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Sport

Jahn Regensburg: Trainer Achim Beierlorzer im großen Blizz-Interview

Achim Beierlorzer ist seit dieser Saison Trainer beim SSV Jahn Regensburg Foto: Johannes Gatzka

„Wir wollen uns endlich belohnen…”

Jahn-Trainer Achim Beierlorzer steht dem Blizz in der Länderspielpause Rede und Antwort

Nach neun Spielen in der 2. Liga stehen neun Zähler auf dem Konto des SSV Jahn Regensburg. Wenn es so weiter geht, hätte der Aufsteiger zum Saisonende 36 Punkte – ob das für den Klassenerhalt reichen würde? Vielleicht! Dennoch: Licht und Schatten wechseln sich derzeit bei den Rothosen ab. Vor der nächsten Partie bei Union Berlin (15.10.) steht Trainer Achim Beierlorzer Rede und Antwort.

Von Mario Hahn

Blizz: In Sandhausen gab’s zuletzt die sechste Saisonpleite. Auffällig dabei: Der Jahn ist oft ebenbürtig, verliert aber dann doch meist. Fehlt es an der Cleverness?

Beierlorzer: Versteht man Cleverness so, dass es darum geht, Torchancen zu nutzen und Profit aus seiner spielerischen Überlegenheit zu schlagen, dann können wir davon sprechen, dass die Cleverness fehlt. Ich weiß aber, dass die Mannschaft extrem bemüht ist und jeder die Chancen nutzen möchte. Es geht natürlich auch um das Quäntchen Glück, das man braucht. Wir werden weiter hart arbeiten, um in der Chancenauswertung besser zu werden.

 

Variabilität, Durchschlagskraft und Effektivität vorm Tor – kann man so etwas trainieren?

Wir haben die Spiele zum einen natürlich ausführlich im Videostudium nachbesprochen. Dabei zeigt sich einfach, dass wir vor dem Tor häufig die falsche Entscheidung getroffen haben oder nicht präzise genug waren. Um daran zu arbeiten, gestalten wir das Training so, dass wir ganz viele Situationen erzeugen, in denen die Spieler Entscheidungen treffen und im Abschluss konsequent sein müssen. Wir wählen daher viele Trainingsformen auf engem Raum. Sich in bestimmten Situationen für die optimale Lösung zu entscheiden hat viel mit Qualität und natürlich auch mit Übung zu tun. Dass wir die Qualität haben, zeigen wir im Training, aber wir müssen weiter daran arbeiten, dass wir gegen die wuchtigen Abwehrreihen in der 2. Liga effizienter werden.

 

Der Jahn hat bisher weder „zu Null“ gespielt noch ein Unentscheiden rausgeholt. Woran liegt’s?

Natürlich wollen wir gerne zu Null spielen. Es geht darum, stabil zu stehen und dann aus dem Umschaltmoment heraus mit unserer Offensive zum Torerfolg zu kommen. Für uns wird es schwieriger, wenn der Gegner führt und sich mehr auf die Defensive konzentriert. Sandhausen war so eine Partie, bei der viele nach dem Spielverlauf schon mit einem 0:0 gerechnet hatten. Insgesamt ist es aber schwer, in dieser Liga ohne Gegentor zu bleiben. Die Qualität der Gegner ist u.a. auch bei Standardsituationen sehr hoch. Dazu braucht man auch das nötige Spielglück auf seiner Seite. Wenn man sieht, dass wir 19 Schüsse hatten und zehn davon gute Chancen waren, dann hat das auch etwas mit fehlendem Glück zu tun. Allgemein gehe ich lieber auf einen Sieg und die Chance auf drei Punkte, als darauf mit einem Unentschieden nur einen Punkt zu holen. Aber natürlich werden wir auch einmal Unentschieden spielen.

 

Was ist eigentlich mit Sebastian Freis? Der Stürmer trainiert seit geraumer Zeit wieder voll mit. Warum bekommt er keine Spielpraxis?

Sebastian Freis kam aus einer Verletzung heraus zu uns und musste erst langsam ans Mannschaftstraining herangeführt werden, weil wir keine Folgeverletzung riskieren wollten. Immerhin hatte ihm eine komplette Vorbereitung gefehlt, da braucht es Zeit, um in den körperlichen Zustand zu kommen, den es braucht. Basti hat sich hervorragend eingeführt, auch als Typ. Und inzwischen ist er so weit, dass wir darüber reden können, dass er mehr Spielzeiten bekommt. Das hat er auch beim Testspiel in Tirschenreuth bestätigt. (Beim 2:1 am Mittwoch gegen Zwickau machte er zwei Buden. Anm.d.Red.) Aber der Konkurrenzkampf ist für alle Spieler groß.

 

Ist das Spielermaterial ausreichend?

Das Spielermaterial ist absolut ausreichend. Es ist ja so, dass wir in jedem Spiel auf Augenhöhe mit all diesen starken Mannschaften sind. Wir halten in jeder Partie mit, sind teilweise die bessere Mannschaft. Wir müssen daher nicht darüber diskutieren, ob unser Spielermaterial ausreicht. Wir müssen effizienter werden und kontinuierlich weiterarbeiten. Dabei dürfen wir auch nicht vergessen wo wir herkommen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen am 34. Spieltag über dem Strich stehen.

 

Wie nutzen Sie die Länderspielpause? Was lassen Sie trainieren? Etwa Verteidigen und Verwerten von Standardsituationen?

Wir haben in der Länderspielpause mehr Trainingseinheiten und werden die Zeit nutzen, um gezielt an einigen Aspekten zu arbeiten. Der erste Aspekt war, dass die Spieler aus der zweiten Reihe gegen einen guten Gegner wie den FSV Zwickau Spielzeiten erhalten haben. Ich wollte, dass sich diese Jungs zeigen und mir ein deutliches Signal geben, dass auch sie in der Liga spielen können. Daher hat mir das, was ich in Tirschenreuth gesehen habe, sehr gut gefallen. Der zweite Aspekt betrifft die Torabschlüsse. Darüber haben wir ja bereits gesprochen. Wir wollen uns belohnen für unsere Art und Weise, Fußball zu spielen. Als dritter Aspekt sind auch die Standardsituationen ein Thema, bei dem wir uns noch verbessern müssen. Wir haben uns – auch wenn das komisch klingt – in fünf Situationen im Sandhausen-Spiel gut verhalten, aber bei einer nicht. Und in dieser wurden wir gleich bestraft. Auch das wird ein Schwerpunkt im Training sein. Wir wollen an unserem Verhalten bei Standardsituationen, sowohl offensiv als auch defensiv, arbeiten, um in den Spielen Profit daraus zu schlagen.

 

Vielen Dank für das offene Gespräch und viel Glück bei Union Berlin am 15. Oktober.

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