Am Ende fehlte den Bunker Ladies das Quäntchen Glück ESV-Handball-Damen verlieren 2. Aufstiegspartie

Rückraum Mitte Anna Fuhrmann (3) setzte sich mit drei Treffen gegen den TV Aldekerk durch. Foto: Hans-Christian Wagner

Aldekerk/Regensburg – Das zweite Auswärtsspiel in Folge in der Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga am Sonntagnachmittag hatte für den ESV 1927 Regensburg nicht den erhofften Ausgang: Die Bunker Ladies unterlagen nach großem Kampf äußerst unglücklich mit 23:24 (12:13) beim TV Aldekerk 07. Jetzt zählt die Heimstärke am kommenden Samstag um 17 Uhr gegen den MTV Heide.

Die Gastgeberinnen, ein Handball-Leistungszentrum aus Nordrhein-Westfalen, erwiesen sich als der erwartet schwere Gegner. Das von Ex-Nationalspielerin Yvonne Fillgert gecoachte Team war sehr flink auf den Beinen und von Beginn an brandgefährlich. Das bedeutete Schwerstarbeit für die ESV-Deckung, die sich zu Beginn erst einmal sortieren musste. Der TV hatte gegen die stark parierende ESV-Keeperin Natalia Krupa auch das Glück bei Abprallern auf seiner Seite, wohingegen die Oberpfälzerinnen mit allein vier Holztreffern im ersten Durchgang nicht mit Fortuna im Bunde waren.

Die Teams kämpften verbissen und die Partie wogte hin und her. „Beide Mannschaften hatten unterschiedliche Spielstile“, sah ESV-Coach Csaba Szücs ein „Duell auf Augenhöhe“. Die Gäste mussten sich jedes Tor hart erarbeiten, da diesmal die einfachen Treffer. aus Schnellangriffen fehlten. Symptomatisch war ein Konterball am Ende des ersten Durchgangs einen Tick zu kurz, sodass Aldekerk mit einem hauchdünnen 13:12-Vorsprung in die Kabine gehen konnte.

Nichts für schwache Nerven

Nach Wiederanpfiff baute der TV die Führung kurzzeitig auf zwei Tore aus. Keeperin Krupa setzte dann nach einer Zeitstrafe gegen die starke Nicole Lederer mit einem parierten Strafwurf ein Zeichen. Vier Treffer des ESV in Serie zur 18:15-Führung in der 43. Minute zwangen TV-Trainerin Fillgert wenig später zur Auszeit. Diese unterbrach den Lauf der Gäste und führte durch sechs eigene Treffer bis zur 51. Minute zum 21:18. In dieser Phase hatten die Gäste einige technische Fehler zu viel, die aber auch nicht immer gepfiffen hätten werden müssen. Die Bunker Ladies waren angeknockt, schlugen aber durch einen Doppelpack von Nicole Schiegerl zum 21:20 schnell zurück. Beim zweiten Treffer kassierte Aldekerks Julia Albin obendrein eine Rote Karte.

Die Schlussminuten waren dann – wie schon die gesamte Begegnung – nichts für schwache Nerven. Der ESV dezimierte sich durch einige Zeitstrafen selbst, wobei die Hinausstellung von Keeperin Krupa für einen Wechselfehler angesichts des zu kleinen Auswechselraums aus Sicht der ESV-Trainer nicht gerechtfertigt war. In 4:5-Unterzahl konnte die eingewechselte Torhüterin Andrea Poschenrieder einen wichtigen Ball von Linksaußen entschärfen und Natascha Weber nahm ein Stürmerfoul auf. Der Anschlusstreffer zum 24:23 von Franziska Peter – mit sechs Feldtoren und vier verwandelten Siebenmetern erneut gefährlichste ESV-Angreiferin – 36 Sekunden vor dem Ende kam dann zu spät. Aldekerk spielte die Uhr herunter und rettete mit Glück und Geschick das Ergebnis über die Zeit.

In einer Doppelrunde wäre das eine hervorragende Ausgangssituation für das Rückspiel in Regensburg gewesen, doch so genehmigt der Modus dem ESV keine Revanche in eigener Halle. „Natürlich ist so eine knappe Niederlage extrem bitter, aber ich kann den Mädchen keinen Vorwurf machen: Sie haben alles gegeben, aber das Quäntchen Glück hat heute einfach gefehlt“, sagte Trainer Csaba Szücs. Wichtig sei es nun, den Kopf oben zu behalten und sich konzentriert auf die erste Heimpartie am kommenden Samstag um 17 Uhr vorzubereiten. Gegen den MTV Heide aus Schleswig-Holstein, der sich nach seinem Auftaktsieg über Allensbach auch glücklich gegen den Frankfurter HC schadlos halten konnte, wartet nun ein echtes Endspiel um die Direktaufstiegsplätze auf den ESV. Ein Sieg würde die Tür zur 2. Liga ein großes Stück aufstoßen.

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Natalia Krupa, Andrea Poschenrieder
Feld: Franziska Peter 10/4, Nicole Lederer 4, Anna Fuhrmann 3, Amelie Bayerl, Nicole Schiegerl je 2, Julia Drachsler und Natascha Weber je 1 sowie Dorothee Mooser, Carina Vetter und Annalena Kessler.

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