Rothosen oder Lilien – wessen Serie reißt?

Die Länderspielpause ist vorbei, endlich rollt der Ball in der 2. Bundesliga wieder. Am Sonntag um 13.30 Uhr empfängt der SSV Jahn Regensburg in der Continental Arena den SV Darmstadt 98. Im Vorfeld der Partie unterhielt sich Blizz-Redakteur Mario Hahn mit den beiden Cheftrainern Achim Beierlorzer und Dirk Schuster.

Blizz: Vor der Länderspielpause hatte der Jahn einen „Lauf“ und holte zehn von möglichen zwölf Punkten. Hätten Sie gerne im selben Rhythmus weitergespielt?

Achim Beierlorzer, Cheftrainer des SSV Jahn Regensburg

Achim Beierlorzer, Cheftrainer des SSV Jahn Regensburg: Wir verfolgen grundsätzlich einen positiven Ansatz und versuchen uns auf das zu konzentrieren, was wir beeinflussen können. Und es liegt ja leider nicht in meiner Hand, die Länderspielpause zu terminieren (lacht). Also haben wir sie bestmöglich genutzt. Wir haben ein Testspiel (2:0 gegen den FC Blau-Weiß Linz; Anm.d.Red.) für die Spieler ausgerichtet, die zuletzt weniger Spielzeit bekommen haben. Das war gleichzeitig auch ein Geschenk für unsere Fans, da sie mit dem Anhang von Blau-Weiß Linz eine Fanfreundschaft pflegen. Natürlich sind wir auch froh, dass der ein oder andere Spieler über die Pflichtspielpause seine Blessuren auskurieren konnte. Beispielsweise Marcel Correia, der voraussichtlich gegen Darmstadt wieder zur Verfügung stehen wird.

Haben Sie mit Ihrer Mannschaft an speziellen Dingen arbeiten können?

Neben den bereits angesprochenen Punkten haben wir zu Beginn der Länderspielpause einen Laktat-Retest gemacht, der uns wichtige Erkenntnisse zum Fitnesszustand der Spieler liefert. Das wäre im normalen Rhythmus nicht möglich gewesen. Die Spieler hatten über das Wochenende aber auch zwei Tage frei, um sich um private Dinge zu kümmern – das finde ich sehr wichtig. Jetzt hatten wir eine ganze Woche Zeit, um uns auf Darmstadt vorzubereiten. Ich bin auch sehr froh, dass wir erst am Sonntag spielen, sodass die Jungs, die für ihre Nationalmannschaften im Einsatz waren, seit Mittwoch wieder alle bei uns im Training sind. Sie haben so länger Zeit sich mit der Mannschaft auf Darmstadt vorzubereiten, als das bei einem Freitag- oder Samstagspiel der Fall gewesen wäre. Es ist schließlich etwas anderes, bei uns, als bei der jeweiligen Nationalmannschaft zu spielen.

Welche Stärken und Schwächen sehen Sie bei Darmstadt?

Darmstadt ist eine Mannschaft, die mit Topspielern gespickt ist. Zu ihren Stärken zählt das gute Konzept in der Defensive, sie stehen kompakt und lassen wenig zu. Dafür haben sie auch erfahrene Spieler. Es wird eine schwierige Aufgabe für uns, den Spielaufbau so zu betreiben, dass wir kein Umschaltspiel zulassen – eine weitere Stärke der Darmstädter. Dabei sticht vor allem Marcel Heller heraus, den wir möglichst aus dem Spiel nehmen müssen. Im eigenen Ballbesitz wollen wir schauen, dass wir wieder die Momente nützen. Dafür wollen wir möglichst viele dieser Momente erzeugen, indem wir schnell vorne in die Spitze spielen, um dort mit unseren quirligen Spielern und unserer Wucht gefährlich zu sein.

Dirk Schuster, Cheftrainer von SV Darmstadt 98
Foto: SV Darmstadt 98

Blizz: Dirk Schuster, die Voraussetzungen vor dem nächsten Spiel könnten kaum unterschiedlicher sein: Nach gutem Start wartet Darmstadt 98 bereits seit fünf Spielen auf einen Sieg, während der Jahn Regensburg nach schwächerem Start zuletzt mächtig punkten konnte. Kam die Länderspielpause für die Lilien zur rechten Zeit?

Dirk Schuster, Cheftrainer von SV Darmstadt 98: Die Länderspielpause war ein willkommener Anlass, die Reset-Taste zu drücken und die Köpfe wieder freizubekommen, gleichzeitig aber auch an gewissen Dingen in Ruhe arbeiten zu können.

Das letzte Aufeinandertreffen beider Clubs war im Mai. Damals siegte Darmstadt mit 3:0 in der Continental Arena. Mit einem solchen Ergebnis könnten Sie zufrieden zurück nach Hause fahren, oder?

Schon im Mai hat man die Qualitäten von Regensburg gesehen, als sie uns alles abverlangt und besonders in der zweiten Halbzeit in arge Bedrängnis gebracht haben. Wir hatten an dem Tag auch das nötige Glück auf unserer Seite. Ich rechne auch am Sonntag mit einer umkämpften Partie, in der wir aber hoffentlich das bessere Ende für uns haben werden.

Welche Stärken und Schwächen haben Sie beim Jahn erkennen können?

Der Jahn ist eine gefestigte, schwer zu bespielende Mannschaft, bei der man die Handschrift des Trainers Achim Beierlorzer klar erkennen kann. Auf uns wartet am Sonntag eine große Herausforderung, denn in allen Mannschaftsbereichen herrscht beim Gegner viel Qualität. Dennoch fahren wir mit der Zielstellung nach Regensburg, dort etwas Zählbares mitnehmen zu wollen.

Mit welcher Taktik werden Sie am Sonntag ins Spiel gehen?

Das werden Sie dann am Sonntag sehen (lacht).