„Es ist 5 vor 12!“: Hilferuf der Oberligisten Eisbären Regensburg und 25 andere Eishockey-Clubs fordern Entscheidung der Politik

Regensburg – Die Eishockey-Oberliga soll am 16. Oktober starten. Doch noch gibt‘s kein „Go“ aus der Politik. Die Vereine machen nun unter dem Hashtag #hörtunsoderverliertuns auf sich aufmerksam.

In der 3. Eishockey-Liga stehen derzeit 26 Clubs vor dem Aus. Und mit ihnen circa 1.400 Mitarbeiter vor einer ungewissen Zukunft. Ebenso könnte der Nachwuchssport mit über 6.000 Kindern ein Ende finden, wenn die Interessen und Nöte des Sports politisch weiterhin nicht hinreichend berücksichtigt werden.

Im Gegensatz zu der Betrachtungsweise seitens der politischen Entscheidungsträger, dass Profisport nur innerhalb der beiden höchsten Spielklassen einer Sportart betrieben wird, handelt es sich auch in der Eishockey-Oberliga mit ihren 26 Mannschaften zum überwiegenden Teil um Profisport, den bislang pro Saison etwa 750.000 Zuschauer live im Stadion erleben. Die meisten Spieler, Trainer und Angestellten bestreiten ihren Lebensunterhalt mit dem Eishockeysport. Insgesamt mehr als 1.400 Beschäftigungsverhältnisse und ein Umsatz von fast 25 Millionen Euro an Wirtschaftskraft drohen verloren zu gehen, von denen Lieferanten wie Caterer, Ausrüster, Sicherheitsdienste und viele andere profitieren. Unverständlich bleibt bis zum heutigen Tag, warum die Vereine der Eishockey-Oberligen bei diesen Zahlen nicht in das 200-Millionen-Euro-Hilfspaket des Bundes für den Profisport aufgenommen wurden. Fußballvereine der 3. Liga, die unter ähnlichen Rahmenbedingungen arbeiten, dagegen schon.

Ohne Zuschauer und ohne verbindliche Zusagen für finanzielle Unterstützung ist ein Spielbetrieb in der unmittelbar bevorstehenden Saison 2020/21 nicht möglich. Bereits jetzt nehmen die Vereine, die aufgrund des nahenden Saisonstarts mit dem Training und den damit entstehenden Kosten starten mussten, ein großes finanzielles Risiko auf sich.
Das Fehlen der Einnahmen aus dem Oberligaspielbetrieb würde auch zwangsweise das Ende des Nachwuchs-Eishockeysports an den Standorten bedeuten. Etwa 6.400 Kinder und Jugendliche, die in den Oberligavereinen nicht nur das Eishockeyspielen erlernen, sondern auch soziale Kompetenz und gesellschaftliche Werte vermittelt bekommen, würden ohne lebensnotwendige Unterstützung der Politik sich selbst überlassen bleiben.

Alle Mannschaften der Oberliga stehen klar zu ihrer Verantwortung für die Allgemeinheit, akzeptieren die Notwendigkeit von Hygienemaßnahmen und haben individuelle Konzepte vorgestellt, die einen Spielbetrieb auch in Coronazeiten mit Zuschauern ermöglichen, wie dies bereits bei Kulturveranstaltungen, Messen, etc. geschieht. Leider scheinen diese Hygienekonzepte bislang keine Beachtung zu finden.

Die Vereine fordern:

■ Die EU-Beihilferichtlinie muss an die Rahmenbedingungen des Sports angepasst werden

■ Finanzielle Einbußen durch fehlende Zuschauer müssen ausgeglichen werden

■ Hygienekonzepte müssen tatsächlich durch die zuständigen Behörden geprüft und dürfen nicht mehr pauschal abgelehnt werden

■ Die Entscheidungen seitens der Politik müssen den Vereinen dringend zeitnah vorliegen

Der Puck liegt nun bei der Politik. Sie muss entscheiden, ob sie das Eishockey und die Vereine der Oberliga sterben lassen will oder eine Perspektive bieten kann. Die Zeit drängt, denn die 26 Teams sind auf umgehende Entscheidungen dringend angewiesen.

(Pressemitteilung)

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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