Polizei ermittelt nach missglückter Protestaktion in München Vorfall bei Deutschland-Spiel

Protest in München: Ein Greenpeace-Aktivist landet auf dem Spielfeld während der EM-Partie Frankreich gegen Deutschland. Foto: Christian Charisius/dpa

München (dpa) – Nach der missglückten Protestaktion vor dem EM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich ermittelt die Polizei wegen verschiedener Delikte nach dem Strafgesetzbuch – und nach dem Luftverkehrsgesetz.

Das teilte das Polizeipräsidium München mit. Ein 38 Jahre alter Mann aus Baden-Württemberg war am Vorabend kurz vor dem Anpfiff des Fußballspiels auf dem Platz im Münchner EM-Stadion gelandet und hatte im Landeanflug zwei Männer verletzt, die ins Krankenhaus kamen.

Der Motorschirm-Pilot wurde festgenommen, sein Flieger sichergestellt. «Das Polizeipräsidium München betont, dass es keinerlei Verständnis für solche unverantwortlichen Aktionen gibt, bei denen eine erhebliche Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen wird», hieß es in der Mitteilung der Polizei. Auch von anderen Seiten hagelte es Kritik an der Aktion der Umweltorganisation Greenpeace, die schief gelaufen war. Ursprünglich wollte der Pilot einen großen gelben Ball in die Arena sinken lassen. Dabei geriet er in eine Stahlseilkonstruktion am Stadiondach und kam ins Trudeln, so dass er ins Stadion herabsank.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte Konsequenzen an. «Das wird genau behandelt, das sind klare Verstöße», sagte er dem Bayerischen Rundfunk. «Das ist kein Kavaliersdelikt.»

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