

Innerhalb der einzelnen Branchen zeigten sich größere Unterschiede im Verdienstniveau. Beim vollzeitbeschäftigten Krankenhauspersonal reichte die Spanne des durchschnittlichen Bruttomonatsverdienstes von 2.421 Euro für ungelernte Arbeitnehmer/innen (z. B. Reinigungskräfte) bis hin zu 8.113 Euro für Arbeitnehmer/innen in leitender Stellung (z. B. Ärztinnen und Ärzte). Insgesamt hatten 88,5 Prozent des Krankenhauspersonals eine leitende Stellung inne oder übten komplexere bzw. einfache Fachtätigkeiten aus.

Für das Personal in Altenheimen belief sich der Anteil auf 68,2 Prozent. Dagegen war die Mehrheit der Vollzeitbeschäftigten im Lebensmitteleinzelhandel an- oder ungelernt (60,2 Prozent).

Pflegende sind überwiegend Frauen

In Bayern waren im Jahr 2019 55 Prozent der Vollzeitbeschäftigten im Lebensmitteleinzelhandel Frauen. Besonders viele Frauen arbeiteten in medizinischen und pflegerischen Berufen. In Krankenhäusern belief sich ihr Anteil auf 63,2 Prozent, in Altenheimen auf 70,5 Prozent. Über die Hälfte der vollzeitbeschäftigten Frauen (55,6 Prozent) in Krankenhäusern waren als ausgebildete Krankenpflegerinnen tätig. Der Anteil von Pflegerinnen in Altenheimen war mit 45,6 Prozent geringer.


Berufe der “kritischen Infrastruktur”

Hierzu zählen alle Einrichtungen, die z. B. der Gesundheitsversorgung, der Pflege, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen oder der Lebensmittelversorgung dienen, aber auch Banken und Sparkassen. Hinsichtlich der Einstufung als Berufe der kritischen Infrastruktur wird insbesondere auf die Internetseiten des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales verwiesen.

Claudia Böhm

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