Corona bremst Regensburger Rallye-Pilot Schulze aus Der Start in der NAVC-Meisterschaft war erfolgreich für den Boxenstop-Chef, doch dann kam das Virus.

Regensburg – Nicht das Gaspedal bis zum Anschlag durchtreten können – was gibt es Schlimmeres für einen Rennfahrer? Auch der Regensburger Enrico Schulze wurde durch Corona ausgebremst. Der Rallye-Pilot blickt in eine ungewisse Zukunft, hat aber einen Plan B, sollte die NAVC-Meisterschaft auch 2021 nicht stattfinden.

Von Mario Hahn

2019, also noch vor dem Ausbruch des Corona-Virus, war die Welt noch in Ordnung. Wie all die Jahre zuvor startete Enrico Schulze (42) mit seinem Suzuki Swift und wechselnden Beifahrerinnen bzw. Beifahrern bei der Deutschen Rallye-Meisterschaft des Neuen Automobil- und Verkehrs-Clubs (NAVC). Nach fünf Rennen, verteilt auf ganz Deutschland, wurde er mit seinem „Team Boxensport Regensburg“ in der Klasse bis 1.600 Kubikmeter in der Gesamtwertung Elfter. Eine respektable Platzierung, denn eigentlich fährt Schulze mit seinem 125-PS-starken Rennboliden dem Feld leistungsmäßig hinterher.

Enrico Schulze präsentiert stolz seinen NAVC-Pokal aus dem Jahr 2019. Da die Rennserie derzeit wegen Corona nicht stattfinden kann, muss der Regensburger Rallye-Pilot zwangspausieren. Zum Glück hat er eine Einladung vom ehemaligen Rallye-Profi Armin Schwarz bekommen. „Am 29. August kann ich auf der Strecke Area 39 bei Haldensleben/Magdeburg Renn-Bugys testen. Endlich wieder fahren!“

2020 sollte noch besser werden. Mit einem neuen, verbesserten Motor blies der Chef der Kfz-Meisterwerkstatt Boxenstop zum Angriff in der NAVC-Meisterschaft. Das erste Kräftemessen im Februar fand noch regulär statt; mit dem erhofften Erfolg. „Bei der Rallye Zorn wollten wir eigentlich nur schauen, ob der Motor durchhält. Am Ende sind wir Fünfter geworden“, blickt Schulze freudig zurück.

Die Arbeit geht dem Boxenstop-Chef und seinem Mechaniker Edmund Treutel (siehe Foto) nicht aus. Derzeit werden vermehrt Rallye-Rennboliden auf Vordermann gebracht.

Dann sauste Corona über Europa hinweg und zwang alle(s) in den Lockdown. Die folgenden Rennen der NAVC-Serie (Fürst-Carl-Rallye, Hombachtal-Rallye, Hochtaunus-Rallye und Mossandl-Rallye) wurden abgesagt. Noch bis 31. Oktober gilt in Deutschland ein Verbot von Großveranstaltungen.
Enrico Schulze: „Die Rallye-Zukunft ist ungewiss. 2020 ist abgehakt und 2021 wird schon irgendwas passieren.“ Sollten aber auch dann keine Rennen möglich sein, zieht der Rallye-Pilot ein kurzfristiges Ausweichen in die Tschechische Republik oder nach Österreich in Betracht. „Bei unseren Nachbarn sind die gesetzlichen Auflagen geringer. Gleichzeitig ist dort Rallye-Sport populärer.“ Trotzdem: „In Deutschland Rennen fahren wäre mir schon lieber.“

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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